Die Nominierungen sind raus.

Leipziger Buchpreis – Belletristik: Nominierte 2011
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Nominiert in der Kategorie Belletristik.
Kurzbeschreibung
"Welcher Mann aber könnte mich am Abend noch unterhalten, wenn ich den Nachmittag mit Herodot zugebracht habe?", fragt sich die junge Frau bei der Durchsicht von Heiratsannoncen, nur um sich dann nach dem Vorbild ihrer kühnen Tante noch hingebungsvoller in die Lektüre der Weltliteratur und die tägliche Gartenarbeit zu stürzen. Kein Prinz erlöst sie von dem abgeschiedenen Leben auf dem Gut in Südfrankreich, wohl aber die Einladung nach Indien zu Freunden der Tante, einem märchenhaft reichen Sikh-Clan, dessen träge herrschaftliches Dasein einem prunkvollen Höhepunkt zustrebt, der Heirat des ältesten Sohnes. Dass dieser ein Jahr zuvor einem großartig inszenierten Verführungsversuch widerstanden hat, darüber sieht die Nichte hinweg und begeistert sich stattdessen für das göttliche Lachen eines Rikschafahrers, der sie und die Tante einer aufregend ungewissen Zukunft entgegenfährt. In einer herzerfrischend uncoolen Sprache erzählt Anna Katharina Fröhlich von der Suche nach dem Glück. Der beharrliche Enthusiasmus, mit dem die beiden Hauptfiguren sich über die Banalität des Realen hinaus schwingen, ist schlichtweg hinreißend und lässt uns die Welt nach dieser Lektüre ein wenig glanzvoller erscheinen. -
Nominiert in der Kategorie Belletristik.
Kurzbeschreibung
Wenn einer nicht mehr denken kann wie früher, was ist das für ein Leben? Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.Buechereulen-Rezension:Der alte König in seinem Exil - Arno Geiger
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Nominiert in der Kategorie Belletristik.
Kurzbeschreibung
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.Buechereulen-Rezension: Wolfgang Herrndorf - Tschick
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Nominiert in der Kategorie Belletristik.
Kurzbeschreibung
Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das "Mahlstädter Kind". Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen "Söhne und Planeten" und "Die Frequenzen" legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten. -
Nominiert in der Kategorie Belletristik.
Kurzbeschreibung
Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er leicht lesbar, aber schwer verdaulich die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht.
Peter Stamm zeigt sich auch in "Seerücken" wieder als Meister der Kurzgeschichte. -
Danke für die Info, Herr Palomar
Von den Büchern habe ich bisher noch keines gelesen, aber da ich ein großer Fan von ihm bin, hoffe ich Peter Stamm.
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Interessant ist auch die Jury:
Verena Auffermann
Johanna Adorján (FAZ)
Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung)
Martin Ebel (Tages-Anzeiger)
Eberhard Falcke
Ingeborg Harms (FAZ)
Adam Soboczynski (Die Zeit)
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"tschick" finde ich am interessantesten und das liegt derzeit auch im online-voting vorne
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Zu gewinnen gibt es anscheinend alle nominierten Bücher im Buchpaket.
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Das finde ich prickelnd- da gibt es die Bücher zu gewinnen, die ich vorher (also ungelesen???) bewerten soll.
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Man kann als normaler Leser die Bücher sogar noch nicht alle gelesen haben. Das Buch von Clemens J. Setz zum Beispiel ist noch nicht erschienen.
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Spannende Auswahl dieses Jahr!
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Zitat
Danke für den Hinweis, ich habe gleich mitgemacht und hoffe auf mein Glück!
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Zitat
Original von beowulf
Das finde ich prickelnd- da gibt es die Bücher zu gewinnen, die ich vorher (also ungelesen???) bewerten soll.Es gibt doch Leseproben.
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Ich habe auch abgestimmt.
Und das Tschick vorne liegt, wundert mich nicht, es ist der Roman in der Liste, der am ehesten in Richtung "leicht zu lesende Belletristik" einzusortieren ist.
Sowohl Thematisch als auch sprachlich.winkegrüße von Elbereth
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Clemens J. Setz: Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
hat gewonnen!
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Glückwunsch!
Die letzten Tage habe ich viel über das Buch und den jungen Autor gelesen und will es mir jetzt auch unbedingt bald kaufen ...
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Nachdem ich im Moment gerade "Seerücken" von Peter Stamm lese (und sehr ansprechend finde), habe ich am Donnerstag nachmittag (noch vor der Preisverleihung) "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" gekauft und auch schon mal reingeschaut. Es sieht nach einer höchst interessanten Sache aus ...