"Begegnen Sie Ihrer neuen Heimat ohne Vorurteile. Öffnen Sie Ihr Herz, und Malaya wird es gewinnen, dessen bin ich sicher."
Leserunden bei den Büchereulen sind ja nie wirklich abgeschlossen und so machte ich mich heute Mittag/Nachmittag in der gemütlichen Ruhezone der Wellnesslandschaft gedanklich auf die Überfahrt und ich bin wohlbehalten in Malaya angekommen. Das obenstehende Zitat von Seite 32 ist mir in Erinnerung geblieben und es passt für mich hervorragend zum Roman und den Autoren Steffanie Burow und Jan Winter.
Als erstes will ich erwähnen das die Atmosphäre sehr, wirklich sehr stimmig ist. Die einzelnen kleinen Episödchen auf dem Schiff passen, sind teilweise witzig und geben dem Leser einen Einblick in die verschieden Denkweise bzw. Geisteshaltungen der Personen zu dieser Zeit. Dann die Ankunft in Malaya und die ersten Eindrücke der Insel. Sehr schön ge- und beschrieben und es machte es mir leicht mir alles bildlich vorzustellen und gefühlsmässig anzukommen. OK, ich weiss mittlerweile das Jan Winter lange dort gelebt hat aber ich glaube auch für Leser die die Vita des Autoren nicht kennen ist dieses Gefühl das der Autor weiss wovon er schreibt zwischen den Zeilen herauszuspüren.
"Vom Äusseren eines Menschen auf sein Wesen zu schliessen, zeugte weder von Klugheit noch Lebenserfahrung"
Zitat Seite 56
Wir sind erst auf Seite 87 und von gewissen Protagonisten wissen wir noch sehr wenig bzw. nur das was uns der Autor geschildert und erzählt hat. Ich halte mich an die Kernaussage von obenstehendem Zitat und urteile noch nicht zu viel über die Figuren.
Alma muss man einfach mögen, ich glaube das geht nicht anders. Ebenso Walter Dickson, Lady Swindon und natürlich Samad. Letzter dürfte die Hauptperson in einem interessanten Nebenhandlungsstrang abgeben und ich vermute er wird Alma im Verlauf der Geschichte nochmals begegnen. "Ein Wanderer zwischen den Welten..." Seite 73
Howard hatte es nicht leicht und ich finde er hat sich in der Ferne ganz ordentlich gehalten. Sooo negativ sehe ich ihn (noch) nicht. Immerhin hat er sich der neuen Aufgabe gestellt und er führt seinen Teil der Plantage einigermassen solid. Dass er fernab der Heimat und auch von Frau und Kind getrennt verändert hat kann ich nachvollziehen und es wirkt glaubwürdig. Er war sicher bei weitem nicht der einzige Kolonialist der im Alkohol Trost gesucht und gefunden hat. Ob er eine lokale Geliebt hat/hatte ist zu vermuten wurde aber glaub ich nicht definitiv geklärt.
Mabel ist wie Howard ein Mensch für den ich irgendwie Verständnis entgegen bringe. Es ist doch menschlich das zu wollen was man nicht hat und das was man hat zu übersehen.
Robert war für mich im ersten Moment einer jener kitschigen Haupdarsteller wie sie in seichten Liebesromanen vorkommen. Gross, athletisch gebaut mit blonden Haaren und dann sein Auftritt in stürmischen Galopp auf dem Rücken eines Pferdes und dann der Handkuss (Wahrscheinlich hat diese Passage der Testleserin gefallen... :lache) Ich kann ihn noch nicht so recht einschätzen aber er scheint insgesamt sympathisch zu sein.
Raymond und Ah Tong hingegen mag ich... keine Ahnung warum, es ist einfach so. Vielleicht weil sie sich gegen sie allgemeine Etikette stellen und ihr Verhalten nicht Gesellschaftskonform ist und es ihnen schurzpiepegal ist.