Voodoo Press Verlag, 2010
226 Seiten
Kurzbeschreibung:
Mehrere Männer werden in den USA brutal ermordet aufgefunden. Die einzige Spur am Tatort ist der vom Täter hinterlassene Schriftzug Nemesis. Da sämtliche Opfer Angehörige des Militärs waren, erhalten der Major John Brooks und sein Partner Andrew Watts den Auftrag, die Mordserie zu untersuchen. Dabei stoßen sie auf ein Netz aus Verschwörungen und Intrigen, in das sie immer tiefer hineingeraten. Selbst ihre Vorgesetzten gewähren ihnen nur zögernd Hilfe, denn sie alle haben Angst, das herauskommt, was wirklich hinter Nemesis steckt ...
Über den Autor
Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren und wohnt seit Sommer 2001 im Raum Nürnberg / Fürth. Zudem hat er einen Sohn. Neben seiner Arbeit als Vertriebssachbearbeiter für ein internationales Unternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit 1995 verfasst er kürzere und längere Geschichten, seit 1996 auch Gedichte.
Sören Prescher veröffentlichte Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien, unter anderem in „Arkham – Ein Reiseführer“ (Basilisk-Verlag), „Zeit“ (Web-Site-Verlag), und der Edgar Allen Poe – Hommage „Jenseits des Hauses Usher“ (Blitz-Verlag). Im Herbst 2008 erschien sein zweiter Roman, das Psycho-Drama „Superior“, im Brendle-Verlag. Weitere Infos unter www.soeren-prescher.de .
Meine Meinung:
Da dieser Thriller mit Krimiplot im Voodoo Press Verlag erschienen ist, erwartet der Leser eine gewisse Düsternis im Plot, der erfreulicherweise mehr durch eine gewisse Melancholie anstatt durch brutale Szenen übertragen wird.
Es gibt eine Serie von Morden an Militärangehörigen. Das Ermittlerteam John Brooker und Andrew Watts untersucht, doch neben der Kriminalgeschichte steht auch das Privatleben von Major Brooker sehr im Mittelpunkt. Jahrelang war er so von seiner Arbeit vereinnahmt, dass er seine Frau vernachlässigt hat. Angela spielt daher mit dem Gedanken, ihren Mann mit einem Mann namens Dexter zu betrügen. Doch auch dieser Dexter wird von jemand unter Druck gesetzt.
Die Actionszenen im Roman sind überwiegend gelungen, der Fall mit den Morden an Soldaten einer speziellen Einheit ist weniger originell, da vom Leser schon frühzeitig zu erahnen. Manche Passagen kommen mir etwas überstürzt vor.
Der Roman ist immer dann stark, wenn die inneren Gedankengänge der Protagonisten gezeigt werden. Das gilt besonders für John, der sich öfter an Liedtexte von Bruce Springsteen erinnert, die teilweise auch zwischen dem Text abgedruckt werden und gut zu Johns Stimmung passen. Auch Angela und Dexter haben gute Passagen, obwohl sie mir nicht komplett als vollständig entwickelte Figuren erscheinen. Johns Partner Andrew Watts erfüllt auch überwiegend Sidekick-Funktion.
John ist lange Zeit dabei, seine Frau zu überwachen, von der er vermutet, sie betrügt ihn. Er beginnt sich zu fragen, ob ihre Liebe noch zu retten ist, das stürzt ihn in eine Sinnkrise.
Dieses Element sticht aus dem Roman hervor und drängt den Krimiplot ein wenig zur Seite. Mir persönlich haben aber gerade diese Passagen gut gefallen!