Eine Liebe in Auschwitz - Thilo Thielke

  • Gebundene Ausgabe: 233 Seiten
    Verlag: Hoffmann und Campe (März 2000)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 345515025X



    Kurzbeschreibung
    Der Pole Jerzy Bielecki ist 18 Jahre alt, als er 1940 als politischer Häftling in Auschwitz eintrifft. Dort, in der Hölle auf Erden, geschieht etwas Wunderbares: Er verliebt sich in das jüdische Mädchen Cyla Cybulska. Die beiden beschließen zu fliehen. 1944 geschieht das Unglaubliche: Die Flucht aus dem Vernichtungslager gelingt. Doch Jerzy und Cyla werden auseinandergerissen. Beide überleben die Nazizeit, aber jeder von ihnen glaubt, der andere sei ums Leben gekommen. Ein Irrtum, wie sie im Jahr 1983 durch Zufall erfahren.



    Meine Meinung
    Wer sich eine Liebesgeschichte durch und durch vorstellt ist bei diesem Buch fehl am Platze. Zunächst wird aus dem Leben von Jerzy vor und während seiner Zeit in Auschwitz erzählt. Zwischendurch kommen immer kleine "Berichte" was gerade im Kriegsgeschehen passiert. Das hat mich auch ein wenig im Lesefluss gestört, da ich einfach was anderes erwartet habe. Je weiter man aber liest umso weniger werden diese Berichte. Nichts destotrotz war es sehr informativ.
    Generell habe ich oft das Gefühl bei diesen Opfererzählungen, dass es vielen gar nicht so schlecht gegangen ist. Da gibt es immer irgendeinen Weg an bessere Lebensmittel zu kommen und sich hochzuarbeiten.
    Die erste Begegnung mit Cyla war erst um Seite 140. Auf ihr Liebesleben wird kaum eingegangen, die Vorbereitung der Flucht und die Flucht selber nimmt einen größeren Stellenwert ein. Nach dem Titel hätte ich mir gerne mehr Liebesgeschichte gewünscht.
    Ob die Flucht gelingt und was danach passiert möchte ich nicht verraten ;-)
    Gut sind auch die Bilder zwischendurch von den Gebäuden und den Personen selber um sich ein besseres Bild machen zu können.


    Von mir gibt es 8 Punkte.

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    Brandon Mull - Fabelheim

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  • Zitat

    Original von Nachtelfe
    Ob die Flucht gelingt und was danach passiert möchte ich nicht verraten ;-)


    Naja, wenn man den Kurztext durchliest, dann bleiben doch nicht so viele Zweifel, oder früht der Kurztext etwa in die Irre? :wow


    Danke jedenfalls für die Rezi :wave

    Ein Mädchen sollte zwei Sachen sein: Elegant und fabulös.

    (Coco Chanel)


    #proannika

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  • Zitat

    Original von Nachtelfe

    Meine Meinung

    Generell habe ich oft das Gefühl bei diesen Opfererzählungen, dass es vielen gar nicht so schlecht gegangen ist.


    Wie kommst du denn zu diese Annahme?


    Alleine schon die Vorstellung das es OPFERn gut gehen könnte ist absurd. Und du mußt dir dabei mal überlegen die wurden auf Grund ihrer Herkunft eben mal so eingesperrt unter den unvorstellbarsten Bedingen die du dir vorstellen kannst.


    Nicht nur das, sonder eingsperrt egal unter welchen Bedingungen.


    Da kann also keine Rede von "nicht so schlecht gegangen" sein.

  • Prombär Die Flucht gelingt schon, aber wie und was passiert und halt danach wollte ich nicht beschreiben.


    @Oehmchen
    Um Gottes willen, ich will bestimmt nicht behaupten das es die Menschen leicht gehabt haben oder verharmlosen. Es ist mir nur jetzt schon in mehreren Bücher aufgefallen das die immer einen Weg finden das es ihnen besser geht. Ich wünsche niemanden eine solche Behandlung und schon gar nicht unter solche Bedingungen. Es gab aber auch halt eine "Rangordnung" unter diesen Häftlingen und denen ging es einfach besser. Damit will ich nicht sagen das die dort das Leben im Paradies erlebt haben. Sicher ging es denen auch verdammt schlecht, aber nicht so schlecht wie den Millionen anderen halt.

  • Ich finde schon das man da von "besser gehen" sprechen kann. Natürlich nicht im Vergleich zu den Menschen die nicht verfolgt wurden und ich Freiheit leben konnten. So wie es immer wieder in dem Buch betont wurde ging es ihm besser, weil er einer der ersten Häftlinge war. Ich war nicht dabei und ich kenne auch zum Glück niemanden der dieses Schicksal erleiden musste. Ich kann ja nur wiedergeben was in dem Buch steht.
    Und alle wurden sie ja zum Glück nicht umgebracht. Sonst hätten wir diese ganzen Bücher ja nicht.
    Wie gesagt ich will nichts verharmlosen.