Titel: Gewaltige Hölle. Erzählungen
Autor: Guillermo Martinez
Übersetzt aus dem Spanischen von: Angelica Ammar
Verlag: Eichborn
Erschienen: September 2010
Seitenzahl: 194
ISBN-10: 3821861150
ISBN-13: 978-3821861159
Preis: 18.95 EUR
Guillermo Martinez wurde 1962 geboren und gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Argentiniens. Bekannt wurde er durch den Roman „Die Pythagoras-Morde“, der mit John Hurt und Elijah Wood in den Hauptrollen verfilmt wurde.
In diesem Erzählungsband zeigt sich Guillermo Martinez von einer etwas anderen Seite. Seine Erzählungen sind zum Teil leicht grotesk, angereichert mit einer Prise Surrealismus und machen den Irrsinn der Realität deutlich. Es sind Erzählungen die sicher nicht unbedingt jedermanns Ding sind. Wer nicht bereit ist auch mal ein wenig über das Gelesene hinaus zu denken, der sollte wohl besser zu einem anderen Buch greifen – wer aber bereit ist auch mal nicht so ausgetretene Literaturpfade zu begehen, für den könnte dieses Buch eventuell etwas sein.
Das Geschehen in den einzelnen Erzählungen ist nicht vorhersehbar und das Ende kommt überraschend, meist anders als man es erwartet und oftmals ist es ein Ende welches gar nicht als Ende erkennbar ist. So manche Erzählung macht eine Vollbremsung und das war es dann, weitere Erklärungen zum Verständnis sucht man vergeblich – hier kommt dann der Punkt wo man den eigenen „Denkapparat“ einschalten muss, wo vielleicht auch andere Sichtweisen angedacht werden sollten.
Martinez schreibt eher distanziert, er wirkt wie der sachliche Chronist der genau beobachtet, die Bewertung seiner Beobachtungen aber dem Leser überlässt.
Ein Buch, dass sicher nicht jedermann begeistern wird, es ist auch vorstellbar, dass so mancher ein wenig den Kopf über das Gelesene schüttelt – aber eines sind diese Erzählungen ganz gewiss nicht: Sie sind nicht alltäglich. Dieses Buch ist in jedem Falle den Versuch wert auch mal „das etwas Andere“ zu lesen.