Titel: Lost City Radio
Autor: Daniel Alarcon
Übersetzt aus dem Amerikanischen von: Friederike Meltendorf
Verlag: Klaus Wagenbach Berlin
Erschienen: August 2008
Erscheint als Taschenbuch: November 2010
Seitenzahl: 320
ISBN-10: 3803132185
ISBN-13: 978-3803132185
Preis: 22.90 EUR (als TB: 9.95 EUR)
Das sagt der Klappentext:
Ein südamerikanisches Land, zerrissen nach dem Ende eines blutigen Bürgerkriegs. Eine Frau, ein Mann und ein Kind, deren Lebensgeschichten sich auf unvorhersehbare Weise miteinander verbinden. Die Frau, Norma, moderiert eine Radiosendung, in der die Zuhörer nach ihren Vermissten suchen können. Als Victor, ein Junge aus einem Dschungeldorf, eine Liste mitbringt, die Norma in Lost City Radio vorlesen soll, entdeckt sie auch den Namen von Rey, ihrem Mann, der seit zehn Jahren verschwunden ist. Was weiß sie von Rey? Wer war er? Am Ende hält sie die Schlüssel zu den Ereignissen im Dschungel in der Hand und muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen.
Der Autor:
Daniel Alarcon, 1977 in Lima geboren, lebt in Oakland/USA. Seine Kurzgeschichten erschien u.a. im New Yorker und sind 2006 unter dem Titel War by Candlelight für den PEN-Hemingway Award nominiert worden. Alarcon wurde sowohl von der britischen Zeitschrift GRANTA als auch vom Smithsonian Magazine in die Liste der besten englischsprachigen Nachwuchsschriftsteller aufgenommen.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist mehr als ein politischer Roman. Es ist darüber hinaus auch ein sehr menschliches Buch. Der Autor erzählt sehr distanziert, manchmal sogar mit einer gewissen Distanz zum Geschehen und zu seinen handelnden Personen; trotzdem haben auch die notwendigen Emotionen in diesem Buch ihren Platz. Daniel Alarcon weiß worüber er schreibt, er kennt die politische Zerrissenheit des südamerikanischen Kontinents und auch die Gefühle und Einstellungen der Menschen scheinen ihm wohlbekannt zu sein. Menschen die leiden unter staatlicher Willkür und Ungerechtigkeit. Der Autor beschreibt dieses alles sehr anschaulich und gerade die von ihm gewählte Distanz macht es für den Leser umso anschaulicher. Ein sehr lesenswertes Buch, mehr als eine momentan Situationsbeschreibung der politischen Verhältnisse in Südamerika. Um welchen Staat es sich in diesem Buch handelt mag man als Leser allenfalls ahnen, aber offensichtlich steht hier ein fiktiver Staat stellvertretend für die real existierenden südamerikanischen Staaten in ihrer Gesamtheit. In diesem Zusammenhang sei noch der Hinweis erlaubt, dass alles sehr glaubwürdig wirkt.