Römische Aufzeichnungen – Uwe Timm

  • Verlag: Dtv, 2000
    169 Seiten


    Kurzbeschreibung:
    Anfang der achtziger Jahre hat Uwe Timm seine Zelte in München abgebrochen und ist mit Frau und Kindern nach Rom übergesiedelt. Der Aufenthalt in der von Geschichte und Utopien erfüllten Stadt wird zu einer harten Prüfung - und Rom trotz aller Widrigkeiten zum magischen Ort, der dem »Edelaussteiger« die eigene geschichtliche und literarische Position bewusst macht.


    Über den Autor:
    Uwe Timm wurde 1940 in Hamburg geboren. Nach der Volksschule machte er eine Kürschnerlehre und besuchte das Braunschweigkolleg. Später studierte er Germanistik und Philosophie in München und Paris. 1971 Promotion in Philosophie. 1972-1982 war er Mitherausgeber der "Autoren Edition". Heute lebt Uwe Timm als freier Schriftsteller in München und Berlin.


    Meine Meinung:
    Dieses Buch ist eine Überarbeitung bzw. Erweiterung von „Vogel, friss die Feige nicht“ und beschreibt Uwe Timms Aufenthalt in Rom, wo er mit seiner Familie von 1981 bis 1983 lebte.


    „Edelaussteiger“ nannte ein Freund sie spöttisch. Uwe Timm nimmt jedoch wesentliches aus der Stadt auf. Er beschreibt amüsante Szenen wie auch ernste.
    Es scheint unmöglich, auf der Bank ein Konto zu eröffnen, das Anmelden beim stets geschlossenen Amt wird schwierig, die Italiener sehen es lax, es wird aber auch Uwe Timms Auto aufgebrochen und damit auch die schlechten Italienklischees bestätigt.


    Zwischendurch gibt es Rückerinnerungen Uwe Timms an seine Kindheit (1942, 1946, 1948). Es kommt sein 1942 im Krieg verstorbener Bruder vor, der später die Grundlage für das Buch „Am Beispiel meines Bruders“ bildete, Erinnerungen an den Vater oder die Arbeit in der Kürschnerei. Ein Abschnitt geht um Heinar Kipphardt, den Uwe Timm gut kannte.


    Uwe Timm zieht immer wieder literarische Bezüge, er zitiert Roland Barthes, Gottfried Benn
    Später folgen essayhafte Einschübe, teils leichterer Art „Versuch über eine Asthetik des Spagetthi-Essens“, dann folgen aber auch schwerere wie über Caravaggio oder Antonio Gramsci. Diese Abschnitte sind wirklich brillant. Am meisten hat mich aber interessiert wie die Familie in Rom lebte.