Verlag: Unionsverlag
Originaltitel: La Soif
Aus dem Französischen von Rudolf Kimmig
Klappentext:
"Es war ein heißer, ja erstickender Sommer. Ich liebte meine Einsamkeit - und meinen Körper, der in das ruhige Meer eintauchte. Mit feuchten Haaren und Salz auf den Lippen ging ich zurück: mein einziger glücklicher moment. In diesem Augenblick sah ich sie. Ich rief ihren Namen: 'Jedla!' Meine Stimme klang erstickt; Erinnerungen, die in mir aufstiegen, hatten mir plötzlich Angst eingeflößt."
Über die Autorin:
Assia Djebar, geboren 1936 in Algerien, Schriftstellerin, Historikerin, Filmemacherin, ist eine bedeutende Autorin des Maghreb. Auszeichnungen: 1996 Neustadt-Literaturpreis, 2000 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 Premio Grinzane Cavour für ihr Lebenswerk.
Meine Meinung:
Nadia ist Studentin in Algier und Tochter wohlhabender Eltern, sie lebt emanzipiert und frei. Er vor kurzen hat sie ihre Verlobung gelöst.
Sonne, Strand, Langeweile lassen sie auf eine Änderung ihres Lebens hoffen. Diese Erwartung kann sich erfüllen, als sie ihre Jugendfreundin Jedla und deren geliebten Ali wiedertrifft. Von Ali, der anscheinend auch noch verheiratet ist, fühlt sich Nadia angezogen. Das führt zu Spannungen zwischen den Freundinnen und Unsicherheiten.
Der Rechtsanwalt Hassein lässt sie auch nicht kalt, aber zunächst weist sie ihn zurück und besteht auf ihre Unabhängigkeit
Assia Djebars erster Roman, den sie 1957 schrieb als sie noch eine 21jährige Studentin war, hat tatsächlich ein wenig das Gefühl eines Romans wie Bonjour Tristesse von Francois Sagan, mit dem der Roman von Anfang an verglichen wurde. Es ist aber weniger eine stilistische Ähnlichkeit, vor allen ist es der Zustand der jungen Protagonistinnen, die die Bücher miteinander verbinden. Beide Bücher sind zudem sehr schnell geschrieben, besitzen daher Spontaneität.
Die lineare Erzählweise unterscheidet sich allerdings stark von dem ihrer späteren Romane, die radikaler, verschachtelter erzählt sind. Literarische Experimente sind hier nicht zu erwarten ebenso wenig wie politische Statements.
Es ist interessant, unter diesem Gesichtspunkt ein leichteres Werk von ihr zu lesen. Es wirkt übrigens keineswegs altmodisch oder unreif. Einige Autobiographische Motive sind zu vermuten, wahrscheinlich weniger von der Handlung her als von der Stimmung,
So ein Debüt würde man sich von neuen Autoren, die sich nicht selten verbissen an einem Thema abarbeiten, wünschen.