'Nybbas Träume' - Seiten 332 - Ende

  • Zitat

    Original von BelleMorte
    Ich glaub, das hört sich nach einem guten Plan an. Schließlich bekommt die Trilogie so den richtigen Sinn und wird ein großes Ganzes.


    Ja, ganz genau so ist das gedacht.
    Zwei Teile zum wilden herum Schnibseln und Teile in die Luft werfen; und im dritten wird dann alles möglichst hübsch miteinander verflochten und gibt dann ein sinnvolles Bild.
    Der Plot steht, das Personal ist motiviert - ich bin zuversichtlich, dass das klappt :-]

  • Ich habe fertig :grin
    Gut, spannend, nicht zu pornografisch, dämonisch, nicht allzu blutig, nachvollziehbar. Lust auf Fortsetzungen machend,....
    reicht das?


    Aber einen Kritikpunkt hätte ich, und zwar zu Christine.
    Zum einen hat sie keine Gefühle mehr, die wurden ihr ja genommen. Wieso kann sie Neidgefühle entwickeln? Neid ist ein sehr starkes Gefühl und das hätte sie gar nicht haben dürfen.
    Zum anderen hätte dieser Ausflug in ihre Wohnung nicht sein müssen. Der Sinn und Zweck dieser Entführung erschließt sich mir ganz und gar nicht. Und wenn er für etwas wichtig war, dann war es zu schnell abgehandelt.

  • Einer der Gründe, warum der Nybbas mir gut gefällt ist, das er "den Neid" nicht anfasst ... schmeckt ihm nicht :-)


    Eigentlich hätte er aber auch wissen müssen, dass es nicht lange gut gehen kann, wenn man den Menschen eben nur diesen lässt. (hat er wohl nicht nachgedacht) :gruebel


    Ob diese Szene noch eine weitere Verwendung findet, wüsste ich auch gerne.

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    Aber einen Kritikpunkt hätte ich, und zwar zu Christine.
    Zum einen hat sie keine Gefühle mehr, die wurden ihr ja genommen. Wieso kann sie Neidgefühle entwickeln? Neid ist ein sehr starkes Gefühl und das hätte sie gar nicht haben dürfen.


    Lillian hat ihr diese Gefühle eingepflanzt. Steht irgendwo im letzten Teil.

  • Genau, den Neid lässt er seinen Opfern, das steht auf Seite 71 unten/ 72 oben recht ausführlich und irgendwo anders wird es nochmal kurz erwähnt.
    Das ist nicht ganz vernünftig von Nicholas - aber wenn man Rosenkohl nun mal nicht mag, dann mag man Rosenkohl nicht. :grin


    Christina ist ja, wie man erst später erfährt, sehr eng mit Lillian. Lillian weiß, dass Joana eine Clerica ist, aber sie kann nicht wissen, welche Fähigkeiten sie hat und was Nicholas ihr noch über die Dämonen erzählt hat. Joana ist also für die Dämonen eine gewaltige Gefahr. Sie müssen befürchten, dass Jo sie durch Nicholas erkennt und jederzeit bannen kann. Was liegt nun näher, als die Inane zu schicken, um sie außer Gefecht zu setzen?
    Christinas Plan war ja eigentlich, Joana die Droge unterzujubeln, mit denen die Dämonen experimentiert haben; unter Droge hätte sie sie problemlos ausliefern können.


    Das ist eine Sache, die ich vielleicht besser nochmal irgendwo erklärt hätte :gruebel


    Aber es freut mich, Sabine, dass es dir ansonsten gefallen hat :freundschaft

  • ok, aber warum hat sie dann gleich eine Serienmörderin sein müssen? Das war für mich dann zu viel des Guten. Damit kann ich mich nicht so recht anfreunden, ist mir zu viel Aktion von Christina. Es passt nicht recht zum Rest der Handlung. Ich kanns jetzt nicht besser erklären, aber in meinen Augen war es überflüssig.

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    ok, aber warum hat sie dann gleich eine Serienmörderin sein müssen? Das war für mich dann zu viel des Guten. Damit kann ich mich nicht so recht anfreunden, ist mir zu viel Aktion von Christina. Es passt nicht recht zum Rest der Handlung. Ich kanns jetzt nicht besser erklären, aber in meinen Augen war es überflüssig.


    Ach, jetzt verstehe ich. Du meintest schlicht die Tatsache, dass sie sich zu einer Psycho-Killerin entwickelt hat; nicht die Verstrickung mit den Dämonen (Lillian).
    Ich erzähle mal, was ich mir dabei dachte. Das aber bitte jetzt nicht als "Überzeugungsarbeit" auffassen - und alles andere genau so wenig, was ich hier von mir gebe. Wenn man als Leser meint, eine Stelle/ Szene ist einem zu viel, zu unverständlich, zu kitschig, klischeehaft, zu grausam oder zu langweilig, dann ist das eben so, da muss (und kann) der Autor mit leben und im besten Fall für die Zunkunft etwas daraus mitnehmen ;-)


    Meine Gedanken waren die: Nicholas beschreibt Christina vor ihrem "Aussaugen" als sehr emotionale Figur, voll von starken Gefühlen. Indem er sie ihr nimmt - was er ja in dem Fall nicht mal absichtlich getan hat, und was ihn hinterher selbst gestört hat (Lillian sagte ja, er würde Christina gar verachten) - hat er ein riesen Loch in der Frau hinterlassen, in dem ihr Neid ungehindert schwelen konnte.
    Lillian hat es nun geschafft, Christina zu zeigen, dass sie sehr wohl noch fühlen kann - nämlich Schmerzen. Das ist vergleichbar mit Depressionen, die in manchen Fällen mit selbstverletzendem Verhalten einher gehen. Ganz grob erklärt: Man fühlt gar nichts mehr, nur noch körperliche Schmerzen und macht diese Gefühle durch Verletzungen "real", d.h. wieder existent. Man kann also davon ausgehen, dass Christina abhängig von Lillian ist, daher hat sie diese Menschen für die Bluttrinkerin getötet. Lillian sagte ja zuvor, dass sie früher (als ihre Welt noch i.O. war) als Göttin gesehen wurde; es ist also anzunehmen, dass sie sich auch gerne anbeten lässt.
    Das zu den Hintergründen.


    Der Grund, warum ich Christina für die Geschichte wichtig finde, ist aber ein anderer. Ich wollte noch mal sehr deutlich machen, wohin Nicholas' Emotionsraub führen kann, mal unerheblich, ob er nun darauf angewiesen ist, oder nicht. Ich bin ja der Meinung, dass es zum großen Teil den komplexen, menschlichen Gefühlen zu verdanken ist, dass wir keine wilden Tiere sind, hier reinzupfuschen kann gefährlicher werden als es den Anschein hat. Es ist nicht damit getan, dass man dann depressiv ist, es kann auch in einen tiefen Wahnsinn führen. Nicholas hat, durch Gleichgültigkeit oder Unaufmerksamkeit, ein wahres, menschliches Monster geschaffen.
    Er dachte, sich einen Sklaven geschaffen zu haben, in Wirklichkeit ist dieser Sklave ihm aber ausser Kontrolle geraten und hätte ihn beinahe seine Jo gekostet.
    Logische Konsequenz auf seinen Fehler, der ihm anders so nicht bewusst geworden wäre. Oder anders ausgedrückt: Manche lernen's nur auf die harte Tour. :nono

  • Danke für deine ausführliche Ausführung.
    Wenn es so sein sollte, dass Christina die Getöteten Lillian 'geopfert' hat, so kann ich das jetzt nachvollziehen.
    Es war mir nur so komisch weil vorher an keiner Stelle erwähnt war, dass in Hamburg ein Serienmörder aktiv ist. Das kam an dieser Passage im Buch wie das Kanickel aus dem Hut gesprungen ohne Bezug zur vorherigen Geschichte für mich.

  • Zitat

    Original von Mulle


    ...
    Der Grund, warum ich Christina für die Geschichte wichtig finde, ist aber ein anderer. Ich wollte noch mal sehr deutlich machen, wohin Nicholas' Emotionsraub führen kann, mal unerheblich, ob er nun darauf angewiesen ist, oder nicht. Ich bin ja der Meinung, dass es zum großen Teil den komplexen, menschlichen Gefühlen zu verdanken ist, dass wir keine wilden Tiere sind, hier reinzupfuschen kann gefährlicher werden als es den Anschein hat. Es ist nicht damit getan, dass man dann depressiv ist, es kann auch in einen tiefen Wahnsinn führen. Nicholas hat, durch Gleichgültigkeit oder Unaufmerksamkeit, ein wahres, menschliches Monster geschaffen.
    Er dachte, sich einen Sklaven geschaffen zu haben, in Wirklichkeit ist dieser Sklave ihm aber ausser Kontrolle geraten und hätte ihn beinahe seine Jo gekostet.
    Logische Konsequenz auf seinen Fehler, der ihm anders so nicht bewusst geworden wäre. Oder anders ausgedrückt: Manche lernen's nur auf die harte Tour. :nono


    Ich denke, auch für Joana ist die Entwicklung von Christina wichtig, zeigt es ihr doch, wozu Nicholas fähig ist und wie froh sie sein kann, dass er sie liebt und verschont. Vielleicht war ja Christina mal genau wie sie, sie wird ja als Mensch mit starken Gefühlen, der Grund, weshalb sie Nicholas reizte. Ich bin mir nicht mehr sicher - hatten sie mal eine Liebesbeziehung?
    Aber dass sie die Serienkillerin ist, war mir auch ein bisschen zu viel.

  • Sabine_D :


    doch, es wurde doch schon relativ am Anfang der Hamburg-Ripper erwähnt, der seine Opfer ersticht.


    Ich hab das Buch jetzt nicht hier, aber ist das nicht auch der Grund, warum Jo am Anfang anhält, um evtl einen Angriff des Rippers zu verhindern und damit Nicholas kennenlernt?

    Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben.
    Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz. (Voltaire)

  • Zitat

    Original von grottenolm
    Sabine_D :


    doch, es wurde doch schon relativ am Anfang der Hamburg-Ripper erwähnt, der seine Opfer ersticht.


    Ich hab das Buch jetzt nicht hier, aber ist das nicht auch der Grund, warum Jo am Anfang anhält, um evtl einen Angriff des Rippers zu verhindern und damit Nicholas kennenlernt?


    Genau so ist es. Joana geht kehrt extra mit dem Taxi um, weil sie gesehen hat, wie ein Mann Nicholas, den sie da noch nicht kennt, folgt. Und es wird zwischendurch erwähnt, wenn ein neues Opfer gefunden wurde.

  • Zitat

    Original von Clare


    Ich denke, auch für Joana ist die Entwicklung von Christina wichtig, zeigt es ihr doch, wozu Nicholas fähig ist und wie froh sie sein kann, dass er sie liebt und verschont. Vielleicht war ja Christina mal genau wie sie, sie wird ja als Mensch mit starken Gefühlen, der Grund, weshalb sie Nicholas reizte. Ich bin mir nicht mehr sicher - hatten sie mal eine Liebesbeziehung?


    Du hast recht.
    Liebesbeziehung wäre zu viel. Sie hatten Sex.


    Zitat

    Original von Clare
    Aber dass sie die Serienkillerin ist, war mir auch ein bisschen zu viel.


    Ich merke mir mal, dass es einigen von euch too much war. Ist halt auch immer ein kleiner Eiertanz ... Unererwartetes einzubauen, es dabei aber auch nicht zu übertreiben.
    Da es mein erster Roman war, dachte ich mir: "Hau alles rein was geht. Nur nicht langweilen, sonst gucken die Leser kein zweites Buch mehr von dir an."
    Letztlich hing natürlich auch viel Plot an der Killerin ... Joana hätte im anderen Fall Nicholas nicht verraten, die Clerica wären nicht aufgetaucht und Nicholas hätte keine Chance gegen den Whiro gehabt. D.h. das wäre alles anders abgelaufen.
    Fragt mich bitte nicht wie :lache


    Was den Killer betrifft habt ihr recht, der wird einmal ausführlicher erwähnt (Ben und Joana reden über den Zeitungsartikel) und noch einmal kurz, als Joana zurück nach Hamburg kommt.

  • Im ersten Abschnitt stand gerade, und ich wollte nicht so viel spoilern:


    Zitat

    Original von Suzann
    ...Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, besonders in diesem Genre, oft schon nach den ersten Seiten erkennen kann, ob einen das Buch gefallen wird oder nicht. Die beschriebene Szene hat Humor, eigene Ideen (Verhältnis von Weihwasser und Dämonen) und fürchtet sich nicht, ein wenig anzuecken. Sprich, ich fand den Anfang sehr vielversprechend und er hat gehalten, was er versprochen hat. Ich hab das Buch gestern noch beendet und den Showdown sogar zweimal lesen müssen, weil ich vor lauter Spannung die Handlung nur so überflogen habe und irgendwann nicht mehr mitkam :rofl
    Ich freu mich auf Teil 2 :wave



    Diese Szene in der Kirche gleich am Anfang war für mich ein Punkt, an dem ich dachte : Na, du kannst das Buch nach der LR ja gleich verkaufen...". Ich wusste nicht, wie es noch weiter gehen wird, und dass gleich am Anfang ein Priester ausgesaugt (bildlich) wird, hat mich schon ein bisschen abgeschreckt. Da dachte ich noch, dass das nicht ohne Grund mein erster Dämonenroman ist. Hat sich ja dann nicht bestätigt.


    Ich bin, obwohl mir das Buch wirklich gut gefallen hat, immernoch nicht sicher, ob diese ganze Luzifer - Geschichte mir nicht zu viel werden wird. Sorry !

    - Freiheit, die den Himmel streift -

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