Die Spur des Fuchses - Andrea Camilleri

  • Verlag: Bastei Lübbe


    Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    OT: La pista di sabbia
    Übersetzt von Moshe Kahn


    Kurzbeschreibung:
    Hat Commissario Montalbano womöglich seherische Fähigkeiten? Kaum ist er aus einem bizarren Traum von einem Pferd erwacht, als er beim morgendlichen Blick aus dem Fenster tatsächlich ein Pferd am Strand liegen sieht, das dort qualvoll
    verendet ist. Kurz darauf ist das Tier spurlos verschwunden. Wenig später erhält er Besuch von Rachele Estermann, einer erfolgreichen Turnierreiterin, deren Rennpferd gestohlen wurde. Und das, obwohl es bei dem mächtigen Züchter Lo Duca
    untergebracht war, der immerhin Schutz von höchster Stelle genießt. Wie Montalbanos Nachforschungen ergeben, hat Lo Duca einiges zu verbergen, nicht zuletzt den mysteriösen Tod eines seiner Stallburschen. Doch ehe der Commissario hinter Lo
    Ducas dunkles Geheimnis kommt, gilt es herauszufinden, welche Rolle die sphinxhafte Rachele in dem mörderischen Verwirrspiel hat


    Über den Autor:
    Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Seine historischen Romane und Krimis lösten in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Camilleri-Fieber aus und stürmten sämtliche vorderen Pätze auf den italienischen Bestseller-Listen. Camilleris Hauptfigur, Commissario Salvo Montalbano, gilt inzwischen weltweit als Inbegriff sizilianischer Lebensart und einfallsreicher Kriminalistik. Andrea Camilleri ist verheiratet, hat drei Töchter, vier Enkel und lebt in Rom.


    Meine Meinung
    Commissario Montalbano extrovertiertrer Charakter prägt das Buch. Es gibt einen Kriminalfall, den Montalbano sogar selbst entdeckt hat. Er findet ein Pferd, das grausam misshandelt und getötet wurde. Das ist eine Tat, die ihn richtig sauer macht.
    Die Besitzerin des Pferdes meldet sich bei ihm, Rachele vermisst ihr Pferd. Zufälligerweise ist sie eine Freundin von Montalbanos Freundin Ingrid und sie wirkt auf Montalbano sehr attraktiv.
    Das ergibt spannende Szene mit Montalbano als Liebesobjekt zwischen zwei selbstbewussten Frauen.


    Wie zu erwarten war, versteht sich Montalban in dem Buch gut mit den Damen, er speist gut (auch mal exotische Kost wie Babykraken und Tintenfisch in Orangenmarinade, er trinkt viel (meist Whisky) und ist ansonsten damit beschäftigt, cool zu sein.
    Es bleibt aber trotzdem noch Zeit, nach ausgiebigen Essen auch mal einen guten Roman aus Schweden zu lesen, mit einem Kommissar Beck als Hauptfigur!!
    Die Figur wirkt ziemlich übertrieben, aber das stört nicht.


    Die teilweise ironischen Dialoge sind gut gelungen und passen auch zu der Atmosphäre voller italienischer Lebensweise, die Camilleri gekonnt aufbaut, z.B. durch die Restaurantbesuche oder durch die Mückenschwärme, die auftauchen, wenn abends das Licht eingeschaltet wird und die Hitze drückt.


    Als bei Montalbanos Haus eingebrochen wird, ist der Fall noch persönlicher und es führt vielleicht in die Welt der Pferderennen und Wettbüros. Auch auf Mord wird nicht verzichtet!
    Der Roman gefällt mir aber besonders, da der Krimianteil relativ gering ist.

  • Zitat

    Original von Herr Palomar
    Der Roman gefällt mir aber besonders, da der Krimianteil relativ gering ist.


    :lache Ich hätte jetzt eigentlich sagen wollen: Endlich wieder ein Camilleri, in dem der Krimi-Anteil wieder spürbar höher ist!


    Vor allem im Vergleich zum Vorgänger - "Die Flügel der Sphinx" - rücken Montalbanos persönlichen Zwiespälte angesichts der persönlichen Note, die die Vewicklungen des Falles annehmen, wieder in den Hintergrund. Zum Glück! Zwar gibt es auch hier die "zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust"-Dialoge zwischen Montalbano eins und zwei, aber sie sind nicht so raumfüllend, dass dabei die Krimihandlung aus dem Visier des Lesers (und des Commissarios!) gerät.
    Die Geschichte um das zu Tode gequälte Pferd ist originell und mit unerwarteten Verwicklungen erzählt, Camilleris Stil beinahe puristisch. Es findet sich keine überflüssige Zeile in den knappen Dialogen und Beschreibungen.


    Fazit: Montalbano mag noch nicht wieder richtig in der Spur liegen, Camilleri ist es jedenfalls. An den "Dieb der süßen Dinge" reicht es noch nicht ganz heran, aber es macht Spaß, "Die Spur des Fuchses" zu lesen. 7 von 10 Punkten.

  • ohje, ich sehe gerade bei meiner "Inventur" meiner Camilleris zu diesem Buch gar nicht meine Meinung geschrieben habe, obwohl ich das Buch im Sommer gelesen haben.


    Allerdings muss ich sagen, dass es mir nicht so stark in Erinnerung geblieben ist. In bookcook hatte ich es nur mit "Delight", also mit 3 von 5 Sternen bewertet. Dh, es war wohl nicht schlecht, kommt aber andie wirklich guten Fälle nicht so recht ran.