Zahnspange - wer kennt sich mit Kieferorthopädie aus?

  • Hallo liebe Büchereulen,


    kennt sich jemand von Euch mit Kieferorthopädie aus? Die Tochter einer Freundin soll eine Zahnspange bekommen. Dafür fallen Mehrkosten von 1.850 EUR an, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.


    Kann mir jemand das Fachchinesisch erklären und anhand des Behandlungsplanes sagen, ob und welche Zusatzleistungen bzw. Mehrkosten gerechtfertigt sind oder worauf man evtl. verzichten könnte?


    Die 1.850 EUR kann sie bei ihrer Einkommenssituation eigentlich nicht mal in den geplanten monatlichen Raten von 40 EUR abstottern …


    Vielen Dank für Eure Hilfe!


    Gruß Ida



    Befund:
    schmale apikale Basis
    koronaler Engstand mit Labialabstand 12, 22
    Protrusion der Frontzähne
    Platzmangel für 13, 23
    ausgeprägte Speesche Kurve
    Lücken im unteren Zahnbogen
    Infraposition der Frontzähne
    knapper frontaler Überbiss
    Distalbiss re/li ½ PB



    geplant ist eine Behandlung mit folgenden Behandlungszielen:
    Extrusion der OK-Frontzähne
    transversale Erweiterung des oberen Zahnbogens
    Extraktion 14, 24, 34, 44
    Einordnen 13, 23, 33, 43
    Retrusion der OK-Frontzähne
    Distalisierung der Molaren soweit ein unzureichendes UK-Wachstum dies erforderlich macht
    Abflachen der Speeschen Kurve im UK
    Lückenschluss
    Extrusion der UK-Frontzähne
    Retrusion der UK-Frontzähne
    Vorverlagerung des Unterkiefers
    Einstellung der Neutralokklusion
    Bisssenkung


    Es kommen superelastische Bogenmaterialien, hygienefähige reibungsarme Brackets, 6 Keramikbrackets, Versiegelungen des Bracketumfelds, Reinigungen der festsitzenden Apparatur und Auftragen von Cervitek sowie ein Kleberetainer im Oberkiefer zum Einsatz.

  • Ich habe fast 10 Jahre bei Kieferorthopäden gearbeitet, allerdings in der Schweiz.


    Wenn Deine Freundin unsicher ist, soll sie sich eine Zweitmeinung einholen!
    Wichtig ist zu wissen, wie alt ist die Tochter? Weil zu früh beginnen mit Zahnspangen ist in den meisten Fällen schlecht, so fallen nämlich auf Dauer mehr Kosten an.
    Ansonsten sieht der Behandlungsplan auf den ersten Blick für mich eigentlich i.O aus. Ist natürlich schwierig, wenn ich das Gebiss nicht sehe ;-)
    Was sicher billiger kommen würde, wenn man anstelle der 6 Keramikbracktes normale Metallbrackets verwenden würde, aber das sieht dann halt weniger schön aus.


    Edit:
    Ich hab grad Dein Post nochmals gelesen. Mehrkosten die nicht von der Kasse übernommen werden sind in der Schweiz vor allem der Zahntechniker und die Materialien, sprich Brackets, etc., aber das braucht es ja beides für die Behandlung, aber ich kann Dir natürlich nicht sagen, ob das bei Euch in DE auch so ist.

  • Hm... ich finde das relativ wenig...
    Ich hatte zwei Jahre eine feste Zahnspange und mehrere Jahre eine für nachts, also eine lose Spange. Ich hab jetzt grad mal nachgesehen in den alten Rechnungen, meine Eltern haben für meine Zähne damals über die Jahre hinweg satte 8000 DM ausgegeben.


    Was genau da jetzt noch einzusparen wäre, kann ich dir auch nicht sagen. Aber ich weiß, daß es auf jeden Fall gewisse Hilfen vom Staat für extreme Fälle gibt. Da kann einem aber sicherlich der Zahnarzt weiterhelfen, bzw. eine Familienberatungsstelle oder auch das Sozialamt.


    Eine zweite Meinung oder ein zweites Angebot kann man sich auch bei Ärzten einholen, warum also nicht mal schauen, ob es woanders günstiger ist und den Arzt ruhig daraufhinweisen, daß man eventuell Probleme hat, die Rechnung zu begleichen, der ein oder andere sozialeingestellte Arzt, hat da sehr kreative und trotzdem noch legale Alternativen...

    Ich bin jedenfalls sehr froh, daß meine Eltern die Kosten damals nicht gescheut haben, himmel hatte ich Hasenzähne... die sind glücklicherweise ein wenig gezähmt und begradigt worden.

  • Hallo Faraday,
    danke für Deine Einschätzung. Das Mädchen ist 13 und braucht aus meiner Sicht wirklich eine Zahnspange. Einige Zähne haben gar keinen Platz im Mund und stehen kreuz und quer. Deshalb übernimmt auch die Krankenkasse die Standardleistungen. Mit 13 ist es doch bestimmt nicht zu früh?


    Hallo Babyjane,
    8.000 DM :wow
    Für meine Freundin sind die 1.850 EUR unermesslich viel. Danke für den Tip mit dem Sozialamt, habe gleich mal ein bisschen recherchiert. Wenn, dann gibt das Amt wohl ein zinsloses Darlehen für die 20%, die man erst mal selber zahlen muss und nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse zurückbekommt. Mit der Übernahme von Zusatzkosten sieht es scheinbar schlecht aus. Und besonders ärgerlich: Die Freundin hat dem Doc schon was unterschrieben ... :bonk


    Gruß Ida

  • Hallo Ida,


    das was du hier aufgeführt hast, sind die ganz normalen zusätzlichen Kosten, die zu tragen sind. Die Zusatz("Kosmetik")leistungen tragen auch ein kleines Sümmchen dabei. Es ist nunmal inzwischen so, dass man beim ZA und KfO nur noch die notwendigen Dinge erstattet bzw. teilerstattet bekommt. Die von dir aufgeführten Keramikbrackets, wird deine Freundin z.B. nicht zurückerstattet bekommen.
    Eine Zurückerstattung, findet auch NUR dann statt, wenn das Kind die vorgegeben Hygienemaßnahmen und Termine einhält. Sollte das ganze verschlunzt werden, bricht ein KfO auch schon mal die Behandlung ab und der Patient- die Eltern, bleiben auf alle bisher angefallenen Kosten sitzen.

  • Zitat

    Original von Ida
    Hallo Faraday,
    danke für Deine Einschätzung. Das Mädchen ist 13 und braucht aus meiner Sicht wirklich eine Zahnspange. Einige Zähne haben gar keinen Platz im Mund und stehen kreuz und quer. Deshalb übernimmt auch die Krankenkasse die Standardleistungen. Mit 13 ist es doch bestimmt nicht zu früh?
    ...
    Gruß Ida


    13 ist ein gutes Alter dafür.

  • Hallo Dany,
    man bekommt nur die notwendigen Dinge erstattet - aber "Reinigungen der festsitzenden Apparatur" gehören nicht dazu? :gruebel Die Krankenkasse bevorzugt es wohl, später die - dann notwendigen - Kariesbehandlungen zu bezahlen ...
    Trotzdem danke für Deine Antwort!


    Gruß Ida