Klappentext
Am Ende des Buches EAT, PRAY, LOVE verliebt sich Elizabeth Gilbert auf Bali in den Brasilianer Felipe. Sie schwören sich ewige Treue, aber zugleich versprechen sie sich nie, nie, unter keinen Umständen zu heiraten: Beide haben traumatische Scheidungen hinter sich. Die amerikanischen Grenzbehörden machen ihnen allerdings einen Strich durch die Rechnung: Felipe darf nicht mehr einreisen, außer – sie geben sich das Jawort. Verurteilt zur Eheschließung, beginnt Elizabeth Gilbert über das Heiraten nachzudenken und ihre Zweifel zu hinterfragen. In vielen geistreichen und sehr persönlichen Betrachtungen über die Ehe erkennen wir uns alle wieder, egal ob Single, verheiratet oder geschieden.
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Interessanterweise begann Elizabeth Gilbert ihre schriftstellerische Karriere mit "Maennerliteratur". Artikel in GQ und Esquire, sowie ihre Kurzgeschichten wurden in erster Linie von Maennern gelesen. Das aenderte sich mit Eat, Pray, Love, das nun als ChickLit gehandelt wird und ihr einen Bestseller erster Klasse lieferte.
Meine Meinung
Committed scheint dem Klappentext nach eine Fortsetzung von Eat, Pray, Love zu sein, doch wer genau das erwartet mag enttaeuscht werden. Die Liebesgeschichte von Elizabeth und Felipe bietet nur einen sehr lockeren Rahmen fuer diverse Gedanken zum Thema Ehe. Ueber die beiden zum heiraten verurteilten erfahren wir wenig, umso mehr ueber Traditionen und Geschichte der Ehe in unterschiedlichen Kulturen der Welt.
Das kann durchaus interessant sein. Denn die den meisten Leser(inne)n gaengige Vorstellung einer Ehe als Liebesversprechen ist sicherlich nicht die einzige und vielen Menschen in anderen Kulturkreisen absolut unverstaendlich. Gilbert interviewt auf ihren Reisen vor allem Frauen in Asien zum Thema. Sie beleuchtet aber durchaus auch Literatur aus anderen Kulturen und aus der Geschichte - ohne dabei auch nur annaehernd einen Anspruch der Vollstaendigkeit zu erheben. Sie betont genau das immer wieder - und nervt mich damit nach dem 3. oder 4. Mal ...
Vieles davon war mir schon bekannt, aber es kommen auch immer wieder kleine Einschuebe, die mich erstaunten und zum Nachdenken brachten. Die Ehe im Laufe der christlichen Geschichte hat da auch so einige Wandlungen durchgemacht. Wer haette z.B. denn schon gewusst, dass die fruehen Christen eigentlich gar nicht heiraten sollten, da man schliesslich die Christenheit durch Missionieren vergroessern wollte. Heirat und Babys wurden dazu offiziel nicht gebraucht.
Leider werden viele dieser doch sehr wissenswerten und oftmals recht witzig vorgetragenen Gedanken einfach so hingeschrieben, ohne dass dabei ein roter Faden erkennbar ist, der sie miteinander verbindet. Mir fiel es sehr sehr schwer weiterzulesen und mich nicht in vielen Einzelheiten hier und da zu verlieren. Es haette dem Buch gut getan etwas straffer durchstrukturiert zu werden. Die Kapitel haben zwar ihre Ueberschriften, aber Zusammenhaenge waren fuer mich dennoch nicht erkennbar.
Das Resultat fuer mich war dadurch, dass ich kaum was von den doch eigentlich sehr interessanten Argumenten behalten konnte. Waere da nicht der wirklich gute Sinn fuer Humor der Autorin, der immer mal wieder aufblitzte, so haette ich das Buch nicht bis zum Ende lesen koennen. Schade eigentlich, denn es hat schon so einiges zu sagen.
Fazit: Ein ganz anderes Buch als Eat, Pray, Love, doch wiederum mit einer guten Prise Humor und (Selbst)Ironie. Doch leider fehlt dem Buch der rote Faden, der Fakten und Gedanken miteinander verbinden und ihnen Sinn geben koennte. Eine vergebene Chance, da haette man mehr raus machen koennen.