'Sterne über Sansibar' - Seiten 141 - 212

  • So mich gibt es auch noch.
    Leider liege ich schwer zurück, was teils an einem mehrtägigen Workshop mit meiner Abteilung lag, bei dem ich sehr wenig Freizeit hatte und folglich nicht viel Zeit für "Sterne über Sansibar", teils lag es dann anschließend daran, dass ich etwas Probleme mit dem Internet hatte.


    Ich finde diesen Abschnitt sehr schön.
    Wie immer sind die Personenbeschreibungen (z. B. bei der Betreuung der Kinder der Feldarbeiterinnnen) sehr gut getroffen, als auch die Beschreibungen von Kisimbani und Bububu. Bei Bububu konnte ich förmlich die salzige Meeresluft riechen und hatte den Strand vor Augen und konnte den Verlust, als sie es wieder abgeben musste, nachempfinden. Das Kennenlernen von Salima und Heinrich fand ich auch sehr dezent und passend und trotzdem hatten verschiedene Personen etwas gegen die nächtlichen Unterhaltungen der Beide.


    Sie habe sich dann ja aber trotzdem gefunden, was mich sehr gefreut und beruhigt hat.


    Viele Grüße

  • Ich hatte Dich schon vermisst, Sabine, schön, wieder von Dir zu lesen! :knuddel1


    In diesem Teil des Buches habe ich mich beim Schreiben des Buches auch sehr wohlgefühlt, das waren Szenerien, in denen ich selbst so richtig schwelgen konnte. :-)


    Zitat

    Original von Sabine Sorg
    Das Kennenlernen von Salima und Heinrich fand ich auch sehr dezent und passend und trotzdem hatten verschiedene Personen etwas gegen die nächtlichen Unterhaltungen der Beide.


    Sie habe sich dann ja aber trotzdem gefunden, was mich sehr gefreut und beruhigt hat.


    Ich hatte bei der Recherche den Eindruck, dass das tatsächlich sehr kleinliche Getuschel in der Stadt Salima - die ja schon immer einen Hang zur Trotzigkeit hatte - erst recht dazu angestachelt hat, so zu handeln - sozusagen diese Möglichkeit, das Glück zu finden, mit beiden Händen zu packen.

  • [quote]Original von Nicole


    In diesem Teil des Buches habe ich mich beim Schreiben des Buches auch sehr wohlgefühlt, das waren Szenerien, in denen ich selbst so richtig schwelgen konnte. :-)


    Hallo Nicole,


    dieses "wohlfühlen" bekommt man als Leser so richtig vermittelt - also mir geht es zumindest so - da ich mir nicht nur die Personen und Schauplätze vorstellen kann, sondern auch die Empfindungen. Was ich damit sagen will ich empfinde "mit" Salima Freude, Wut, Zorn einfach alles. :anbet


    Einen schönen Samstagabend wünsche ich Dir noch.


    Viele Grüße :wave


  • Ich finde die Szene auch perfekt so beschrieben. Details wären fehl am Platze gewesen und absolut unnötig. So wissen wir doch alle, was passiert ist und zwar genau so viel wie uns in diesem Fall zu wissen zusteht.


    Ich fand diesen Teil des Buches auch sehr schön und es ist ja auch wieder viel passiert! Salima wird zur Frau und entdeckt das "reale Leben", welches sich ihr sicherlich nicht so offenbart hätte, würde der Sultan noch leben oder hätte er noch ein paar Monate länger gelebt.


    Toll, wie sie sich auf Kisimbani macht. Scheint ihr wirklich gut zu gehen - auch wenn sie trotzdem manchmal einsam ist. Außerdem fehlt ihr das Meer und ich habe mich sehr für sie gefreut, als sie Bububu gefunden hat. Toll, wie Du das wieder geschrieben hast, Nicole! Ich habe wirklich, wie scheinbar viele/alle von uns, den Sand zwischen den Zehen gespürt, die salzige Luft geschmeckt und das Meer rauschen hören...


    Zitat

    Original von streifi
    Auf Kisimbani und Bububu hatte ich das Gefühl, daß Salima endlich zu sich selbst gefunden hat


    Kisimbani alleine hat dafür nicht gereicht, aber beides - das war Salimas Welt. So zumindest habe ich das empfunden.


    Oh, oh... mit ihrem Verhältnis haben sich Salima und Heinrich bestimmt einige Probleme eingebrockt... Da wird jetzt keine einfache Zeit auf sie zukommen...

  • @ Sabine Sorg


    Zitat

    Original von Sabine Sorg
    dieses "wohlfühlen" bekommt man als Leser so richtig vermittelt - also mir geht es zumindest so - da ich mir nicht nur die Personen und Schauplätze vorstellen kann, sondern auch die Empfindungen. Was ich damit sagen will ich empfinde "mit" Salima Freude, Wut, Zorn einfach alles. :anbet


    Wie schön!
    Das ist beim Schreiben immer so meine stille Hoffnung: dass für den Leser so viel wie möglich an Sinneseindrücken und Emotionen buchstäblich "erlebbar" ist.


    Fang die Woche gut an! :wave


    @ Türmchen


    Zitat

    Original von Türmchen
    Salima wird zur Frau und entdeckt das "reale Leben", welches sich ihr sicherlich nicht so offenbart hätte, würde der Sultan noch leben oder hätte er noch ein paar Monate länger gelebt.


    Definitiv nicht - ihr Lebensweg wäre ein ganz anderer gewesen.
    Das war etwas, das mich an dieser Geschichte unglaublich fasziniert hat: wie so Stück um Stück die Weichen für Salimas Leben gestellt wurden, und wie sehr oft ein eigentlich kleiner Zufall ihr zum Schicksal wurde.


    Zitat

    Original von Türmchen
    Kisimbani alleine hat dafür nicht gereicht, aber beides - das war Salimas Welt. So zumindest habe ich das empfunden.


    Ja, das war ihre Welt, so richtig und ganz und gar. :-)

  • Hallo Nicole
    Auch mir hat dieser dritte Teil sehr gut gefallen :anbet
    und eigentlich wurde schon alles erwähnt, nur etwas möchte ich noch anfügen:
    Salima fragt Heinrich mal, ob er irgendwann zurückgehen werde nach Hamburg. Seine Antwort kommt nicht sofort, du hast sie wunderbar hinausgezögert, statt einer Antwort folgen all die Gedanken, die Heinrich innert kürzester Zeit durch den Kopf gehen. Wir lesen uns aber durch eine ganze Buchseite :-)

  • Zitat

    Original von milou
    Seine Antwort kommt nicht sofort, du hast sie wunderbar hinausgezögert, statt einer Antwort folgen all die Gedanken, die Heinrich innert kürzester Zeit durch den Kopf gehen. Wir lesen uns aber durch eine ganze Buchseite :-)


    Ja, das ist schon so ein besonderer Moment im Roman, zwischen den beiden - und da hatte ich das Gefühl, dem auch entsprechenden Raum geben zu müssen. :-)

  • Salima nimmt durch die Ereignisse und des sich Eingestehens ihrer schuldhaften Beteiligung an der Rebellion eine Entwicklung, die für ihr jugendliches Alter erstaunlich ist, aber ihr gut zu Gesicht steht. Schön, dass sie ihr Lachen nicht verlernt hat. Ihre Sorge für „ihre Leute“ nehme mich immer mehr für sie ein. Ihre Bemühungen um ihre Plantagen, die Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen einschließen, resultieren sicherlich auch aus ihrer Wißbegierde, ihrer Neugier, sind vielleicht auch Frucht aus den Ausritten mit Majid und Hamdan, bei denen sie viel von der Insel, auch und erst recht das Elend, gesehen hat. So etwas beiseite zu schieben, dazu bedarf es schon einer Kaltschnäuzigkeit, die Salima meiner Meinung nach nicht besitzt.


    Erstaunlich finde ich auch in diesem Abschnitt wieder, welche Freiheiten/Rechte Frauen in dieser Kultur zu jener Zeit hatten. Salima führt einen eigenen Haushalt, leitet Plantagen, mietet sich ein Haus. In der westlichen/christlichen Kultur kannte man lange Zeit den Vormund, der für junge Damen aus besserem Haus die Entscheidungen traf und nicht immer zu deren Wohl handelte.


    Seite 164: Das Feuerwerk und Salimas Glücksgefühl darüber – diese kleinen Einsprengsel machen für mich das Buch noch einmal so lesenswert. Es sind auch gerade diese kleinen Gesten und Gedanken, die ihre Kontur immer mehr schärfen.


    Seite 168 u. a.: In gewisser Weise dauert mich Majid. Vermutlich will er nicht wirklich für oder gegen Salima entscheiden, muss es aber der Staatsräson wegen. Im Grunde genommen, so scheint mir, sei er als Herrscher nicht unbedingt die erste Wahl.


    Seite 182: Die Beschreibung der Abendgesellschaft aus Salimas Sicht finde ich einfach wunderbar. Unsereins ist einfach durch Bild und Ton zu sehr mit aller Welt „vertraut“, um sich eine wirkliche Vorstellung davon machen zu können, welche Wirkung fremde Menschen, fremdes Kulturgut auf die jeweils Einheimischen hatte. Auch die Art und Weise, wie der Name Heinrich auf Salima wirkt, finde ich überaus interessant. Ob sich das im Umkehrschluss auf die für mich so fremden Namen anwenden lässt?

  • Zitat

    Original von Lipperin
    Erstaunlich finde ich auch in diesem Abschnitt wieder, welche Freiheiten/Rechte Frauen in dieser Kultur zu jener Zeit hatten. Salima führt einen eigenen Haushalt, leitet Plantagen, mietet sich ein Haus. In der westlichen/christlichen Kultur kannte man lange Zeit den Vormund, der für junge Damen aus besserem Haus die Entscheidungen traf und nicht immer zu deren Wohl handelte.


    Ich habe mir oft vorgestellt, wie Salimas Leben ausgesehen hätte, wäre sie zur selben Zeit als Tochter eines europäischen Fürsten oder Königs zur Welt gekommen, und ich kam auch zum selben Ergebnis: nicht halb so frei, nicht halb so eigenständig.


    Zitat

    Original von Lipperin
    Seite 164: Das Feuerwerk und Salimas Glücksgefühl darüber – diese kleinen Einsprengsel machen für mich das Buch noch einmal so lesenswert. Es sind auch gerade diese kleinen Gesten und Gedanken, die ihre Kontur immer mehr schärfen.


    Das freut mich so, dass diese Szene so auf Dich wirkt; in ihren Aufzeichnungen war es nur eine kleine Erwähnung, dass sie Feuerwerk liebte und Jamshid ihr damit eine Freude machen wollte - aber ich dachte: das mus sich unbedingt ausführlicher erzählen!


    Zitat

    Original von Lipperin
    Seite 168 u. a.: In gewisser Weise dauert mich Majid. Vermutlich will er nicht wirklich für oder gegen Salima entscheiden, muss es aber der Staatsräson wegen. Im Grunde genommen, so scheint mir, sei er als Herrscher nicht unbedingt die erste Wahl.


    So gerne ich Majid mag: ich fürchte, Du hast recht; er war letztlich sicher zu weich und dadurch zu leicht beeinflussbar als Herrscher. Anders als sein Vater, der zwar sozial eingestellt war und Kompromisse einging, aber durchaus hart durchgreifen konnte, wenn es erforderlich war.


    Zitat

    Original von Lipperin
    Seite 182: Die Beschreibung der Abendgesellschaft aus Salimas Sicht finde ich einfach wunderbar. Unsereins ist einfach durch Bild und Ton zu sehr mit aller Welt „vertraut“, um sich eine wirkliche Vorstellung davon machen zu können, welche Wirkung fremde Menschen, fremdes Kulturgut auf die jeweils Einheimischen hatte.


    Das kann man sich heute wirklich nur sehr schwer vorstellen: wir haben heute tatsächlich zumindest immer eine ganz grobe Vorstellung auch vom entlegensten Winkel dieser Erde - oder können uns zumindest recht mühelos eine davon verschaffen. So gar nichts darüber zu wissen - da bin ich beim Schreiben ziemlich an die Grenzen meiner Vorstellungskraft gestoßen.