Kurzbeschreibung
Der beeindruckende Weg eines Jungen aus dem Salzkammergut, der über London und Rom seinen Weg nach Hollywood findet und durch seine Filmrollen unvergeßlich geworden ist. Helmut Berger kannte und kennt sie alle: Romy Schneider, Liz Taylor, Mick Jagger, Burt Lancaster, Catherine Deneuve, Silvana Mangano und natürlich Luchino Visconti, den großen italienischen Regisseur.
Dies ist seine Geschichte. Ein Leben im Rausch der wilden Siebziger inmitten der Filmstars, des Jet-sets und des europäischen Hochadels.
Der Autor --->KLICK
Eigene Meinung
Kürzlich gab es im TV eine Sendung über die 60er-Jahre, Thomas Gottschalk hat sie moderiert. Irgendwann kam dann ein uralter, dicklicher und offensichtlich schwerkranker Mann rein, der sich kaum mehr auf den Beinen halten konnte. Gottschalk begrüsste ihn, es fiel der Name: Helmut Berger.
Ich dachte, ich hätte mich doch sicher verhört… suchte in diesem aufgedunsenen Gesicht nach irgendetwas, was mich an Helmut Berger erinnern könnte. Doch ich fand nichts mehr, überhaupt nichts mehr von seiner einstigen Schönheit. (Die eine und andere Zeitung nannte ihn damals den schönsten Mann der Welt).
Ich war schon recht betroffen von diesem durch Alkohol (vielleicht auch zusätzlich noch von anderen Drogen) zerstörten Gesicht, von der fahrigen, unsicheren, eigenartigen Gestik seiner Hände, und vor allem auch, dass er kaum mehr einen zusammenhängenden Satz zustande brachte. Dieser Helmut Berger, der einst in seiner Filmrolle als König Ludwig II. - die Darstellung vom jugendlichen bis zum gealterten König - so eine grossartige, beeindruckende schauspielerische Leistung abgeliefert hat.
Es stellt sich in diesem Zusammenhang doch auch die Frage, ob sowas überhaupt in Ordnung ist, diese öffentliche "Zurschaustellung".....
Darauf hin habe ich in meinen Bücherregalen sofort nach Bergers Autobiografie gesucht, die ich vor einigen Jahren mal gelesen habe, habe auch im I-Net rumgestöbert nach weiteren Informationen über sein weiteres Leben.
Nun habe ich dieses Buch nochmals recht aufmerksam duchgelesen, und finde darin einiges was auf eine psychiche Instabilität hinweist, und bereits schon Ansätze einer gewissen „Verwirrtheit“. Klare Einsichten wechseln sich ab mit hochgegriffenen Selbstüberschätzungen. Manches scheint mir auch gehörig geflunkert zu sein.
Es ist 1998 herausgegeben worden, demzufolge hat er es im Alter von 50 Jahren (plus/minus) niedergeschrieben.
Und jetzt, so im Nachhinein, mit dem Wissen darum, was aus diesem einst so lebenslustigen, mit grossem schauspielerischem Talent gesegneten Mann geworden ist, dem praktisch die ganze Welt zu Füssen lag, ist diese Autobiografie für mich wie eine Art Dokumentation darüber, wie das alles seinen Anfang nahm mit seinem beruflichen, gesellschaflichen und gesundheitlichen Abstieg. Vermutlich hat er - auch aufgrund seiner sowieso etwas labilen Persönlichkeitsstruktur - den schnellen Erfolg nicht verkraftet.
Etwas was Helmut Berger wohl nie überwinden konnte, das war der Tod von Luchino Visconti, jener Regisseur der Bergers Talent erkannte und ihm zu ein paar Glanzleistungen verholfen hat, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Nebst jenen Leitungen mit Visconti zusammen gibt es glaubs nicht mehr viel Bemerkenswertes….
Visconti war nicht nur sein beruflicher Förderer. Berger war auch über ein Jahrzehnt Viscontis Lebenspartner. Visconti führte ihn ein in die „höhere Gesellschaft“, bot ihm jeden erdenklichen Luxus… liess ihm aber auch die Freiheit, seine Bisexualität auszuleben.
Ich kann mich noch recht gut an jene Zeiten in den 70er-Jahren erinnern, da gab es immer wieder irgendwelche Schlagzeilen in den Zeitungen über Bergers skandalträchtige Eskapaden, von demolierten Bars, von Rauswürfen aus Hotels, Fotos vom Verrichten seiner Notdurft in der Oeffentlichkeit und dergleichen mehr.
Auf vielen Fotos war er in Begleitung schöner und berühmter Frauen: Bianca Jagger, Virna Lisi, Florinda Bolkan, Britt Ekland, Marisa Berenson, und und und…..
Und heute?....Ob er sich überhaupt noch an frühere Zeiten erinnern kann? An die Zeiten des Ruhms, der durchfeierten Nächte in den nobelsten Bars in hochkarätiger Gesellschaft? An die durchliebten Nächte in den Armen attraktiver Frauen und Männer? An jene Jahre der Geborgenheit, die er durch die Liebe und das verzeihende Verständnis Viscontis erfahren durfte?......
Diese Autobiografie ist kein literarischer Höhenflug, aber in einer ganz eigenen Weise verblüffend authentisch, auch wenn man hinter manche Aussagen Fragezeichen setzen muss, oder vielleicht gerade deswegen….
Ich habe gerade festgestellt, die Preise für diese Autobiografie sind ja ins Unermessliche gestiegen.
Edit: Text noch bisschen ergänzt.