Titel: Wilner Getto 1941-1944
Autor: Abraham Sutzkever
Verlag: Ammann Verlag Zürich
Erschienen: Juni 2009
Seitenzahl: 266
ISBN-10: 3250105309
ISBN-13: 978-3250105305
Preis: 22.95 EUR
Abraham Sutzkever wurde 1913 in Smorgon geboren. 1920 kam er mit seiner Familie nach Wilne, wo er das polnisch-jüdische Gymnasium besuchte. Ab 1934 gehörte er zu den bekanntesten jüdischen Dichtern. Sein erster Gedichtband erschien 1937.
1941 wurde in Wilne ein Getto errichtet. Die Mutter des Autors und sein erstgeborener Sohn wurden ermordet. 1942 entfloh Sutzkever aus dem Getto und schloss sich den Partisanen an. Ab 1944 berichtete er aus Moskau von den Greueltaten der Nazis. Im Jahre 1947 wanderte er nach Palästina aus und lebt heute in Tel Aviv. Bekannt wurde Abraham Sutzkever auch als Herausgeber der jüdischen Literaturzeitschrift „Die goldene Kette“. Von 1948 bis 1995 fungierte er als Herausgeber.
Abraham Sutzkever berichtet in diesen autobiographischen Aufzeichnungen über seine Zeit im Getto der litauischen Stadt Wilne. Er berichtet teilweise sehr distanziert, aber gerade diese distanzierte Erzählweise macht das Grauen umso fürchterlicher. Man ist fassungslos anhand der geschilderten Grausamkeiten. Es gibt offensichtlich nichts, was Menschen, Menschen nicht antun würden. Trotz aller Verfolgung und Erniedrigungen haben die Menschen im Wilner Getto sich ihre Würde bewahrt. Kulturelle Veranstaltungen halfen dabei, das Grauen wenigstens für einen Moment zu vergessen. Im Getto wohnende ehemalige Lehrer und Hochschullehrer unterrichteten die Kinder und Jugendlichen, es gab Lesungen und Konzerte – und das alles unter der permanenten Bedrohung durch die deutschen Besatzer. Am Morgen wusste man nicht ob man am Abend noch am Leben sein würde.
Es ist eindrucksvolles und ein eindringliches Buch, es ist ein notwendiges Buch. Ein Buch das hoffentlich seinen Beitrag dazu leisten wird, dass diese Zeit niemals vergessen wird und immer Mahnung für die nachfolgenden Generationen ist.
Sehr lesenswert. Ein Buch das sehr, sehr nachdenklich stimmt.