Peter Truschner - Schlangenkind

  • Titel: Schlangenkind
    Autor: Peter Truschner
    Verlag: DTV
    Erschienen: Dezember 2004
    Seitenzahl: 176
    ISBN-10: 3423132477
    ISBN-13: 978-3423132473
    Preis: 9.50 EUR


    Der 1967 in Klagenfurt geboren Peter Truschner erzählt in diesem Buch über eine Kindheit, die zum Teil in der österreichischen Provinz und zum anderen Teil in Salzburg stattfand. Der Ich-Erzähler musste sich damit abfinden, dass der Vater das Weite suchte und die Mutter ihn anfangs auf den Bauernhof der Großeltern abschob. Hier ist sein schrulliger und egoistischer Großvater der eine ganz eigene Auffassung vom Leben hat. Und dann ist da auch die Großmutter die ganz für ihren Enkel lebt. Doch irgendwann holt ihn die Mutter zu sich nach Salzburg. Aber auch dort wird er zunächst einmal zu einer Tagesmutter abgeschoben, eine in katholischen Ritualen erstarrte Frau.


    Als Thomas Bernhard starb hat er nicht nur in der österreichischen Literatur eine riesige Lücke hinterlassen. Peter Truschner kann diese Lücke sicher nicht schließen, aber er trägt sicher mit diesem Buch dazu bei, diese Lücke ein wenig kleiner zu machen.


    Ob in diesem Buch autobiographische Erfahrungen verarbeitet wurden vermag ich nicht zu sagen, allerdings könnte man diesen Eindruck durchaus gewinnen. Der Autor beschreibt viele Dinge ebenso hautnah, als hätte er sie selbst erlebt und wüsste ganz genau, eben aus eigenem Erfahren, worüber er schreibt. Peter Truschner schreibt sehr intensiv, trotzdem scheint er dem Geschehen, eben auch als Ich-Erzähler, irgendwie distanziert gegenüber zu stehen. Aber gerade durch diese Distanz gewinnt dieses Buch eben an Intensität.


    Der TAGESSPIEGEL sagt zu diesem Buch:
    „Schlangenkind ist ein in jeder Hinsicht literarisches Erlebnis.“


    Dem kann man eigentlich nur uneingeschränkt zustimmen.


    Die handelnden Personen skizziert Peter Truschner ausreichend, wenn auch, fast möchte man sagen, wortkarg. Mit wenigen Strichen schafft er es die Konturen seiner Protagonisten gut sichtbar zu machen. Notwendiges wird aufgeschrieben, Überflüssiges wird weggelassen. Truschner ist ein ruhiger Erzähler, aber eben auch ein intensiver Erzähler. Ein lesenswertes Buch.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.