mit Benno Fürmann, Marie Bäumler, Thomas Kretschmann, Katja Riemann und v.a.
TIP: läuft heute, 16.3. in SAT1
Doku-Spiel über die Ausgründung einer Neo-DDR
Mecklenburg-Vorpommern in naher Zukunft: Terroristen manipulieren den Ölpreis. Sprit kostet über 4 Euro pro Liter, die Wirtschaft bricht mehr oder minder schlagartig zusammen und in Meck-Pomm stehen Landtagswahlen an.
Zwei Parteien streiten um die Macht: Die "NEUE Linke" ("Wir sind das Volk!") und die "DNS" (Deutsch National Sozial), alle anderen Parteien spielen dort keine Rolle mehr. Insofern scheint das Szenarion so unendlich science-fiction-abwegig nun auch wieder nicht.
Die Wirtschaftskrise führt zu Aufständen, Plünderungen und dem unaufhaltsamen Aufstieg gewaltbereiter politischer Extremparteien, von denen die NEUE LINKE (Slogan: Wir sind das Volk) als das kleinere Übel von der Bundesregierung über geheimdienstliche Kanäle protegiert wird. Eine Glanzrolle für Benno Fürmann.
Entsprechend gründet die Neue Linke nicht nur eine "Neue Nationale Volksarmee" und legt auch Kosten der Bundesregierung neue soziale Programme auf (um die DNS zu verhindern), sondern ist auch von Herzen gut, bodenständig, verwurzelt im Rostocker Fischereihafen, der Arbeiterklasse, familiär usw.
Die DNS hingegen wird vom ständig weiß gewandeten Finstermann, Hochkapitalisten, mafiotisch-charismatisch mit feinsten Marketingmethoden erbarmungslos regiert.
Eine diabolische Paraderolle, wie gesagt, des eindrucksvollen Benno Fürmann.
Überflüssigerweise hat Richters Regie nicht auf belehrende, aufklärerische Erweckungspädagogik verzichten können und erhebt allweil den mahnenden Zeigefinger in die rechte Richtung, wenn der O-Ton eines völlig unbekannten NPD-Granden mit O-Bildern marschierender Glatzen-Narren beweiskräftig vorgeführt wird.
Dabei klingt Benno Fürmanns Neofa-Milliardär meiner Ansicht nach extrem nach Oskar Lafontaine und Jürgen Möllemann, oder etwas zwischendrin. Kraftsprüche ala Berlusconi oder Jörg Haider sind nicht mal unterschwellig angedeutet.
Die Neue Linke mit ihrer basisnahen Herzenswärme, immer am Puls des einfachen Mannes, nimmt uns vollständig für sich ein und wir müssen uns als Zuschauer mit Leuten, die nicht nur optisch an Lothar Bisky und Hans Modrow erinnern identifizieren. Das macht eine aktive Auseinandersetzung virulent. Vielleicht kommt es zu "einstweiligen Verfügungen", poltischen Kleinskandälchen ... Würde dem Thema und den Gewinnaussichten des Films gut tun.
Alles in Allem: Politik ist doch irgendwie spannend, schwer durchschaubar und betrifft -ungefähr- etwa geschätzte 100% der Bevölkerung. Ein Gedankenspiel über eine neue DDR ist durchaus interessant.