Tad Williams: Das Geheimnis der großen Schwerter

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  • Ich habe jetzt 10 Monate mit dem Buch verbracht, weil ich es als Gute-Nacht-Hörbuch gehört habe und zwischendrin mal. Andreas Fröhlich liest es wirklich wie ein Märchen.


    Anfangs hatte ich sehr große Probleme ins Buch zu kommen, weil nicht nur z. B. die Monate anders benannt werden, sondern auch die Figuren zum Teil sehr seltsame Namen haben. Irgendwann im Laufe der vielen Stunden gewöhnt man sich aber daran. Das Erzähltempo ist sehr gemächlich bzw. geht der Autor teilweise sehr ins Detail. Mit schnell mal eben weg lesen bzw. hören ist also nicht. Aber das macht nichts. Die Geschichte ist so gut durchdacht, dass man irgendwann alles logisch findet, was dort passiert.


    Besonders geliebt habe ich Binerbick (ich habe keine Ahnung, ob er wirklich so geschrieben wird, da ich ja gehört habe), nicht nur, weil er so ein liebenswerter Troll ist, sondern auch, weil Andreas Fröhlich ihm einen leichten Akzent verleiht.


    Zum Inhalt brauche ich glaube ich nicht mehr viel zu sagen. Bald werde ich mich an Teil 2 machen und bestimmt auch wieder mehrere Monate brauchen. Mir fehlen die Figuren schon jetzt, obwohl ich es vor einer halben Stunde erst beendet habe.

  • Otherland war mein Einstieg für Tad Williams, schnell gefolgt von dem Blumenkrieg. Beides gefiel und gefällt mir großartig. In die epische Fantasy, wo Tad Williams seine Trilogie-Versprechen nicht einhalten kann und immer vier Bücher raus macht bin ich mit Shadowmarch eingetaucht, was mir von allem von ihm bisher am besten gefällt. Letztes Jahr habe ich dann bei eBay alle 4 Bücher der ursprünglichen Serie gefunden und dieses Jahr dann gelesen. Insgesamt war es eine Reise über fünf Monate. Es waren fünf Monate, in der ich das Eintauchen und das Lesen genossen haben. Auch wenn ich Osten Ard immer mal wieder verlassen musste, sei es durch Leserunden, sei es durch den Beruf bedingt, jedes Mal habe ich mich schnell wieder in dieser tollen Welt wiedergefunden. Doch die Frage bleibt für mich trotzdem noch offen - waren es hautpsächlich andere Einflüsse, dass ich mich teilweise mit dem Lesen schwergetan habe und teilweise 2 Wochen kaum bis gar nicht gelesen habe, oder war es doch eine gewisse Müdigkeit Osten Ard gegenüber? Vielleicht auch eine Mischung aus beidem.


    Williams ist dafür bekannt, ausschweifend zu schreiben, was mir grundsätzlich sehr gut gefällt. Er nimmt sich die Zeit, Charaktere einzuführen, die Welt zu beschreiben, Nebensächlichkeiten zu schildern. Es hat einen langsamen Anfang, aber auch den finde ich gut gelungen. Bei einem Werk in diesem Umfang ist es auch kaum anders möglich. Und durch diese Beschreibungen ist es mir erst möglich, so tief einzutauchen.

    An Buch 2 haben mich insbesondere 2 Charaktere gestört, und das nicht weil sie mir unsympathisch waren, sondern weil ich sie nicht gut dargestellt fand bzw. den Eindruck hatte, das hätte so nicht sein müssen. Beide Charaktere habe ich in Buch 3 aber direkt wieder lieb gewonnen und habe verstanden, warum er sie so erschaffen und beschrieben hat. Für den einen oder anderen Nebencharakter hätte ich mir mehr oder andere Entscheidungen oder Handlungsschwerpunkte gewünscht, aber gerade das ist doch auch das, was einen sehr guten Roman unterscheidbar macht - Die Charaktere sind so lebendig, dass ich sie nachvollziehen kann, aber mir auch andere Vorgehensweisen konsistent zur Handlung vorstellen könnte. Das auch Nebenfiguren genug mitbringen, das daraus ein eigenständiges Buch entwickelt werden könnte.


    Hier handelt es sich um ein tolles Werk der klassischen Fantasy, das Liebhaber des Genres sicherlich mögen werden. Es ist nicht innovativ, es bringt nicht unbedingt viel neues mit, aber es ist so gut umgesetzt. Da Seoman, Binabik, Aditu, Miriamele & Co eine relativ neue Entdeckung für mich sind, kann ich mich kommendes Jahr dann auch direkt an die neu erschienenen Fortsetzungen setzen.