OT: Wish
Über den Autor
Melina Gerosa Bellows ist Chefredakteurin des "National Geographic KIDS" und arbeitete, wie ihre Heldin Bella, als Gesellschaftskolumnistin für renommierte Zeitschriften und Magazine. Sie lebt mit ihrem Mann Keith und ihrer Katze Chiang Mai in Washington D.C. "Wunschgeflüster" ist ihr erster Roman.
Kurzbeschreibung
Schon ihr ganzes Leben nützt Bella jede sich bietende Gelegenheit, um ihre Wünsche in die Welt hinauszuflüstern. Als Kind träumt sie von glatten Haaren, fröhlicheren Eltern und einer romantischen Märchenhochzeit. Doch Bellas größter Wunsch bleibt über drei Jahrzehnte immer derselbe: ihren Zwillingsbruder von seinem Autismus zu befreien. Erst als sie Bobby fast verliert, lernt sie ihn so zu akzeptieren, wie er ist - und findet damit auch ihr eigenes Glück.
Meine Rezension
Bobby und Bella sind Zwillinge, jedoch ist Bobby Autist und lebt in seiner ganz eigenen kleinen Welt. Unter diesem Aspekt verläuft beinahe Bellas ganzes Leben: alles dreht sich um ihren Bruder und sie meint, von den Gefühlen und der Energie ihrer Eltern bleibt nichts für sie übrig.
Doch auch Bella hat genügend Probleme: mit sich selbst, ihrem Leben und ihren Partnern. Wird sie es schaffen, endlich nicht nur allen andern, sondern vor allem endlich einmal sich selbst gerecht zu werden? Wenn ihr das erfahren wollt, müsst ihr dieses Buch lesen.
Zunächst einmal zur Ausstattung des Buches: Das Cover hat mir in seiner unaufdringlichen Schlichtheit sehr gut gefallen, das Motiv wiederholt sich zu Beginn eines jedes Kapitels. Dort ist außerdem auch immer eine kleine Auflistung, wie alt Bella gerade ist, was ihr Lieblingssong ist etc. Das fand ich besonders auch deswegen eine sehr nette Idee, weil Bella in etwa in meinem Alter ist und ich daher mit denselben Songs und Kinofilmen aufgewachsen bin.
Das Buch ist weitaus weniger süßlich, als ich zuerst befürchtet hatte und gerade in den 70er Jahren hatten Bella und Bobby es nicht leicht mit ihrer Umwelt. Teils ging es sogar soweit, dass Bella ihren behinderten Bruder vor ihren ach so coolen Cliquenfreunden verheimlicht hat.
Doch kommt sie zu einer Erkenntnis: " Dabei ist Bobby nur wie eine schwarze Jelly Bean. Viele mögen sie nicht, aber wenn man erst einmal eine probiert hat, dann sind sie gar nicht so übel."
Man hat das Gefühl, als würde der behinderte Bruder alle Kraft aus den Eltern saugen, so dass keine Energie mehr übrig ist, um ihr die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die auch Bella zusteht. Irgendwie hat man das Gefühl, sie wird ganz von alleine erwachsen, die Eltern tauchen nur sporadisch auf und wenn, dann sind sie "leer" und erschöpft.
"Meine Eltern scheinen nichts außer meinem Bruder wahrzunehmen. Und Bobby ist so sehr in seiner eigenen Welt gefangen, dass ich mich frage, ob er es merken würde, wenn ich auf der Stelle tot umfiele."
Ein sehr unterhaltsames Buch, das es schafft, den Spagat zwischen ernstem Thema und leichter Unterhaltung ganz gut hinzubekommen.
Mir hat es überraschend gut gefallen!