Kennt ihr das auch, die Momente im Leben, wo alles schief zu gehen scheint, was nur schief gehen kann, wo alle Mauern wackeln und einzustürzen drohen, wo man keinen Ausweg mehr sieht und wenn man endlich nach langer verzweifelter Suche den Notausgang gefunden zu haben glaubt, ist die Tür verschlossen und kann man den Schlüssel nirgendwo finden?
An der Wand hinter meinem Monitor hängt ein Print von einer kleiner Fabel, die mich daran erinnert, daß nichts im Leben aussichtslos ist und die mir in Situationen wie oben beschrieben hilft, besser wie jedes andere Mittel, eine Art Seelenbalsam sozusagen.
Habt ihr auch so einen Seelenbalsam parat, wenn’s euch mal dreckig geht, und so ja, würdet ihr ihn mir dann hier verraten?
Ich will euch meine Anti-Weltuntergangsmedizin nicht vorenthalten. Es ist Kafkas „Kleine Fabel“.
Kleine Fabel von Franz Kafka
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe“.
„Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.