Rudolf, der unglückselige Kronprinz. Ein Liebesroman von István Bart

  • Rudolf der unglückselige Kronprinz. Ein Liebesroman


    Auf dem Jagdschloss Mayerling unweit von Wien finden in der Nacht zum 30. Januar 1889 der österreichische Thronfolger und die blutjunge Baroness Mary Vetsera auf mysteriöse Weise en Tod. War es Mord, der dem Verschwörer galt? Rache aus Eifersucht? Oder tötete Rudolf sich und seine Geliebte, weil er für seine politischen Fantasien keine Zukunft sah? Bei Hofe wurde alles sofort vertuscht, man sprach von Selbstmord aus geistiger Verwirrung und Marys Leichnam lies man einfach verschwinden. Kein Wunder, dass die Gerüchte wucherten und die „Affäre Mayerling“ Gegenstand unzähliger mehr oder weniger seriöser Publikationen wurde.


    István Bart (Jahrgang 1944) sucht nicht durch neue Spekulationen das Rätsel zu lösen. Angand von Tagebüchern und Memoiren, Gerichtsakten und Briefen beleutet er den Fall ironisch – unterhaltsam aus unterschiedlicher sicht: er begründet dabei Mechanismen der Legendenbildung und zeichnet ein Zeitkritisches Bild der Donaumonarchie.


    Es geht um Rudolf, der einzige Sohn von Sisi und Franz-Josef und sein rätselhafter Tod in Mayerling – der bis heute viele Spekulationen und Theorien hervorbringt. Die wohl geläufigste Theorie ist der Selbstmord mit Mary Baroness Vetsera.
    In diesem Buch wird alles noch mal durchgespielt - war dieser Tod Selbstmord, Mord oder Unfall? Warum? War es spontan - oder eine lang vorausgeplante Verschwörung?


    Der Autor beginnt mit einer Rekonstruktion der letzten Wochen von Rudolf. Dabei werden Quellen wie Tagebücher, Zeitungsartikel etc benutzt. Der Autor lässt dem Leser viel Zeit sich aus den verschiedenen Möglichkeiten, die mit wohlwollender Ironie auf ihre Wahrscheinlichkeit geprüft werden, ein Bild zu machen. Besonders die romantische Version seines Todes (eine Liebesgeschichte: ein Mann und eine Frau, die zusammen in den Tod gehen – was ja viel von großen Dramen hat) wird sehr ironisch behandelt - daher auch der (leicht verwirrende) Titel! Man kann ihn man erst richtig nachvollziehen, wenn man das Buch gelesen hat.
    Was allerdings ein Manko ist, ist das der Autor Kenntnisse der Zeit voraussetzt, viele Namen und das komplexe Beziehungsmuster, erschweren für den ungeübten Rudolfleser das Verständnis der „Affäre Mayerling“.
    Für alle die an der Lebensgeschichte des österreichischen Kronprinzen Rudolf interessiert sind und sichdarüber bereits viel angelesen haben, ist dieses kleine Büchlein ein Kleinod.