Lesen mehr Frauen als Männer?

  • Zitat

    Original von Nachtgedanken
    Fabuleuse, ich wollte gerade das gleiche schreiben und hab in der Beitragsvorschau gesehen, dass Du schneller warst.
    besonders das Lächerlichmachen eines Buches in einer Leserunde ohne selbst an der LR teilzunehmen, fand ich unter aller Kanone. Wird es einmal toleriert, kann es jederzeit wieder passieren.


    Ist auch nix neues, auch wenn ich den aktuellen Anlass nicht kenne. Ältere User erinnern sich noch an die HIStorischen Zeiten.


    Es gab einmal eine Diskussion Moderatoren für Leserunden einzusetzen. Es wurde sich darauf geeinigt, dass derjenige der die Leserunde ins Leben rief auch für die Moderation verantwortlich ist.


    Damals gab es aber die Autoren/Verlage-Leserunden die Wolke ansetzt, noch nicht.


    Auch hier gilt meine Anwort auf fabuleuse - einmal zu Ordnung rufen und dann ignorieren. Jede Tastatur hat eine Scroll-Taste. Alles weiter ist Öl ins Feuer gegossen.

    "Sie lesen?"
    "Seit der Grundschule, aber nur, wenn's keiner sieht."


    Geoffrey Wigham in "London Calling" von Finn Tomson

  • Zitat

    Original von zenta
    Ich wiederhole: Mädchen lernen erweislich nicht nur schneller lesen als Jungs und können es danach besser - sie lesen mehr und anderes als Jungs. Jungs "lesen" weniger, als dass sie sich informieren - über den Tabellenstand des FC St. Pauli, den Aktienkurs der Siemens-AG und wie man die Ventile seines Café-Racers richtig einstellt.


    Eine Frage habe ich nun doch: Sprichst du von allen Mädchen und allen Jungen? Gibt es für dich keinerlei Ausnahmen?


    Und bitte, bitte fange deinen nächsten Beitrag nicht mit "Ich wiederhole ..." an, ich will schlicht nur wissen, ob du konsequent pauschalisierst oder auch "Ausnahmen" zulässt.

  • Es gibt aber auch den Melde Button an die Moderatoren, wenn etwas wirklich zu lästig wird, das geht auch in der LR, wobei wir jetzt diesen Thread themtisch völig zerschossen haben- und sich über eine Rechthaberin aufzuregen ist eigentlich wirklich kein Grund einzuschreiten- anders als LR zu "zerschiessen"

  • Ich empfehle, ruhig durchzuatmen und die Kirche im Dorf zu lassen.


    Zenta hat niemanden persönlich angegriffen, herabgewürdigt oder beledigt, obwohl man ihr gegenüber fleißig ausgeteilt hat. Allerdings hat sie immer wieder darum gebeten, sachlich zu bleiben und sinnlose Verbalinjurien zu vermeiden.


    Falls mit "Lächerlichmachen eines Buches" Zenta gemeint sein sollte: Ich bitte um den Hinweis, wo dies geschehen sein sollte. Von von Kürthys Roman für die Frau über 40 wird wesentlich von dieser Personengruppe gelesen. Das ist eine Tatsache, sonst nichts. Lächerlich gemacht wird durch diese Feststellung niemand. Dass der Roman derzeit zu den (von den Mädelz) meistgelesenen gehört, weiß man doch, oder nicht?


    Der PISA-Test, Iszlá , spricht nicht von allen Mächen und allen Jungen, sondern gibt statistische Mittelwerte an. Die allerdings sind auf dem fraglichen Gebiet nicht ein bloßer Trend, sondern hochsignifikant. Auch wenn's Dir nicht gefällt: Ich wiederhole, dass es Ausnahmen gibt, dass diese aber nur die Regel bestätigen, sie jedoch nicht widerlegen. Das haben Ausnahmen so an sich.

  • Das Problem der Pisa Studie ist, dass sie Kinder in einer Entwicklungsstufe betrifft, in der die "Mädelz" in fast allen Belangen weiter entwickelt sind als die Jungen, also über das Leseverhalten von "Frauen" und "Männern" keinerlei Rückschlüsse zulassen. Vor allem, da es bei PISA um die Lesekompetenz- das heißt kann das Gelesene verstanden und verarbeitet werden, nicht wurde überhaupt gelesen, geht.


    Da Zenta selbst davon ausgeht, das Männer zur Informationsbeschaffung lesen dürfte sie davon ausgehen, das sich diese Kompezensschere wieder schliesst. Die Männer scheinen ja, das allerdings kann ich nicht mit Studien untermauern, die Gebrauchsanweissung für den Rasenmäher besser zu verstehen als die Frauen- weniger gut dann vielleicht die Bücher der Herren Grass, und Böll oder der Damen Jelineck und Müller (Frau Lagerlöf kennen beide heute nur aus dem Fernsehen und würden sich wundern, dass da im Buch eine bestimmte Figur garnicht auftaucht).

  • Auch wenn die Thread-Frage nicht wörtlich nach den Meinungen der Eulen fragt, interpretiere ich sie so, dass unsere eigenen Meinungen und Erfahrungen gefragt sind und es sich nicht um einen Aufruf handelt, Statistiken zusammenzutragen (es sei denn der Thread-Eröffner sitzt an einer Arbeit zu dem Thema und möchte sich ein wenig Suchen sparen ;-)).


    Der Thread erinnert mich ein bisschen an einen anderen Thread mit dem Titel "Was lesen eure Partner?" - so hieß er, glaube ich. In diesem Thread machte sich deutlich bemerkbar, was einige meiner Vorposter schon geäußert haben, nämlich dass ein Großteil der Männer gern zu Zeitung, Zeitschrift und Sachbuch greift, während die Partnerin Romane präferiert.


    Ein besser und/oder schlechter Lesen gibt es meines Erachtens nicht. - Was soll den das sein? Habe auch noch nie von einem besser oder schlechter Essen gehört. (Wer is/st hier nicht gut?!?) - Mit Sicherheit aber ein mehr und weniger Lesen.


    Persönlich glaube ich, dass Männer wie Frauen gleichviel lesen - ob nun Sachbücher, Fachzeitschriften, Reklametafeln, Gebrauchsanweisungen, "Internet". Wir sind insgesamt eine Viellese-Gesellschaft (auch wenn "nur" 20 Mio. "richtig lesen"). Kaum vorstellbar, dass es in Deutschland noch Analphabeten gibt... und wie diese überleben.


    Dass Romane und Belletristik grundsätzlich mehr weibliche Leser finden, halte ich für zutreffend. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielschichtig und nicht zuletzt kulturell gewachsen. Meiner Meinung nach ist mit ein Grund dafür, dass Frauen sich stärker in andere Welten träumen; vielen ist beim Lesen weniger an der Aufnahme von Informationen gelegen als daran, mental eine Reise zu unternehmen.
    Ich wage auch zu behaupten, dass Frauen häufiger ins Kino gehen.


    Natürlich gibt es auch eine Menge begeisterter männlicher Romanleser und Kinogänger - der beste Beweis sind die hier anwesenden Euleriche (oder wie nennt sich sonst die männliche Eule? Hahn?) - aber der größere Umsatzanteil in diesen Geschäftszweigen wird vermutlich von den Damen generiert. Wie überhaupt in vielen Bereichen. Frauen kaufen gerne ein. Sie kaufen mehr Kleidung, mehr Kosmetik, mehr Schnickschnack und wohl auch mehr Bücher (bitte nicht festnageln; ich habe hierfür keinerlei Statistik in der Hinterhand, sondern nur meinen eigenen bescheidenen Eindruck). Männliche Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Vielleicht liegt die Antwort auf die Eingangsfrage ja zum Teil in dieser stärkeren Konsumbereitschaft.

    :flowersIf you don't succeed at first - try, try again.



    “I wasn't born a fool. It took work to get this way.”
    (Danny Kaye) :flowers

  • Das mit dem besser/schlechter Lesen hatte sich geklärt- damit war die von der PISA Studie ermittelte Lesekompetenz gemeint, die ja wirklich erschreckende Zahlen aufweist. Mädels um 42 Punkte besser als Jungs, Jungs in Mathe nur 11 Punkte besser als Mädels.


    Untersuchungen darüber wieviele Leser ein gekauftes Buch findet habe ich trotz intensiver Google Suche nicht gefunden- natürlich gibt es das für Zeitungen und Zeitschriften mit sogenannten Reichweitenanalysen, die brauchen die Verlage für ihre Werbekunden. Beim Buch interessiert den Verleger und Autor nicht wieviel begeisterte Leser sein Buch über Tauschticket oder über Wiederverkäufe bei ebay gefunden hat. vielleicht freut er sich, dass sich das nächste Buch gleich stärker verkauft, weil so etwas den Namen bekannter gemacht hat- kaufen kann er sich dafür nichts.


    Ich vertrete nach wie vor die These, dass viele Frauen Bücher kaufen, die ihre Männer (auch) lesen und daneben die These, dass viele Bücher gekauft werden, die nie gelesen werden- und damit meine ich nicht die legendären EulenSuB bis RuB, sondern viele Geschenke- oder auch Prestigekäufe (Roche, Hegemann, Sarazzin, der jeweilige Nobelpreisträger, von denen MAN das Buch haben muß).

  • Vielleicht verschenken Frauen ja auch häufiger Bücher. Möglich, dass sie überhaupt häufiger etwas schenken...


    Was eventuell auch noch ein Ansatz ist: Ich würde vermuten, dass ältere Männer mehr lesen als jüngere. Vielleicht weil sie mehr Muße haben.

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  • Seit ca. 14 Jahren arbeite ich ehrenamtlich in einer kleinen Gemeindebücherei und kann feststellen, dass es sich bei unseren Lesern bestimmt zu 90 % um Frauen handelt. Außerdem sind sämtliche ehrenamtlichen Mitarbeiter weiblich!


    In meiner Familie lesen auch die Männer, natürlich nicht so viel wie ich, aber immerhin ;-). Im erweiterten Freundeskreis wird es dann schon dünner mit den Lesern.


    Mit dem Thema haben sich übrigens auch Wiebke und Christian Clerici in Er sagt & Sie sagt " auseinandergesetzt, sehr lesenswert. Irgendwo hat dyke schon mal einen link zur Kolumne eingestellt, dadurch bin auch ich auf das Buch aufmerksam geworden. Vielleicht war es sogar hier in diesem Thread, hab nicht mehr jeden Beitrag präsend :gruebel.

  • Rasenmähende Frauen sind mindestens so selten wie männliche Leser von „Endlich“ oder von Courths-Mahler-Romanen. Es ist daher nur natürlich, dass sie weder die Gebrauchsanweisungen noch die Reparaturhandbücher von Rasenmähern oder Dampfmaschinen studieren. Gewiss, es gibt Mädchen, die nicht nur mit dem Schraubenschlüssel umgehen wollen, sondern es auch können, aber das sind die regulären Ausnahmen.


    Dass sich die Leseschwäche der Jungs später von allein behebt, weil sie gegebenenfalls den Sportbericht einer Zeitung überfliegen oder einen Lottoschein ausfüllen, ist leider Wunschdenken – sie fallen in der Oberschule eher durch, haben die schlechteren Abiturnoten und kriegen keinen Numerus-clausus-Studienplatz. Der Anteil der PsychologiestudentInnen beträgt nicht zuletzt deshalb inzwischen rund 70 Prozent (Uni Wien), in der Tiermedizin 90 Prozent (Gesamtdeutschland). Kaum zu glauben, aber wahr.


    Grass und Böll sind schlechte Beispiele für männliches Nichtlesen, weil sie in aller Regel in den Oberstufen als Lektüre Gebrauch fanden und finden – die Jungs können mit Herrn Matzerath, Schwester Haruspica und Katz und Maus durchaus etwas anfangen.


    Bitte "Jelinek" (falls Elfriede gemeint gewesen sein sollte) künftig ohne Zehkah schreiben, Herr Anwalt, sonst gibt’s eine Abmahnung von der Moderation und beim nächsten Mal einen Schuss vor den Bug - mit Kartoffelsalat der altbewährten Marke "Sieglinde".


    Dass Opi gegen Ende seines Lebens mit seiner Leseungewohnheit brechen und Omi literarisch ein- oder gar überholen sollte, ist wenig wahrscheinlich. Die Mädelz halten ihren Vorsprung nicht nur, sondern sie bauen ihn aus. Sie verkalken weniger schnell und werden insgesamt viel älter als die Herren der Schöpfung. Ich glaube auch nicht, dass Omi ihrem Gespons zu Weihnachten den Roman "Endlich" auf den Gabentisch legt. Eher doch einen Prachtband "Das war die Deutsche Reichswehr" oder ähnliches.

  • Hi!


    Also bei uns lesen auch hauptsächlich die weiblichen.
    Vater und Opas lesen eigentlich gar nicht. Die eine Oma sehe ich öfters mal lesen. Von der hab ich wahrscheinlich auch mein großes Interesse an Büchern geerbt. Meine Mutter war früher auch eine echte Leseratte. Mittlerweile beschränkt sich sich allerdings auch nur noch auf die Zeitung. Hauptsächlich aus Zeitgründen ...


    Bei meiner Schwester liest auch gelegentlich, wobei sie noch nie eine echte Leseratte war ...


    Joa und wenn mein Freund mehr Zeit hätte würde er wohl auch mehr lesen. Allerdings beschränkt sich das eher auf Sach- und Fachbücher. Aber immerhin ... besser wie nix. Sein jüngster Bruder liest auch öfters mal. Hauptsächlich so Klassiker, wo ein Normalsterblicher nur Bahnhof versteht ;-)


    Alles in allem würd ich sagen. Es lesen auf alle Fälle mehr Frauen als Männer und der Buchgeschmack ist auch sehr unterschiedlich. Ich würde sagen Frauen lesen hauptsächlich zur Unterhaltung und Männer wenn sie denn mal ein Buch in die Hand nehmen eher um etwas daraus zu lernen.

  • Was familiäres Leseverhalten angeht:


    Die männlichen Mitglieder der letzten drei Generationen meiner Familie hatten/haben in Sachen Lesen deutlich die Nase vorn. Sie haben grundsätzlich den größeren und meist sehr umfangreichen Buchbestand in die Familie eingebracht, ständig Bücher gekauft und auch sehr viel mehr (und schneller) gelesen bzw. tun es immer noch. Und zwar querbeet, sprich sämtliche Romangenres, Sachbücher etc.


    Einige der weiblichen Mitglieder lesen dagegen erst seit sie im Ruhestand sind und selbst dann nur die "aktuelle" oder irgendwelche Kirchenblätter (fremdschäm!).


    Damit sind wir sicher alles andere als statistikkonform. But what of it?


    Übrigens mähen bei uns auch immer die Frauen den Rasen, schippen Schnee und waschen die Autos.
    Die Männer dürfen dafür Kochen. Ach ja, und Lesen. :grin

    :flowersIf you don't succeed at first - try, try again.



    “I wasn't born a fool. It took work to get this way.”
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Alice Thierry ()

  • Ich lese hier so mit und frage mich immer wieder, wieso zenta immer von diesem von Kürthy-Buch redet, deshalb musste ich es mal suchen - ist also ein neues der Autorin. Da ich es jetzt bei Amazon sehe, bin ich mir ziemlich sicher, heute eine Frau damit in der S-Bahn gesehen zu haben :lache


    edits: ohne geht es halt nicht...


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  • Zitat

    Original von Bell
    Ich lese hier so mit und frage mich immer wieder, wieso zenta immer von diesem Kürthy-Buch redet, deshalb musste ich es mal suchen - ist also ein neues der Autorin. Da ich es jetzt bei Amazon sehe, bin ich mir ziemlich sicher, heute eine Frau damit in der S-Bahn gesehen zu haben :lache


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    Ich habe die Frau bis letzte Woche gar nicht gekannt :grin Ich habe im Radio dann ein Interview gehört und als der Satz gefallen ist "Jede Frau hat wohl schon mal Mondscheintarif gelesen", bin ich neugierig geworden.


    Aber das Buch ist nichts für mich :-]

  • Zitat

    Original von zenta
    Bitte "Jelinek" (falls Elfriede gemeint gewesen sein sollte) künftig ohne Zehkah schreiben, Herr Anwalt, sonst gibt’s eine Abmahnung von der Moderation und beim nächsten Mal einen Schuss vor den Bug - mit Kartoffelsalat der altbewährten Marke "Sieglinde".


    Darf ich dich in dem Fall auch darauf hinweisen, dass dieser Satz hier falsch ist?

    Zitat

    Original von zenta
    The girlz are not amused about it.


    Man ist "amused by sth.", nicht "about".

    Zitat

    Original von zenta
    Got it at least?


    War hier "at last" gemeint? So benutzt man das nämlich normalerweise nicht. Hab ich jedenfalls noch nicht in dem Zusammenhang so gesehen.


    Nicht böse gemeint, ich hab nur einen kleinen Englisch-Fimmel :wave

    Eine gute Buchhandlung ist wie ein freundliches schwarzes Loch, das lesen gelernt hat.

    -Terry Pratchett

  • *not 2 be amused aout nazis* und *got it at least* sagen Amis, nicht Engländer. Jedenfalls die, mit denen Zenta umgeht. "To get it at least" kann man wohl nicht wörtlich übersetzen. Am besten vielleicht mit "irgendwie schnallen" ...slang of the crazy and nutty rednecks of Pensacola, Florida ...*burp*...


    Im "Spiegel"-Ranking ist "Endlich" übrigens seit Wochen auf Platz vier der best sellers.

  • Zitat

    Original von zenta
    *not 2 be amused aout nazis* und *got it at least* sagen Amis, nicht Engländer. Jedenfalls die, mit denen Zenta umgeht. "To get it at least" kann man wohl nicht wörtlich übersetzen. Am besten vielleicht mit "irgendwie schnallen" ...slang of the crazy and nutty rednecks of Pensacola, Florida ...*burp*...


    Achso, danke, wieder was gelernt :-)
    Ich treibe mich tatsächlich überwiegend im britischen Bereich herum, deswegen kannte ich diese Wendungen so nicht.

    Eine gute Buchhandlung ist wie ein freundliches schwarzes Loch, das lesen gelernt hat.

    -Terry Pratchett