Sigrid Hunold-Reime: Schattenmorellen

  • "Schattenmorellen" von Sigrid Hunold-Reime spielt in Cuxhaven und ist ein unterhaltsames Charakterstück.


    Bei dem Versuch, die Schattenmorellen vom Baum ihres Cuxhavener Obstgartens zu pflücken, stürzt die 71-jährige Martha von der Leiter und wacht erst im Krankenhaus wieder auf. Dort trifft sie im Nebenbett auf die 48-jährige Eva, die ebenfalls gestürzt ist und als junges Mädchen ihre Nachbarin war. Die beiden Frauen verstehen sich sehr gut, und peu á peu weihen sie sich in die lang gehüteten Geheimnisse verflossener Jahrzehnte ein.


    Doch so weit diese Ereignisse inzwischen auch entfernt scheinen: Im Hier und Jetzt der weichen Krankenhausbetten sind die beiden längst nicht so sicher vor den Dämonen ihrer Vergangenheit, wie sie glauben.


    Wie ein Kammerspiel zieht die Hannoveranerin Sigrid Hunold-Reime ihren Krimi „Schattenmorellen“ auf. Zwar spielt die Handlung meist im tristen Zimmerdes Krankenhauses, doch in der Enge des Raumes entwickelt die Autorin einespannende Story, in der sie die Geheimnisse der beiden Frauen schrittweise aufrollt. Dabei teilen die beiden ihren Wunsch nach Selbstbestimmung, den sie notfalls auch mit Gewalt verteidigen.


    Ein unterhaltsames Charakterstück über private Abgründe, anstrengende Verehrer und alte Freundschaften.


  • So, durch! Ich fand's nicht schlecht und habe es gerne gelesen.


    Trotz der Tatsache, dass sich quasi alles im Krankenhaus abspielt,
    fand ich erstaunlicherweise nicht langweilig.
    Erinnerungen und Erzählungen führen den Leser auch raus aus
    dem Krankenhaus, so ist der Leser dann nicht nur an KH gebunden.
    Mit Martha konnte ich gut mitfühlen,... so wie sie manchmal an sich zweifelte,
    so zweifelte ich als Leserin auch an ihr...
    Bildet sie sich das nur ein, ist sie tatsächlich verwirrt?
    Oder will ihr jemand was?


    Ein netter kleiner Krimi (?) für zwischendurch.