Mary Wickford - Fabrice Colin

  • Eigentlich hatte ich nicht vor, Mary zu lesen, aber da ich das Buch vor einem knappen Jahr bei einem Gewinnspiel gewonnen habe, habe ich es nun doch mal vom SuB erlöst.


    Zur Zeit bin ich bei Seite 200 und es gefällt mir bisher so... naja.
    Das Szenario an sich ist recht interessant, auch wenn der Autor sich doch recht fleißig an H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos bedient hat. Die Hauptfigur ist mir allerdings nicht sonderlich sympathisch. Sie ist eine typische Heldinnen-Auserwählten-Bratze, die immer und überall mit sinnlosem Herumgezicke ihren Kopf durchsetzen muss, egal ob es die ganze Mission gefährdet oder nicht.
    Mal sehen, was die Geschichte noch so bereit hält.


    edit: Spätestens bei Seite 400 fängt der H. P. Lovecraft rotiert im Grab-Zähler an zu qualmen. Und nein, bei Indiana Jones zu klauen macht die verhackstückte Handlung auch nicht besser.


    Das Buch erinnert mich stark an die 'Der Hexer von Salem'-Heftromanserie von Hohlbein, nur ohne den wunderbaren viktorianischen Trash-Horror-Charme und mit uninteressanter Hauptfigur.


  • Ziemlicher literarischer Scheiß, oder? :grin

  • Zitat

    Original von Dori


    Ziemlicher literarischer Scheiß, oder? :grin


    Ich mache mir gerade einen Spaß daraus, mich mit einer Freundin durch das Buch zu lästern und mich jedes Mal zu freuen wenn wieder Tentakel auftauchen.


    Und nachdem ich mich gewundert habe, warum mir der Name Rip van Winkle so bekannt vorkam - Ich habe ihn mal in meinem Whiskyführer als Whisky-Marke gesehen. Vielleicht macht das eine oder andere Gläschen davon das Buch ja erträglicher. :schnaps



    edit: Ich bin jetzt auf Seite 500 und es war irgendwie klar, dass Mary die begabteste Schülerin aller Zeiten ist und alle ja sooo beeindruckt von ihr sind weil sie die gesamte Ausbildung in zwei Monaten durchzieht. Das erinnert mich an Eragon, der auch mal eben in wenigen Monaten zum besten Schwertkämpfer der Welt wurde weil er ja der besondere Auserwählte(TM) war. Meine Güte, was nerven mich solche Über-Helden. Und wenn jetzt auch noch der Oberbösewicht sich als Marys Vater entpuppt, brauche ich wirklich ein großes Glas Rip van Winkle :rolleyes


    edit zum zweiten:


    Mein Lovecraft rotiert im Grab-Zähler ist vorhin explodiert. Meine Güte, was für ein Buch. Aber immerhin habe ich mich beim Lesen trotzdem köstlich unterhalten, wenn vermutlich auch nicht so wie der Autor es erhofft hat.
    Und jetzt werde ich einen schönen dreckigen Spionagethriller lesen der rein gar nichts mit Fantasy zu tun hat.



    edit: Mir ist gerade aufgefallen, dass ich meine Rezi hier immer noch nicht gepostet habe. Hiermit präsentiere ich stolz meine offizielle goldene Gurke des Jahres.



    Inhalt:
    Als die Waise Mary Wickford im Alter von siebzehn Jahren das Kloster in dem sie aufwuchs verlässt, findet sie in der Ortschaft Old Haven eine neue Heimat. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Nachdem sie erfährt, dass sie aus einem alten Hexengeschlecht stammt, machen verschiedene Interessengruppen von der heiligen Inquisition bis zu einem finsteren Fischmenschenkult Jagd auf sie. Denn in Mary schlummern gewaltige Kräfte, von denen das Schicksal der Welt abhängt.


    Meine Meinung:
    Was für ein Buch. Und das nicht im positiven Sinn. Fange ich erst einmal mit der Hauptfigur an. Mary ist die typische auserwählte mit besonderen Kräften ausgestattete Heldin. Sie fürchtet sich vor so gut wie nichts, muss immer und überall ihren Willen durchsetzen und zickt solange herum bis sie ihn auch bekommt, egal ob das in der betreffenden Situation das Beste ist oder nicht. Selbstverständlich ist sie die mächtigste Hexe aller Zeiten und absolviert ihre Ausbildung zur Magierin in gerade mal zwei Monaten, während alle anderen Novizen Jahre gebraucht haben. Mit anderen Worten - sie ist so perfekt, dass man sie am liebsten in eine erdferne Umlaufbahn katapultieren möchte.
    Die Handlung selbst ist wirr. Der Autor fährt sämtliche Geschütze von Hexerei und Zauberei über Drachen, Piraten und steampunkartige Apparaturen bis hin zum Cthulhu-Mythos auf. Hierbei setzt er nicht auf Subtilität sondern verfährt nach dem Motte Klotzen statt Kleckern, sodass ein phantastisches Geschöpf das nächste jagt und der H. P. Lovecraft-rotiert-im-Grab-Zähler nach der Hälfte des Buches zu qualmen anfing und beim tentakelreichen Finale in einem Funkenregen explodierte. Die Nebenfiguren tauchen völlig willkürlich auf und können größtenteils als bloßes Kanonenfutter bezeichnet werden. Eine völlig an den Haaren herbeigezogene Romanze und diverse Genre-Klischees runden das Fantasy-Gebräu ab, welches mit meisterlichen Sätzen wie 'Die Kreatur schleimte durch die Stadt' und der obligatorischen Phrase der peitschenden Tentakel gekrönt wird. Ich habe insgeheim gehofft, dass Mary am Ende vom großen Cthulhu höchstpersönlich verschlungen wird.
    Empfehlen kann ich Mary Wickford nur denjenigen, die sich mal eine richtige literarische Trash-Granate gönnen wollen und auf konsequentes Verhalten der Protagonisten keinen allzu großen Wert legen. Aber auch selbige sind vermutlich mit Hohlbeins mittlerweile schon legendärer Hexer von Salem-Reihe wesentlich besser bedient.

  • Hallo,


    So eben habe ich das Buch beendet und fast es sehr unterhaltsam.
    Ich hatte sehr lange überlegt ob ich dieses Buch lesen werden. Einerseits hat mich die Beschreibung schon sehr angesprochen andererseits haben mich einige Kritiken doch abgeschreckt.
    Irgendwann ergatterte ich das Buch dann gebraucht sehr günstig aber lies es dann doch noch eine Zeit hier rumliegen und drückte mich ein wenig davor es anzufangen.
    Nun bin ich doch froh das Buch gelesen zu haben denn es machte mir wirklich Spaß.
    Anfangs kam ich etwas schlecht rein und meine Erwartungen waren nun auch nicht sehr groß (vielleicht auch gut so. Große Erwartungen können ja nun auch viel mehr enttäuscht werden).
    Als ich mich aber dann auf den Stil und die Welt der Mary Wickford einließ konnte ich richtig schön in das Buch abtauchen.
    Zwar durchschaute ich das ein oder andere doch recht schnell und so gab es keine wirklichen Überraschungen oder große Wendungen für mich, aber dennoch wollte ich wissen wie es weiter geht, wie es zu diesen oder jenen Ereignissen kam und natürlich wie das Ganze enden wird.
    Ich muss sagen mir hat das Buch von Seite zu Seite besser gefallen aber ja, es sprüht vor Genres und fantastischen Elementen auch von Seite zu Seite mehr.
    Manch Kritiken kann ich durchaus nachvollziehen und muss zustimmen.
    Andere hingegen kann ich nicht so ganz nachvollziehen, kann mir aber vorstellen das manche auch durch eine falsche Erwartung an dem Buch zustande kam und das Buch so auf den „falschen“ Leser traf...möglicherweise.
    Ich fand da auch nichts verwirrend am Buch und aufgelöst wird auch alles.
    Natürlich ist es auch bitter wenn liebgewonnen Charaktere sterben aber ich finde es durchaus auch mal gut eine Geschichte zu lesen wo gestorben wird. Es kann auch langweilig werden und Spannung nehmen wenn man bei lesen immer die Gewissheit hat das eh jeder überlebt.


    Wer reichlich Fantasy mag und Genremix nicht scheut, wer es auch düster mag und etwas „abgehobener“ (Jack O´Lantern lässt grüßen :) ) und einfach leichte Unterhaltung erwartet der darf ruhig zugreifen.
    Das Buch lässt sich flüssig weglesen wenn man sich einmal drauf eingelassen hat.
    Ich für mich kann sagen ich hätte einige Stunden Lesevergnügen verpasst wenn ich doch nicht zu diesem Buch griffen hätte. Ich hätte sicher keinen literarischer Meilenstein verpasst. Wer sowas sucht wäre bei diesem Buch sicher falsch.


    Grüße Gelfling

  • Nun bin ich also dran, mit meiner Rezi zu diesem Kaminanzünder Buch :rolleyes
    Ja, der Prolog war eigentlich wegweisend für mich: absolut grottig; so furchtbar, dass ich danach abbrechen wollte, aber nein, ich gab ihm noch eine Chance, entgegen aller Eulenmeinungen. Da sieht man mal, was man davon hat, wenn man nicht auf die allwissenden Eulen hört :bonk :lache


    Also gut, Prolog hab ich dann links liegen gelassen. Es hat mich danach auch, über das ganze erste Buch, gefesselt, was mich zu der fälschlichen Annahme brachte, der Schinken könnte wirklich gut sein...oh weh mir!
    Spätestens beim zweiten Buch, war ich mir sicher, dass es wirklich schrecklich ist... (ich hab den Satz an die 10 mal neugeschireben; die, die ich schreiben wollte, kämen ohne Schimpfwörter nicht aus :lache außer gepiepe würde man da nichts mehr lesen können)


    Woran lags?
    Ich weiß nicht, vielleicht an den tausend Themen, die lieblos aneinandergereit wurden, weil der Autor einfach alles reinpacken wollte, was er jemals gemocht hat, mag und jemals mögen wird?
    Die ganze Zeit hab ich mit allerkraft versucht mir diese welt vorzustellen. Mal davon ab, dass für mich das alles mehr nach England gehört hätte und ich mich mit dem Amerika-Setting nie anfreunden konnte, hab ich nie diese Steampunk-Elemente verarbeiten können, denn was gabs da schon? Eine mechanische Katze, bei der ich heute noch nicht weiß: konnte sie nun laufen oder nicht!? Eher nein, trotzdem taucht sie mal auf, dann ist sie verschwunden...SCHWUPS! Miau, ich bin wieder da, woher auch immer...arrrrgh, es hat mich aufgeregt. Dann gabs Automaten, also Roboter, die man im Prinzip nur 1x zu gesicht bekam und natürlich nur am Rande, denn der Autor wollte seine Leser ja nicht überfordern :rolleyes , außerdem noch Luftschiffe nach Art Da Vincis (lasst es euch schmecken! :lache) und ich glaube, noch irgendwelche Dampfmaschinen, die einmal erwähnt wurden....so, was fangen wir jetzt damit an? wir haben also eine Steampunk-Welt ohne wirklichen Steampunk, mit ab und zu auftauchenden, mechanischen Gerätschaften...da lief irgendwas schief....


    Oder aber es lag an der gefühlskälte der Personen, die zwar wütend sind, lachen und schreien, aber dabei keinerlei Emotion hinterlassen?


    Oder wars doch eher der Schreibstil, gerne geschwülstig aber der es nicht für nötig hielt einem wichtige Dinge gleich mitzuteilen, sondern erst wenn alles vorbei ist, in einem ziemlich kleinen Nebensatz ohne weitere Bedeutung?
    Mein liebstes Beispiel für letzteres:
    [sp]Als Mary zum Schluss gegen den Imperator kämpft, wird nach dem Kampf kurz erwähnt, dass A'slaan zwischenzeitlich gestorben ist...man hätte ja auch gleich noch erwähnen können, dass in Sibiren gerade ein Blitz einschlug und 3 Bäume dabei ums Leben kamen :rolleyes :bonk [/sp]
    Auch gut, war die Szene mit dem Tanz :bonk wie kam der Autor auf diesen Bockmist?
    Ich war kurz davor, danach wirklich die segel zu streichen, 40 Seiten vor Ende, weil man das einfach nicht mehr ertrug!


    Oh man, ich mach jetzt Schluss, das Buch hat mich echte Nerven gekostet und mir fällt auch gerade nichts mehr passendes für meinen Rezi-Abschluss ein...vielleicht später mal, dann editier ich das hier.
    Nur soviel: ich war noch nie so glücklich ein Buch beendet zu haben! (Abbrechen kommt schon wegend der Statistik nicht in Frage)


    Mensch, Edith will doch Punkte vergeben! :lache
    also für das Cover (2) und die kurze Phase, in der ich es gerne gelesen habe (1), gebe ich 3 von 10 punkten

    :lesend


    SuB alt: 357 Bücher ~ 1397 Mangas
    SuB neu: 378 Bücher ~ 1467 Mangas

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