Heute im DAI in Heidelberg (am 28.06.09)
Mein Eindruck von der Lesung:
Kurz vor Lesungsbeginn zog Autor und mit ihm das Publikum noch aus dem großen Saal des DAI in die intimere Atmosphäre des Bibliothekssaals um. Dort las der über 70zigjährige aus der berühmten Verlegerdynastie stammende Du Mont ambitioniert und über eine Stunde 4 Passagen aus seinem Debütroman Die Villa, dessen Handlung ca. 1952 angelegt ist. Du Mont hat seinen Stil entsprechend dieser Zeit gewählt, das wirkt in dieser Zeit hochmodern und aufwendig gestalteter Texte, wie sie z.B. beim Bachmannpreis gelesen wurde, ziemlich ungewöhnlich und daher fast wieder originell.
Abschließend unterhielt sich der Autor noch mit seinen Zuhörer, konnte zum Beispiel auf den Buddenbrooks und Thomas Mann-Vergleich eingehen. Er verneint einen direkten Einfluß, den ich beim Zuhören auch nicht feststellen konnte. So hoch ansetzen würde ich den Romandebütanten noch nicht, der als Ex-Verleger sicher tiefe Einblicke in die Buchvermarktung hat. Sein Roman erschien nicht beim eigenen Verlag sondern bei C.H.Beck.
Wer sich für Familienromane, angelegt in der Nachkriegszeit und um die Zeit des Umbruchs interessiert, sollte mal einen Blick in die Leseprobe werfen!
Siehe Verlagswebsite: Link auf Leseprobe
Kurzbeschreibung des Buches von Amazon:
Die Geschichte eines folgenreichen Sommers
Als ein älterer, erfolgreicher Theaterkritiker eines Tages die Todesanzeige von Elisabeth Lauterbach liest und ihr Begräbnis besucht, wird er mit der vielleicht aufregendsten Episode in seinem Leben konfrontiert: drei Monate in einem Sommer Anfang der fünfziger Jahre in einer Villa am Starnberger See. Er, Robert, Student an der Münchner Universität, sollte die Bibliothek des verstorbenen Kunsthändlers Otto Lauterbach ordnen. Seine Tochter Elisabeth leitet den großbürgerlichen Haushalt, ihren Mann, einen Düsseldorfer Fabrikanten, hat sie vor die Tür gesetzt, energisch versucht sie, nach den Verwüstungen des Krieges in den veränderten Verhältnissen der Nachkriegszeit Fuß zu fassen. Robert kommt als freundlicher und genauer Beobachter in diesen Haushalt, gewinnt bald die Zuneigung und das Vertrauen einiger Familienmitglieder und Bewohner und wird Schritt für Schritt in die Geschichte und die Geheimnisse der Familie eingeweiht. Und noch eine weitere Initiation wartet auf ihn, das überraschendste Erlebnis seines Lebens. In seinem ersten Roman erzählt Reinhold Neven Du Mont anschaulich und präzise, fesselnd und eindringlich die Geschichte einer Familie zwischen dem Ende der zwanziger und den beginnenden fünfziger Jahren, von Karrieren und Katastrophen, von Macht und Verrat und von einer ersten, unübertroffen gebliebenen Liebe.
Über den Autor:
Reinhold Neven Du Mont, geboren 1936 in Köln, war jahrzehntelang Verleger von Kiepenheuer & Witsch. Er lebt in Köln und in Herrsching und veröffentlichte zuletzt "Gebrauchsanweisung für Köln" (2004).
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