Claus Back: Drei Fräulein an der Jungfernbrücke
isbn/ASIN: B002BLT9I0
buchinformationsauszug:
der 1969 verstorbene autor lässt in diesem roman ein stück des alten berlin lebendig werden, mit seinen toren und türmen, den engen gässchen und spreebrücken. ein zeitgemälde, spannend gestaltet, mit interessantem lokalkolorit.
eigene meinung:
nachdem louis XIV. 1685 die aufhebung des ediktes von nantes, das den hugenotten zumindest eine beschränkte duldung zugesichert hatte, verfügte, verließen über eine halbe million von ihnen die heimat, um in holland, england, hessen oder kurbrandenburg ein neues zuhause zu finden. auf die einladung des kurfürsten friedrich wilhelm von brandenburg lassen sich im laufe der zeit einige tausend in der brandenburgischen residenz nieder. am beispiel einiger familien, zu denen auch besagte drei fräulein zählen, wird deutlich, wie gefährlich und entbehrungsreich die flucht und wie schwierig der neubeginn im anfangs fremden land ist, und welchen weg sowohl einheimische als auch flüchtlinge zurücklegen müssen, um zu einem fruchtbaren miteinander zu kommen. erstere sind nämlich teilweise voll misstrauen gegenüber diesen als zumindest merkwürdig empfundenen menschen, die so völlig andere dinge essen und trinken, so unverständlich "kauderwelschen" und den eigenen verdienst als handwerker zu schmälern drohen.
ich mag in die geschichte eingebettete geschichten, diese hier ist eine tolle ergänzung zu den zuletzt gelesenen büchern über die glaubensproblematik in england unter heinrich VIII. und elizabeth I. und enthält jede menge interessante informationen über diese zeit und lässt bei allen angesprochenen problemen die (situations)komik nicht zu kurz kommen. mit dem stil war ich nicht immer ganz glücklich, auch das ende erschien mir etwas zu abrupt und einen anderen titel (der weniger an jungfernstieg und reeperbahn denken lässt*g*) hätte ich auch gewählt, trotzdem überzeugte 8 von 10 punkten
edit: tippfehler...