Hörbuch 1 CD, 73 Minuten, 2008
HörbucHHamburg
Gelesen von Eva Mattes
Aus dem chinesischen von Susanne Hornfeck und Wang Jue
Kurzbeschreibung:
Shanghai 1942. Die Japaner halten die Stadt besetzt und vom Rest der Welt abgeschnitten. Im Haus der Familie Yi sitzen die Damen am Mah-Jongg-Tisch beisammen und spielen. Unter ihnen die schöne Jiazhi. Frau Yi hat die junge Geschäftsfrau bei einem Einkaufsbummel in Hongkong kennen gelernt und nun wohnt sie bei Reisen nach Shanghai bei ihr und ihrem Mann, dem Geheimdienstchef Yi. Dieser findet Gefallen an der attraktiven Jiazhi und sie beginnen sich heimlich zu treffen. Bis hierhin verläuft alles genau nach Plan, denn Jiazhi gibt nur vor, eine verheiratete Geschäftsfrau zu sein: In Wahrheit hat sich die Studentin einer chinesischen Widerstandsgruppe angeschlossen und den Auftrag, den mächtigen und überaus vorsichtigen Yi in eine Falle zu locken. Gerade als diese zuschnappen soll erkennt Jiazhi, dass sie sich inmitten des Karussells aus Liebe und Verrat, Täuschung und Lust in Yi verliebt hat?
Über die Autorin:
Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, 1920 geboren, ist eine der wichtigsten Erzählerinnen der Moderne. Ihr literarischer Ruhm begann im von Japan besetzten Shanghai. 1952 zog sie nach Hongkong, da ihre Texte nicht dem kommunistischen Literaturverständnis entsprachen. 1955 wanderte sie in die USA aus und veröffentlichte Das Reispflanzerlied. Sie starb 1995 in Los Angeles.
Über die Sprecherin:
Eva Mattes spielte an allen großen Bühnen Deutschlands, u. a. unter der Regie von Peter Zadek. Außerdem spielte sie in zahlreichen Film- und Fernsehrollen, u. a. als Komissarin Blum im Tatort. Für Hörbuch Hamburg hat Eva Mattes von Michael Ondaatje Spiegelwelt der Kunst, mit Hannelore Hoger und Hans-Peter Hallwachs im Kölner Dom Die schönsten Stellen aus dem Alten Testament, von Henri-Pierre Roché Jules und Jim, Texte aus Tausendundeine Nacht und von Friedrich de la Motte Fouqué Undine gelesen.
Meine Meinung:
Dieses Hörbuch enthält die Titelgeschichte (und nur die) des gleichnamigen Erzählungsbandes der chinesischen Autorin, die in den USA lebte.
Diese Erzählung ist spürbar schon älter (1944 geschrieben), der Stil ist unspektakulär, der schon öfter gemachte Vergleich zu F.Scott Fitzgerald ist durchaus zutreffend. Durch die Verfilmung von Ang Lee ist die Erzählung sehr bekannt geworden.
Eva Mattes liest dem Roman angemessen, aber dadurch wirkt der Stil noch glatter und gefälliger. Insgesamt misstraue ich gefühlsmäßig aber auch der deutschen Übersetzung.
Die Kürze verhindert, dass sich der Stoff wirklich entfaltet oder die Charaktere richtig entwickeln.
Letztlich halte ich den Roman inhaltlich und stilistisch für überschätzt.