Ulrich Roski - In vollen Zügen. Vom Leben auf Rädern

  • Titel: In vollen Zügen. Ein Leben auf Rädern
    Autor: Ulrich Roski
    Verlag: Eichborn
    Erschienen: 2002
    Seitenzahl: 304
    ISBN-10: 382183921X
    ISBN-13: 978-3821839219
    Preis: Ab 61.86 EUR (!!!) bei Amazon Marketplace


    Mit großem Vergnügen habe auch mit viel Wehmut habe ich diese Autobiographie von Ulrich Roski gelesen. Am 4. März 1944 in Prüm in der Eifel geboren, starb er viel zu früh am 20. Februar 2003 in Berlin.


    Ulrich Roski schafft es auf diesen 304 Seiten seine hintergründig-ironische Art durchzuhalten. Bestechend sein Wortwitz, der ja auch seine Lieder zu echten Glanzstücken machte. Es tatsächlich Menschen, die Roski abwertend als „Blödelbarden“ bezeichneten. Diese Menschen muss man vorhalten, dass sie sich offensichtlich nie wirklich mit den Texten von Roski beschäftigt hatten. Roski verstand es vielmehr, seine Kritik an den Verhältnissen sehr humorvoll vorzutragen.


    Ulrich Roski gehört zur Liedermachergeneration die mit Reinhard Mey, Schobert und Black, aber auch mit Hanns-Dieter Hüsch ihre bekanntesten Protagonisten hatte. Im Ansatz gehörten auch ein Peter Cornelius und natürlich auch ein Konstantin Wecker dazu. Ulrich Roski war allerdings nicht so radikal in seiner politischen Aussage wie beispielsweise Franz-Josef Degenhardt, Dieter Süberkrup oder auch Hannes Wader. Seine, nämlich Ulrich Roskis, gesellschaftliche Kritik war deshalb nicht weniger politisch, lediglich die Art des Vortrags variierte mit der seiner zeitgenössischen Mitstreiter. Missstände zeigte er nicht verbissen auf, wobei Verbissenheit eh nicht zu seinem Wesen gehörte, Missstände verpackte er immer wieder in humorvolle Ironie, trotzdem konnte er mit seinen Texten schon treffen.


    Ulrich Roski sieht sich selbst absolut nicht unkritisch. Die Kritik an der eigenen Person kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Roski schafft es eben auch über sich auf sehr ironische Art und Weise zu schreiben. Er schont sich selbst nicht und stellt sich nicht – wie so viele andere Autobiographen – auf einen Sockel um sich, von wem auch immer, bewundern zu lassen.


    Er sehr lesenswerte, eine auch sehr selbstironische Lebensbeschreibung.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Schöne Rezi. Ich wusste nicht, dass Roski auch eine Autobiographie geschrieben hat. Bisher kannte ich nur seine Lieder. Die mag ich gerade wegen ihres verschmitzten Humors.

  • Danke, Voltaire,


    für die Rezi, aber auch für den Hinweis auf Roskis Buch überhaupt, von dem ich bislang nicht wusste, dass es existiert.
    "Ja, und des Schleusenwärters blindes Töchterlein, das sah ihm traurig nach, wie er ertrunk. Warf eine Hand voll Sand noch hinterdrein und sprach: Fahrt wohl, ihr wart ja noch so jung!"
    Lange her und gewiss nicht von großer politischer Dimension, aber ich erwische mich heute noch manchmal dabei, diesen Refrain zu singen.


    Nochmals herzlichen Dank!
    Jutta Mülich

  • Ich glaube, die Preisangabe ist ein Versehen von Amazon, oder?


    Edit: Uppps, ich sehe grade, dass das Buch nur noch über den Marketplace zu beziehen ist. Das ist natürlich etwas heftig. :wow

    Lieben Gruß Idgie



    Erst wenn man viel gelesen hat, lernt man wenig Bücher schätzen.

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