Der Geliebte - Esther Verhoef

  • btb-Verlag, 2009, broschiert, 392 Seiten


    Originalverlag: Anthos/Amsterdam
    OT: Rendez-vous
    Übersetzt von Ilja Braun


    Kurzbeschreibung (lt. Amazon):
    Eine mörderische Liebe in der Provence - und eine Frau, die nichts mehr zu verlieren hat ...


    Der Traum vom Süden - für Simone scheint er wahr zu werden. Gemeinsam mit ihrem Mann und zwei Kindern zieht sie in die Provence, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch dann begegnet sie dem jungen Michel und beginnt eine verhängnisvolle Affäre. Schon bald wird sie erpresst, und aus dem Traum wird unversehens ein Alptraum, der sie direkt in die Gefängniszelle führt. Wem kann Simone überhaupt noch trauen?Nominiert als bestes holländisches Buch des Jahres.



    Über die Autorin (lt. Amazon):
    Esther Verhoef, 1968 im niederländischen ' Hertogenbosch geboren, ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Niederlande. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Niederländischen Thrillerpreis (den sie als erste Holländerin nach Autoren wie Nicci French, Dan Brown und Henning Mankell gewann) sowie dem Niederländischen Krimipreis.



    Meine Meinung:
    Simone zieht mit ihrem Ehemann Eric und ihren Kindern von den Niederlanden nach Südfrankreich, um dort ein neues Leben zu beginnen. Es ist Erics Traum, einen Freizeitpark zu eröffnen.
    Zunächst kauft die Familie ein heruntergekommenes Landhaus, will es renovieren und chambres d'hotes vermieten.
    Der Start ist alles andere als verheißungsvoll. Tag für Tag Regen, die Kinder nörgeln, die fremde Sprache bereitet Schwierigkeiten, Freunde und Bekannte fehlen. Da es durch das marode Dach des Hauses regnet, lebt die Familie zusammengepfercht in einem Wohnwagen.
    Das Blatt wendet sich, als Eric zufällig den Bauunternehmer Peter kennen lernt. Schon am nächsten Tag kommt Peter mit einigen seiner Arbeitern zu den Jansens und die Renovierungsarbeiten an dem Haus beginnen.


    Unter diesem Arbeitern ist auch Michel, der Traummann schlechthin. Zwischen ihm und Simone funkt es und die beiden kommen sich rasch näher, zu nah.
    Die Affäre bleibt jedoch nicht lange unbemerkt und aus dem Traum wird für Simone ein Alptraum, denn sie wird erpresst.


    Bis etwa zur Hälfte des Buches konnte mich die aus Simones Sicht erzählte Geschichte nicht so recht begeistern.
    Eine Familie wandert aus, alles ist schwieriger als geplant, Frau trifft Traummann und beginnt eine Affäre.
    Eingestreut sind allerdings kurze Kapitel, in denen man erfährt, dass Simone später wegen Mordverdacht verhaftet wird. Wer Opfer, wer Täter ist, bleibt unklar. "Simone denkt, ich darf nichts sagen"....


    Im zweiten Teil gelingt es der Autorin dann jedoch das Tempo anzuziehen und es wird richtig spannend. Nicht nur Simone ist hin und her gerissen, wer nun gute, wer böse Absichten hat. Man stellt Vermutungen an, die man ein Kapitel später revidieren muss.
    Die kurzen Vorausblicke in Simones Zeit im Gefängnis und ihr Verhör verwirren zusätzlich.


    Das Ende selbst ist leider wieder etwas unspektakulär.
    Die Bewertung ist schwierig. 6,5 von 10 Punkten.

    Liebe Grüße, Sigrid

    Keiner weiß wo und wo lang

    alles zurück - Anfang

    Wir sind es nur nicht mehr gewohnt

    Dass Zeit sich lohnt

  • Danke für diese gute Rezi, das Buch ist ja schon auf meiner Wunschliste und jetzt kann ich mir auch endlich was darunter vorstellen. Klingt immer noch danach, dass es was für mich sein könnte. :gruebel :wave

  • Meine Rezension:


    Dieser Roman wird komplett in der Vergangenheitsform aus der Ich-Perspektive der Hauptperson Simone erzählt. Sie wandert mit ihrer Familie von den Niederlande nach Südfrankreich aus, wo sie ein altes Haus gekauft haben und zunächst viel Zeit und Geld in seine Sanierung stecken müssen. Simone findet so schnell in der neuen Heimat keine neuen Freunde, nicht zuletzt wegen der Sprachprobleme, sie muss Französisch erst neu erlernen. Ihr Mann Eric geht in dem Hausausbau ganz auf und vernachlässigt sie regelrecht. Als dann der Bauarbeiter Michel, der für die Familie beim Hausausbau arbeitet, ihr die Aufmerksamkeit schenkt, die sie so sehr vermisst und benötigt, fängt sie mit ihm eine Affäre an. Die Sexszenen werden plastisch und detailliert beschrieben.
    Eingestreut in diese Haupterzählung sind im Präsent verfasste Kapitel, in der Simone im Gefängnis sitzt und eines nicht näher genannten Verbrechens verdächtigt und verhört wird.


    Nur nach und nach wird deutlich, was genau passiert ist. Lange bleibt es daher unklar, welches Verbrechens Simone genau verdächtigt wird und ob sie es auch begangen hat.
    Wer aber auf den ersten Seiten einen Mordfall erwartet und die Ermittlungen nach dem Mörder verfolgen möchte, der sollte nach einem anderen Buch greifen. Dies ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich Vorhersehens in einer Affäre wiederfindet und nicht so recht weiß, wie es dazu kommen konnte.
    Spannung kommt vor allen dadurch auf, dass man darauf wartet, was genau passieren wird, was zu den Szenen im Gefängnis führt. Der Roman ist mehr ein Familiendrama, da er sich sehr stark um Probleme in Ehe und Familie beschäftigt und weniger um Mordermittlungen. Trotzdem baut der Roman eine Spannung auf, der ich mich nicht entziehen konnte.
    Dieses Roman habe ich gerne gelesen, auch wenn ich streckenweise das Verhalten der Hauptperson Simone nicht immer nachvollziehen konnte. Ein weiterer Roman der Autorin, „Rastlos“ steht schon in meinem RuB bereit, auch wenn dessen Erzählung in eine andere Richtung geht als diese.