Verschwunden - Roderick Anscombe

  • Knaur Verlag, 2009, Taschenbuch, 411 Seiten


    Originalverlag: St. Martin's Press, New York
    OT: Virgin Lies
    Übersetzt von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann


    Kurzbeschreibung (lt. Amazon):
    An einem brütend heißen Sommertag verschwindet in einem Bostoner Park ein achtjähriges Mädchen. Als der Gerichtspsychiater Paul Lucas von den Ermittlern zu Hilfe gerufen wird, beginnt für ihn ein Alptraum: Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, denn bei der enormen Hitze wird das Mädchen ohne Wasser nach 24 Stunden tot sein. Aber die Zeugenbefragung gestaltet sich schwierig, und die Polizeiführung will baldige Erfolge sehen. Die Spur führt zu Arthur Hodges, und der Verdacht gegen den pensionierten Ingenieur erhärtet sich immer mehr. Doch der Tatverdächtige ist eiskalt und mit den üblichen Verhörmethoden nicht zu überführen. Unvermittelt sieht sich Paul vor die Wahl gestellt, entweder das Gesetz zu brechen oder zu scheitern ...



    Über den Autor (lt. Amazon):
    Roderick Anscombe, geboren 1947 in Manchester, Studium an der Universität Oxford, ist Gerichtspsychiater und Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School. Er lebt in Gloucester, Massachusetts.


    Meine Meinung:
    Dies ist der zweite Fall um den Gerichtspsychiater Dr. Paul Lucas.
    Aus der Sozialeinrichtung, an der Lucas' Frau Abby arbeitet, verschwindet die achtjährige Danielle.
    Dr. Lucas wird zu den Ermittlungen von den Detectives Dempsey und Wolpert und der Staatsanwältin Brenda Gorn hinzugezogen.
    Einzige Augenzeugin ist die obdachlose Martha, die jedoch unter Schizophrenie leidet. Mit etwas fragwürdigen Methoden versucht Dr. Lucas durch sie Näheres zu erfahren.
    Schnell wird klar, dass Danielle entführt wurde, wobei sich der Besitzer eines Vans, Arthur Hodges, verdächtig macht. Auch ein Komplize ist rasch ermittelt.


    Der größte Teil des Buches beschäftigt sich mit der Frage, wo sich Danielle befindet. Da es sehr heiß ist, drängt die Zeit besonders und Dr. Lucas ist gefordert, denn die Beschuldigten schweigen beharrlich.


    Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Dr. Lucas erzählt. Dabei wird viel Wert auf dessen psychologische Beobachtungen gelegt.
    Je mehr Zeit verstreicht, umso mehr scheinen alle Beteiligten, allen voran Dr. Lucas, bereit, sämtliche Prinzipien und jede Professionalität über Bord zu werfen, um Danielle zu finden.


    Viel zu früh wird klar, auf was das Ganze hinausläuft. Auch innerhalb des Teams (immerhin verdächtigt Dempsey Dr. Lucas der Täter eines unaufgeklärten Polizistenmordes zu sein) stimmt so gar nichts. Misstrauen und Missgunst prägen die Ermittlungen.
    Es fehlt an Spannung und die Handlung ist auch nicht immer logisch.


    5 Punkte

    Liebe Grüße, Sigrid

    Keiner weiß wo und wo lang

    alles zurück - Anfang

    Wir sind es nur nicht mehr gewohnt

    Dass Zeit sich lohnt

  • Der erste Teil war hier ja schon recht umstritten. Mir hatte er allerdings gut gefallen.


    Ganz im Gegensatz zu "Verschwunden". Das lohnt wirklich nicht.

    Liebe Grüße, Sigrid

    Keiner weiß wo und wo lang

    alles zurück - Anfang

    Wir sind es nur nicht mehr gewohnt

    Dass Zeit sich lohnt

  • Zitat

    Original von Sigrid2110
    Der erste Teil war hier ja schon recht umstritten. Mir hatte er allerdings gut gefallen.


    Danach wollte ich dich schon fragen, da ich zu faul zum suchen war ( :rolleyes). Ich werde den ersten Teil einfach probieren und dann schauen, ob ich die Serie fortführe. Evtl. wird der Rest nur noch geliehen. Danke schon mal für die Rezi. :wave

  • Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, werde das aber nach der Lektüre von "Verschwunden" auch nicht nachholen.
    Was recht vielversprechend begonnen hat, entwickelt sich schnell zu einer zähen und auch ziemlich dünnen Geschichte. Als Krimi, geschweige denn Thriller möchte ich dieses Buch eigentlich nicht bezeichnen ...
    Der eigentliche Fall - die Entführung der kleinen Danielle und die Suche nach ihr und dem Täter - bildet zwar den roten Faden der Handlung, nimmt aber inhaltlich wenig Raum ein. Es gibt keine Überraschungen, die Sache ist bald klar, der Täter schnell als solcher identifiziert. Da aber dennoch ein ganzes Buch draus werden sollte und nicht nur eine kurze Kriminalerzählung, wurden die restlichen Seiten mit der persönlichen Tragödie des Psychiaters gefüllt, dem Schmerz und der Ohnmacht angesichts des Verlusts seines Kindes und seiner zerrütteten Ehe. Grundsätzlich lese ich gerne etwas über den Hintergrund der Figuren. Hier scheint mir dieser jedoch lediglich als Füllmaterial zu dienen. Das trägt nicht und wird bald erschöpfend.
    Nicht empfehlenswert.

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    Ich habe den ersten Teil gehört und nach der Rezi zu der Fortsetzung werde ich diese wohl nicht lesen. Der erste Teil war nämlich auch nicht so prickelnd.


    Der zweite Teil ist (noch) schlechter, Sabine :grin.


    Ich kann mich Seestern da nur anschließen: kann man getrost auslassen.

    Liebe Grüße, Sigrid

    Keiner weiß wo und wo lang

    alles zurück - Anfang

    Wir sind es nur nicht mehr gewohnt

    Dass Zeit sich lohnt

  • Zitat

    Original von wirbelwind
    Gut, dass ich das gerade lese


    Dann verschenke ich das nicht


    Na ja, es besteht ja die Möglichkeit, dass es Dir gefällt. Dann kannst Du es auch verschenken.
    Oder Du schenkst es jemandem, den Du nicht magst :grin