Eichborn-Verlag, gebundene Ausgabe, 2007, 284 Seiten
Zweiter Fall um Kommissar Kimmo Joentaa
Kurzbeschreibung (lt. Amazon):
Ein Verbrechen kehrt zurück Ein Mädchen verschwindet - genau an der Stelle, an der vor dreiunddreißig Jahren ein anderes Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Das Verbrechen verstört nicht nur Polizei und Öffentlichkeit, sondern auch einen der beiden damaligen Täter ... Niemand weiß besser als Kimmo Joentaa, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Wenn die Angst der Gewissheit weicht, dass der andere fort ist. Für immer. Deshalb hütet sich der Kriminalkommissar aus Turku davor, den Eltern von Sinikka Vehkasalo zu widersprechen. Ihnen die Hoffnung zu nehmen, dass ihre Tochter noch leben könnte. Auch wenn er es besser weiß. Wissen muss. Denn die Parallelen sind zu offensichtlich. Wenn dreiunddreißig Jahre nach dem ungeklärten Mord an einem jungen Mädchen an genau der gleichen Stelle ein anderes Mädchen unter ähnlichen Umständen verschwindet, muss es einen Zusammenhang geben. Denkt nicht nur Kimmo, sondern auch sein in den Ruhestand verabschiedeter Kollege Ketola. Getrieben von der Hoffnung auf späte Antworten, nimmt er die Fährte seines ungelösten Falles wieder auf. Die beiden damaligen Täter beginnen, sich gegenseitig zu belauern. Und für einen von ihnen wird die Reise in die eigene Vergangenheit eine gnadenlose Auseinandersetzung mit der lange verdrängten Verantwortung... Jan Costin Wagner ist ein grandios komponierter und sprachlich brillanter Roman über Schuld und Sühne, Verlust und Verbrechen gelungen, ein spannender Thriller und ein literarischer Glücksfall gleichermaßen.
Über den Autor (laut Eichborn-Verlag):
Jan Costin Wagner wurde 1972 in Langen/Hessen, bei Frankfurt geboren. Er studierte Germanistik und Geschichte in Frankfurt und arbeitet als freier Autor im Rhein-Main-Gebiet.
Finnland, der Schauplatz seiner Romane um den Kommissar Kimmo Joentaa, ist nicht nur das Land, in dem seine Ehefrau geboren wurde, sondern auch seine zweite Heimat.
Veröffentlichungen:
Bei Eichborn Berlin erschien 2002 sein Debütroman Nachtfahrt, eine Verfilmung des Buches ist in Arbeit. Sein zweiter Roman Eismond (2003) brachte den internationalen Durchbruch. Im Herbst 2005 erschien sein dritter Roman Schattentag, im Juli 2007 sein vierter Roman Das Schweigen, der momentan fürs Kino verfilmt wird. Sein neuer Roman Im Winter der Löwen — der dritte Fall von Kimmo Joentaa — erscheint im Februar 2009.
Meine Meinung:
Kommissar Kimmo Joentaa ermittelt diesmal wegen des verschwundenen Mädchens Sinikka. Ihr Fahrrad wird an der Stelle gefunden, an der 33 Jahre zuvor ein anderes Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Sinikka bleibt trotz intensiver Suche verschwunden.
Neben der Polizei-Perspektive wird aus einer zweiten Perspektive erzählt. Dieser Mann war bei dem Gewaltverbrechen vor 33 Jahren dabei. Man begleitet auch ihn, seine Familie, sein Innenleben im Laufe der Ermittlungen.
Der Erzählstil erschient zunächst eher karg, melancholisch. Lässt man sich aber auf den Erzählfluss ein, packt die Geschichte und erweist sich als sehr stimmungsvoll.
Nicht umsonst wird die literarische Qualität dieses Romanes hoch gelobt.
Dieses Buch ist viel mehr als ein Krimi. Wagner hinterfragt, bricht mit Tabus, niemand ist nur gut oder nur böse. Man ist gezwungen, sich auch in den Täter hineinzuversetzen.
Wagner fast sich kurz, präzise. Ich hätte gern mehr von Kimmo und den anderen Protagonisten gelesen.
Zu Recht mit dem Deutschen Krimipreis 2008 ausgezeichnet!