Brad Kelln: Die Bibel der Toten
(In Tongues of the Dead)
rowohlt tb, 325 Seiten,
Erscheinungsdatum: März 2009
Klappentext:
Seit Jahren liegt das Voynich-Manuskipt in der Bibliothek der Yale University. Keiner konnte den Text entziffern - bis ein autistischer Junge den Text offenbar mühelos liest. Kurze Zeit später wird das Manuskript gestohlen. Pater Benicio Valori den Auftrag, den Fall zu überprüfen. Doch schnell zweifelt er an den Beweggründen der Kirchenoberen, die offenbar alles daran setzen, die Enthüllung des Inhalts zu verhindern. Aus Sorge um das Leben des Jungen entführt Benicio den kleinen Matthew - nicht ahnend, auf welche Art von Feinden er sich einlässt ...
Über den Autor:
Brad Kelln ist Facharzt für klinische und forensische Psychologie.
Meine Meinung
Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Autor das Voynich Manuskript schnappt und es in einem Thriller verarbeitet (falls es nicht schon ein anderer getan haben sollte und ich das verpasst habe).
Das Voynich Manuskript, das tatsächlich existiert, ist ein geheimnisvolles Werk, das in einer Sprache/Schrift verfasst ist, die keiner lesen kann, mit allen möglichen Zeichnungen, z.B. von Pflanzen, die es nicht gibt. Dieses Werk liegt wohlverwahrt in der Handschriftenabteilung der Yale Universität. Soweit der reale Hintergrund.
(Bei Zweitausendeins ist ein interessantes Buch darüber erschienen: Gerry Kennedy & Rob Churchill: „Der Voynich-Code. Das Buch das niemand lesen kann“).
Dieses Thema war auch der Grund, warum ich mir den fünfmillionsten Thriller dieser Art gekauft habe. Das Buch liest sich recht schnell, ist ganz nette Thriller-Unterhaltung, aber nicht wirklich etwas besonderes. Die Charaktere berühren einen nicht wirklich, obwohl sie, wie zB Dr. Jake Tunnel mit seinem kranken Sohn, das Potential dazu hätten.
Kelln verwurstet das Voynich-Manuskript mit biblischen Geschichten von den Nephilim, den gefallenen Engeln, und der Vatikan behält das Buch im Auge, um herauszufinden, ob jemand auftaucht, der es lesen kann. Father McCallum, der diesen Job im Auftrag des Vatikan seit einer Ewigkeit innehat, hat keine Ahnung, was es damit auf sich hat, und was er damit auslöst, als er meldet, dass der autistische Junge das Buch gelesen hätte.
Das Buch enthält ein paar Mystery-Elemente, die nicht so ganz mein Ding sind, aber die ja anscheinend ziemlich in Mode gekommen sind.
Fazit, nette Thriller-Unterhaltung, die Idee als solche fand ich insgesamt ganz nett, wenn es dem Autor gelungen wäre, das ganze ohne Mystery hinzukriegen, hätte es mir ja vielleicht doch besser gefallen.
edit: ISBN vergessen
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