Buch für Schule

  • Zitat

    Original von magali
    Ich finde es übrigens nicht besonders schlimm, nicht zu wissen, wer oder was 'Goethe' ist.
    magali


    aber man muss doch von Goethe wenigstens schon mal irgendwas gehört haben, seine gedichte und werke müssen ja nicht gleich alle mit jahreszahl auswendig gewusst werden, aber Was Goethe ist und war, gehört meiner meinung nach immer noch zur Allgemeinbildung!!!



    außerdem muss garantiert jeder schüler in deutschen schulen den "Zauberlehrling" von ...ja genau von GOETHE auswendig lernen

  • Goethe ist dermaßen im Deutschunterricht präsent, von dem noch nie was gehört zu haben, halte ich daher für recht unwahrscheinlich.
    Wobei es natürlich die Frage ist, wie viel vom Gehörten dann wirklich hängen bleibt. Aber durchgenommen wird er, als Person und natürlich auch einige seiner Werke. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es (in Deutschland) Schulen gibt, die darauf verzichten.

  • Zitat

    Original von Leserättin
    Goethe ist dermaßen im Deutschunterricht präsent, von dem noch nie was gehört zu haben, halte ich daher für recht unwahrscheinlich.
    Wobei es natürlich die Frage ist, wie viel vom Gehörten dann wirklich hängen bleibt. Aber durchgenommen wird er, als Person und natürlich auch einige seiner Werke. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es (in Deutschland) Schulen gibt, die darauf verzichten.



    ganz meine Meinung :write


    und Goethe dermaßen zu ignoriren, dass man ernsthaft fragen muss, wer oder was ein 'Goethe' ist, dass hat der größte deutsche Dichter nun wirklich nicht verdient :pille

  • Was ist 'Allgemeinbildung'?
    Im Jahr 2009?
    :gruebel


    Wieso ist Goethe 'allgemein'?
    Wer definiert das, wer verlangt es, von wem? Und immer noch: WARUM??


    Was beweist es, wenn man den 'Zauberlehrling' auswendig hersagen kann?
    Daß man ein gutes Gedächtnis für Reime hat.



    :wave


    magali (die nie ein Gedicht des Herrn von und zu auswendig lernen mußte)



    PS.: zum Thema: es gibt einen Disney-Film zum 'Zauberlehrling.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Die Faulheit der heutigen Jugend!!


    Der Untergang der Glocke im Stechlin! Das Ende von Nathans Ring in der eisernen Hand von Berlichingen!! :yikes
    Der Schrecken der Medea angesichts des Torwarts beim Elfemeter! :geist


    O, Ihr guten Menschen beim Billard um halb zehn!! In Mahagonny.


    Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an, o, mein Surabaya Johnny.



    :wave


    magali (Axt im Haus)

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von blackcat
    Also ich musste den Zauberlehrling nicht auswendig lernen :grin


    Ich auch nicht und das es dazu einen Film gibt ist auch an mir vorübergegangen.


    Muss ich mich jetzt schämen?

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • Hm, ich musste sowohl den Zauberlehrling auswendig lernen, als auch den Erlkönig und wenn wir schon dabei waren, durften wir uns von Schiller eine Ballade zum Auswendig lernen aussuchen (ich nahm Hero und Leander) :-]


    @topicstarter (sorry, ich weiß deinen Namen grad nimmer):
    Wie wär es mit Twilight? :-)

  • Zitat

    Original von Vulkan
    Wobei die Bolognisierung der Hochschulen diese Entwicklungen sicher massiv unterstützt, statt ihnen entgegen zu wirken. Die Studenten achten nur noch auf ihre Module, Scheine und Klausuren. Teilweise sitzen sie mit Lernstoff für andere Seminare im Seminar und lesen nicht mal den notwendigen Stoff für die jeweilige Sitzung. Ich will nicht behaupten, dass vor ein paar Jahren alles besser war, aber die Infantilisierung der Studenten durch dieses verschulte Hochschulsystem scheint mir doch voranzuschreiten.


    Sowas kann man aber auch nicht so verallgemeinern!
    Ich studiere in einem Bachelorstudiengang an einer FH und wir müssen jetzt den gleichen Stoff in 6 Semestern durchnehmen, der vorher auf 8 Semester (Diplomstudium) verteilt war.
    Dann kann ich nur sagen, dass ich feste Stundenpläne jederzeit vorziehe. Erstmal sehe ich nicht ein, weshalb Stundenten dadurch unselbstständiger - oder was auch immer - sein sollen und zum anderen habe ich auch schon ohne festen Stundenplan studiert. Dort war es dann durch die unpassenden Zeiten nicht möglich sein Studium in der Regelstudienzeit zu schaffen. Klar - das ist bestimmt vorzuziehen....


    Ansonsten achte ich ganz bestimmt nicht nur auf Scheine bzw, Klausuren. Scheine in dem Sinne gibt es übrigens überhaupt nicht, da ja eh jede Note mit in die Endnote eingeht.
    Ansonsten gehört es doch genau zur Selbstständigkeit bzw. freien Entscheidung der Studenten, dass man nicht gezwungen wird, bestimmte Vorlesungen/Seminare zu besuchen bzw. geistig anwesend zu sein.
    Und diejenigen, die nicht bereit sind, etwas für ihr Studium zu tun, die haben wohl das falsche gewählt. Klar nervt das viele Lernen, Referate usw. schon mal, aber thematisch interessiert mich das meiste und deshalb tut man auch etwas.


    Ich glaube nicht, dass es heute anders ist als früher.


    Den Begriff "Infantilisierung" finde ich jedenfalls vollkommen daneben und sowieso hat das für mich nichts mit der Ausgangsfrage an sich zu tun. Die Frage zeigt einfach nur, wie faul bzw. einfach es sich viele Schüler machen und man kann mir beim besten Willen nicht erzählen, dass das als Recherche angesehen wird. Die Schüler wissen schon ganz genau, wie sie es sich einfach machen und nebenbei die Aufgaben der Lehrer umgehen.


    Für mich ist das übrigens ein super Diskussionsthema : Erst habe ich Lehramt studiert und jetzt Buchhandel/verlagswirtschaft. Die Kombination aus Büchern und Schule passt da folglich perfekt.


  • Und ich bin der festen Überzeugung, dass kein Mensch sich für Goethe interessieren würde, wenn es zu seiner Zeit schon eine solche Buchvielfalt gegeben hätte, wie heute. Ich lese gern, ich bin auch der Meinung, dass man den Namen kennen sollte, aber ich persönlich finde seine Werke absolut unbedeutsam!

  • Ich finde es auch richtig, dass man immer mal etwas auswendig lernen sollte, weil es das Gedächtnis schult. Aber es muss nicht Goethe sein oder sonstwer. Eine gute Mischung aus altem und neuem wäre vielmehr sinnvoll. Aber in den meisten Schulen bezieht man sich grundsätzlich nur auf alte Gedichte, Balladen usw. Gibt es heute nichts mehr?
    Ich würde mich da mal auf Hans Sachs berufen (für alle die es nicht wissen: "Die Meistersinger von Nürnberg" von Wagner) und sagen (bzw. interpretieren), dass sowohl Traditionen erhalten werden müssen, als auch neues dazukommen muss. Tja, im Deutschunterricht ist man mir da definitiv zu altbacken (Ich finde ja, dieses Wort an sich spiegelt hervorragend seine Bedeutung wider :rofl )

  • Ich finde einfach die Diskussion interessant, die sich daraus ergeben hat!


    Bei der Buchempfehlung würde ich mich ansonsten bei "To kill a mockingbird" anschließen. Das "mussten" wir in der Schule lesen und ich war begeistert.


    Als ich mir mal - als Zusatzaufgabe (sowas wie eine Facharbeit) - ein Buch für den Englischunterricht aussuchen durfte (ja, durfte :-] ), da habe ich "My Story" von Dave Pelzer gelesen. Ein wirklich gutes, aber sehr bedrückendes Buch.

  • Zitat

    Original von Daniliesing
    Sowas kann man aber auch nicht so verallgemeinern!
    Dann kann ich nur sagen, dass ich feste Stundenpläne jederzeit vorziehe. Erstmal sehe ich nicht ein, weshalb Stundenten dadurch unselbstständiger - oder was auch immer - sein sollen und zum anderen habe ich auch schon ohne festen Stundenplan studiert.


    Den Begriff "Infantilisierung" finde ich jedenfalls vollkommen daneben und sowieso hat das für mich nichts mit der Ausgangsfrage an sich zu tun.


    Ich wollte Dir und Deinem Studiengang nicht auf die Füße treten. Infantilisierung mag etwas zugespitzt sein, entspricht aber durchaus meinen Eindrücken. Mit der Ausgangsfrage hat das nichts zu tun, sondern mit Eskalinas Posting. :wave
    Natürlich habe ich im zweiten Teil meines Postings verallgemeinert - natürlich sind Verallgemeinerungen nie 100%ig zutreffend. Aber ich bleibe dabei, dass es - zumindest für die Geistes- und Sozialwissenschaften, denn nur da kenne ich mich wirklich aus - diese Tendenz gibt. Wenn es Studiengänge gibt,die vom BA-System profitieren, dann ist das ja sehr schön. Was die Geisteswissenschaften angeht, danke ich jeden Tag dafür, meinen Abschluss bereits zu haben...


    Ein Beispiel: In einem Institut wird erwartet, dass Studenten die Hausarbeiten im Semester schreiben. Veranschlagt werden ca. 3 Wochen bei laufendem Semesterbetrieb. In der Zeit kann man natürlich aus ein paar Aufsätzen und Büchern ein paar Sachen zusammenschreiben. Aber eine wissenschaftlichen Mindestansprüchen genügende Hausarbeit, in der man ein Thema klar abgrenzt, sich eine Fragestellung überlegt, einschlägige Quellen und Sekundärliteratur dazu zusammensucht und dann diese ordentlich bearbeitet (da hakt es dann häufig aus), schafft man nicht in 3 Wochen, wenn man zusätzlich 20 SWS hat und für ein paar andere Seminare auch noch was tun muss. Da kann nur Murks rauskommen.