Kritische Diskussion zu den "Biss-Romanen"

  • Ich habe die Bücher gelesen und ich fand sie gut. Aber das war es auch schon. Ich fand viele Bücher gut. ;-)


    Ich weis nicht, warum viele Mädchen von den Büchern besessen sind, warum sie Bella sein wollen, und einen Freund wie Edward haben wollen.


    Ich habe schon oft darüber nachgedacht, aber ich kann es mir nicht erklären. ?(

  • Zitat

    Original von Booklooker


    Dabei kann Edward gar nicht hübsch sein. So, wie ich ihn sehe, ist er nicht hübsch ;-)
    Ein Vampir muss was von den Anne Rice-Vampiren haben um perfekt zu sein :grin


    Genau so ist das. Der einzig wahre Vampir ist Marius :-]

  • Ich hab auch nur den ersten Band gelesen und fand es auch unmöglich, wie Bella sich zum Affen macht. Ich hab auch ständig gehofft, dass er zubeißt. Hat er das etwa nach 4 Bänden immer noch nicht getan? Will Frau Meyer Frau Rowling Konkurrenz machen?

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Zitat

    Original von Leseratte87
    Ich weis nicht, warum viele Mädchen von den Büchern besessen sind, warum sie Bella sein wollen, und einen Freund wie Edward haben wollen.


    Ich habe schon oft darüber nachgedacht, aber ich kann es mir nicht erklären. ?(


    :write


    als ich angefangen habe den ersten band zu lesen war ich hin und weg. konnte direkt in bella´s welt eintauchen. das hat sich dann aber mit der edward-verehrung ganz schnell gelegt und seit dem mache ich einen großen bogen um die bücher. absolut nicht mein ding.


    und wenn wir frauen mal ehrlich sind, ein bisschen macho ist ok aber so einen richtigen macho-arsch will keiner haben. :grin


    ich halte es da wie booklooker, an einigen tagen würde ich mir gerne die entscheidungen abnehmen lassen, aber an den meisten tagen bin ich ganz glücklich damit selbst bestimmen zu dürfen und meine eigenen entscheidungen zu treffen. :-]


    edit: ich habe im übrigen auch immer gehofft das er sie nun endlich beisst damit ruhe ist. aber an seiner stelle hätte ich das auch nicht gemacht - allerdings hätte ich bei dem generve auch eher das weite gesucht. :lache

  • Der Vampirhype macht halt auch vor den jungen Leserinnen nicht halt. Stephenie Meyer hat das früh erkannt und eine jugendfreie Version einer Vampirstory geschrieben, mit einer jungen "Heldin". Mit der können sich Mädels gut identifizieren, die noch die Schulbank drücken. Doch über etwas zu lesen und in Fantasien zu schwelgen, heißt noch lange nicht, dass ich so etwas im Realen leben haben will. Ich bin zwar kein Mädel mehr, aber ich brauche niemanden, der mir sagt, wo es lang geht und wenn nötig mit erhobener Stimme. Wenn das jemand wagt, dann wird er erfahren, wie laut ich werden kann.
    Warum kommen allgemein Vampire zur Zeit so gut an, nicht nur bei jungen Mädels, sondern auch bei älteren? Schaut zum Beispiel mal in diesen Thread rein, dann seht ihr, in was für spaßigen Fantasien manche schwelgen. Das ist eine interessante Frage! Von der Bissreihe, habe ich die ersten drei Bände gelesen und mehr will ich mir auch gar nicht zu Gemüte führen. Ich fand sie sehr schön geschrieben, sehr anschaulich und gefühlvoll, gute Unterhaltung. Um Edward wird so eine Riesengedöns gemacht, aber auch Jacob hatte seine Anteile an der Geschichte und ich hatte schon das Gefühl, dass Bell am Ende des dritten Bandes etwas mehr zu Jacob tendierte.

  • Also wenn Edward wenigstens ein richtiger Macho wäre... Aber er ist ja so eine merkwürdige Mischung aus verständnisvollem Softie, der "erstmal über alles reden will" und einem Typen aus dem vorigen Jahrhundert (letzteres ist ja auch nicht weiter überraschend :-) ), der seiner Frau das Autofahren verbietet, weil sie möglicherweise an die Bordsteinkante fahren könnte.

  • Ich habe die "Biss"- Bücher nicht gelesen, kann aber möglicherweise trotzdem etwas sinnvolles beitragen.
    Mir fällt, schon seit einiger Zeit, bei einigen Mädchen zwischen 15-20 eine unglaublich konservative, um nicht zu sagen "altmodische" Lebenseinstellung auf. Mann, Kind und Haushalt scheinen für einige die Erfüllung des Lebens zu sein, die Errungenschaften der Emanzipation gehen an ihnen vollkomen vorbei. Ich kann nicht einschätzen ob da eine bewusste Gegenbewegung zur Emanzipation vollzogen wird oder man sich in einer Welt voller Möglichkeiten "in Sicherheit" bringen will, es scheint aber viele junge Mädchen eher in den Haushalt zu ziehen als hinaus in die Welt.
    (Ich verurteile keineswegs ein solches Denken, es ist nur eine Beobachtung meinerseits!)

  • Äh. Öhm.
    Die Bis(s)-Bücher sind Romane.


    Man will solche Geschichten lesen.
    Träumen, Phantasien ausagieren. Auch vorgegebene Rollenmuster von mir aus.


    Bella sein wollen ist andere Sache als Bella sein. Die Leserinnen wissen sehr gut, daß sie es nicht sind und nie sein werden.
    Sie träumen davon. Mehr nicht.


    Es geht zum einen um den alten Traum von der großen, unermeßlichen, Liebe, die nie endet. Sagt mir, daß es Menschen gibt, die davon nicht träumen.
    Die Bis(s)-Romane sind einfach eine zeitgenössische Spielart davon.


    In dem ersten Roman, dem einzigen, den ich bis jetzt gelesen habe, geht es darüber hinaus um die Frage von Entscheidungen und, ganz wichtig, die Folgen davon. Das ist eine Botschaft in dem Buch, die sehr gut verpackt ist, und der ich große Chancen einräume, daß sie ebenfalls ankommt.


    Überhaupt ist ein nicht unbeträchtlicher Teil des ganz normalen Teenager-Daseins recht gut getroffen. Schule, Eltern, Freundschaften, das wirkt sehr überzeugend. Mit dem Problem, das ihre Eltern ihr geschaffen haben, wird Bella, nebenbei bemerkt, ganz gut fertig.


    Aber wer wünschte sich nicht immer wieder mal jemanden, die/der einer einen Lehrer, eine Mathearbeit oder das Abtrocknen nach dem Abendessen vom Hals schafft?
    Es sind einfach die Wünsche nach einem Helden. Alter Topos.
    So what?


    Es gibt aber noch ein weiteres Thema und das halte ich für das wichtigste:


    Die Vampire kann man als Metapher für die Anforderungen des Erwachsenenlebens lesen, denen sich junge Frauen ausgesetzt sehen. Das Fremde, Bedrohliche, das auf eine zukommt, und das man einschätzen lernen muß, weil man damit die nächsten fünfzig Jahre min. leben muß.
    Da es grundsätzlich um Sexualität geht, kann man das Buch durchaus als modernes Aufklärungsbuch sehen, in dem herkömmliche Vorstellungen von Keuschheit mit den Ansprüchen einer ganz anderen Gesellschaftsform kollidieren.
    Es geht, anders als das Gestöhne 'Edward ist sooo cool' vermuten läßt, also tatsächlich um Angst und Ängste in diesem Buch, und zwar um dezidiert weibliche.


    Diskutiert wird es auf unterhaltende und oft oberflächliche Weise, das ist unwidersprochen. Es wird zuviel gequakt und zwischendurch ist der Pegel der reinen Action einfach lächerlich hoch.
    Aber für Zwölf - bis Sechzehnjährige offenbar nicht. ;-)


    Wie gesagt, es ist nur ein Roman.





    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Was ich viel interessanter finde ist die Zunahme der Leserschaft ab 40!


    Wenn wir hier über sexuelle Aufklärung und Frauwerden reden, frage ich mich, was die ältere Generation so begeistert :gruebel


    Ist es hier auch ein Wegträumen vom Alltag, der Arbeit, dem Partner oder ist es der Wunsch noch einmal seine Jugend nachzuholen, also quasi die trivialliterarische Midlifecrisis??



    echt verwunderte Grüße von Elbereth :wave

    “In my opinion, we don't devote nearly enough scientific research to finding a cure for jerks.”

    ― Bill Watterson

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  • Erst mal vorweg - ich habe nur den ersten Band der Reihe vollständig gelesen und befasse mich momentan mit Band zwei. Es ist eine gut lesbare leichte Lektüre.


    Allerdings muss ich sagen, dass sich die Abnutzungserscheinung, die die Wiederholung des immer gleichen Themas "Sie will - er nicht" und Bellas fast schon fetischhafte Anhimmelung von Edward sich inzwischen mehr als bermerkbar macht.


    Weshalb junge Mädchen die Story lieben? Vielleicht gerade, weil sie so simpel und schwärmerisch ist, wie viele der jugendlichen Leserinnen. Außerdem ist da ein attraktiver geheimnisvoller (kultivierter) Held mit Soap-Opera-Appeal und dem melancholisch-tragischen Stigma des Untoten. Nach meiner Beobachtung sind auch viele älteren Leserinnen schnell hin und weg von einem Buch, wenn ihnen ein entsprechender Charakter präsentiert wird, der in das oft klischeehafte Wunschbild "Traummann" passt (sei es nun Rhett Butler, Ian Raventhorne oder irgendein Pirat oder Highlander). Frauen lassen sich schnell von so einem "object of desire" und damit auch von der Geschichte, die es umgibt, begeistern. Es müssen nur die Zutaten stimmen.


    Letztlich geht es doch nur um Edward und damit um die Liebesgeschichte mit einem Vampir, die die Leser auf diese Weise erleben können. Das macht meines Erachtens den Hauptreiz für viele junge Leserinnen aus. Die Story des jungen Paares, das aufgrund gesellschaftlicher Hindernisse (sie weiß, er schwarz; sie arm, er reich; sie Jüdin, er Christ; sie Italienerin, er Amerikaner; sie Mensch, er Vampir...) nicht so zusammenkommen kann, wie es will, ist seit Urzeiten ein Evergreen. Wahrscheinlich würde die Geschichte auch funktionieren, wenn einer der Protagonisten unter dem Glasknochen-Syndrom leiden würde - aber das wäre längst nicht so romatisch. :-)

    :flowersIf you don't succeed at first - try, try again.



    “I wasn't born a fool. It took work to get this way.”
    (Danny Kaye) :flowers

  • Bodo, diese Entwicklung erlebe ich grad hautnah mit. Die Enkelin meines Chefs ist ganze 13 Jahre alt und ihr größter Wunsch für später ist: heiraten und Kinder haben. Einen Beruf braucht sie deshalb nicht und wer heiraten will, muss auch in der Schule nicht aufpassen. Und das ist vollkommen erst gemeint von ihr und nicht einfach nur eine Null-Bock Phase.

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    Bodo, diese Entwicklung erlebe ich grad hautnah mit. Die Enkelin meines Chefs ist ganze 13 Jahre alt und ihr größter Wunsch für später ist: heiraten und Kinder haben. Einen Beruf braucht sie deshalb nicht und wer heiraten will, muss auch in der Schule nicht aufpassen. Und das ist vollkommen erst gemeint von ihr und nicht einfach nur eine Null-Bock Phase.


    He he, sowas gibt es wirklich?

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    Bodo, diese Entwicklung erlebe ich grad hautnah mit. Die Enkelin meines Chefs ist ganze 13 Jahre alt und ihr größter Wunsch für später ist: heiraten und Kinder haben. Einen Beruf braucht sie deshalb nicht und wer heiraten will, muss auch in der Schule nicht aufpassen. Und das ist vollkommen erst gemeint von ihr und nicht einfach nur eine Null-Bock Phase.


    Ich bin über diese Entwicklung auch mehr als verwundert! Ich kenne 70jährige die lockerer sind als einige, die gerade mal 20 sind... eine Erklärung habe ich allerdings auch nicht!

    Lieber barfuß als ohne Buch! :lesend

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bodo ()

  • Zitat

    Original von Sabine_D
    Bodo, diese Entwicklung erlebe ich grad hautnah mit. Die Enkelin meines Chefs ist ganze 13 Jahre alt und ihr größter Wunsch für später ist: heiraten und Kinder haben. Einen Beruf braucht sie deshalb nicht und wer heiraten will, muss auch in der Schule nicht aufpassen. Und das ist vollkommen erst gemeint von ihr und nicht einfach nur eine Null-Bock Phase.


    :yikes
    Wie grausam - selbst wenn man eine Familie will - auch früh, sollte man was aus sich machen. Wer weiss, was später noch auf einen zukommt.
    Meine Tante hat mit 17 ihre Tochter bekommen. Ob sie eine Ausblidung gemacht hat, weiss ich nicht, war nie Thema. Sie war Hausfrau und Mutter bis meine Cousine zu Hause ausgezogen ist. Meine Cousine lebt jetzt in Schottland und heiratet im Oktober, sie hat studiert und hat nen tollen Job. Meine Tante arbeitet in Einzelhandel und ist total unzufrieden. Natürlich war die Zeit damals anders, aber ich wette drauf, dass sie es heute bereut, in der Kindheit ihrer Tochter nie arbeiten gegangen zu sein.

  • Zitat

    Original von CathrineBlake
    Außerdem: Was macht sie, wenn sie aufgrund ihrer schlechten Schulbildung keinen Mann findet? Wer will denn eine Frau, die keine Allgemeinbildung hat?


    Solche Exemplare von Mann gibt es auch. Nur ob Frau den wirklich haben möchte bezweifle ich.