Kurzbeschreibung (lt. Limes Verlag):
Ein obskurer Pater, ein fanatischer Ritualmörder …
Es ist Sommer in Florenz, und die Kunststudentin Mary flieht vor der Hitze der Stadt in die schattigen Boboli-Gärten. Plötzlich wird sie von einem Maskierten mit einem Messer attackiert. Nur dem selbstlosen Eingreifen ihres Mannes Ty verdankt sie, dass sie überlebt. Er hat sein Leben für sie gegeben. Der Täter wird gefasst, stirbt aber noch vor dem Prozess. Die Polizei glaubt, mit ihm einen Serienmörder gefasst zu haben, der Frauen grausam mit dem Messer tötet und die Leichen wie in einem Ritual arrangiert. – Um die Geister der Vergangenheit zu besiegen, folgt Mary zwei Jahre später der Bitte des Journalisten Pierangelo und kehrt zurück nach Florenz. Und erneut gerät sie dort in den Sog düsterer Ereignisse: Wieder treibt ein Mörder – ähnlich wie damals – sein Unwesen; in Marys Wohnung geschieht Seltsames; und schließlich fühlt sie sich von einem Pater verfolgt, der das dunkle Geheimnis kennt, das sie mit Pierangelo verbindet. Da stößt sie auf einen Hinweis, der ihr die religiöse Dimension der Morde offenbart ...
Zu der Autorin (lt. Limes-Verlag):
Lucretia Grindle, geboren in Sherborn, Massachusetts, promovierte am Dartmouth College. Nach ihrem hoch gelobten Debüt »Nur in der Nacht« ist »Namenstag« ihr zweiter großer Psychothriller. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann abwechselnd im englischen Devon und in ihrem Heimatstaat Massachusetts.
Meine Meinung:
Die Kurzbeschreibung führt etwas in die Irre.
Mary Warren, die Ich-Erzählerin, begleitet ihren Ehemann Ty im Rahmen eines Lehreraustauschprogrammes nach Florenz. Dort beginnt sie eine Affäre mit dem Journalisten Pierangelo. Bei einem Ausflug in die Boboli-Gärten wird sie brutal überfallen und mit einem Messer werden ihr tiefe Wunden beigebracht. Ty kommt ihr zu Hilfe, was er mit dem Leben bezahlen muss.
Die Polizei kann den Täter, den Obdachlosen Karel Indrizzio, fassen. Ihm werden noch zwei Morde zur Last gelegt. Die beiden jungen Frauen wurden wie bei einem Ritual präsentiert und der Serienmörder ließ einmal ein weißes Band am Handgelenk, einmal eine Kerze zurück.
Zwei Jahre später kehrt Mary nach Florenz zurück, um Pierangelo nahe zu sein und ein Kunstgeschichts-Studium an einer privaten Akademie zu beginnen. Sie teilt sich mit ihrer Mitstudentin Billy eine Wohnung.
Nach Marys Ankunft beginnt das Morden erneut. Ein Serienmörder scheint Indrizzio zu kopieren. Eine Prostituierte und eine Studentin werden nach demselben Ritual ermordet. Der Täter lässt einmal einen Steglitz, einmal ein rotes Säckchen mit Vogelfutter zurück.
Diese Handlung scheint viel Spannung zu versprechen. Jedoch geht es zunächst eher gemächlich zu. Man begleitet Mary einmal mit ihren Freunden bei ihrem Studium, Besichtigungen von Museen und Kirchen, abendlichen, ausgelassenen Feiern, zum anderen bei ihren Treffen mit Pierangelo.
Nur unterschwellig scheint etwas nicht zu stimmen. Mary fühlt sich beobachtet, goldenen Augen verfolgen sie. In ihrer Wohnung findet sie ihre Schminkutensilien durchwühlt, ein schwarzer Nagellack, rätselhafte Postkarten tauchen auf.
Florenz wird sehr ausführlich mit seinen vielen Kunstschätzen beschrieben. Man bekommt ein gutes Bild davon, welche große Rolle der katholische Glaube, Kirchen und Priester auch im Alltag spielen. Aber da setzt auch mein Hauptkritikpunkt an. Die Autorin überstrapaziert die Beschreibungen von Florenz, die Ausflüge der Studenten.
Richtige Spannung kommt erst nach etwa 300 Seiten auf. Nach einem weiteren Mord in direktem Umfeld von Mary beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Auch die Ermittlungen der Polizei treten in den Vordergrund.
Mary kommt auf die Spur erzkonservativer kirchlicher Kreise und in einem packenden Finale kann der Mörder von Mary und der Polizei gefasst werden.
Insgesamt einfach zu langatmig!