Krimis & Thriller - reißerische Buchtitel

  • Aus Buchhändlersicht sind diese "Ein-Wort-Titel", wie "Der Präsident" oder " Der Gefangene" oder so viel schlimmer! Versucht mal einen Titel wie "Das Haus" zu bibliographieren, wenn ihr keinen Autor dazu habt... ein Alptraum! Ausserdem sind die Kundenanfragen nach langen Titeln oft viel lustiger, da man, je länger der Titel ist, mehr durcheinanderbringen kann. Und man hat mehr Suchbegriffe, die man zur Not in den PC hacken kann. :chen

  • Ich muss sagen, mich nerven diese Titel auch ein wenig, einfach weil sie wirklich dermaßen gleich klingen. Mir kommt es manchmal so vor, als wenn da schon 200 bis 300 vorgefertigte Titel in der Schublade liegen und wenn es dann heißt "Elisabeth George hat ihr Manuskript abgegeben" dann rennt der Praktikant los und holt die Liste:
    :gruebel "Was nehmen wir denn heute?": "Denn sie sollen getötet werden", "keiner klopfe den ersten Stein" oder "niemand fürchte die letzte Bahn"... :lache

  • Mich nerven auch die deutschen Titel von Eliot Pattison. Ich kann die nicht auseinanderhalten. Die englischen haben nicht dieses Muster, dass immer irgendwas mit Tibet im Titel stehen muss.


    Der fremde Tibeter (The Skull Mantra)
    Das Auge von Tibet (Water Touching Stone)
    Das tibetische Orakel (Bone Mountain)
    Der verlorene Sohn von Tibet (Beautiful Ghosts)
    Der Berg der toten Tibeter (Prayer of the Dragon)

  • Bodo : auch diese Perspektive ist interessant.


    Eskalina : :lache


    PS: Ich meine mit "reißerisch" einfach, dass versucht wird, mit einem besonders mysteriösen, spannenden *was auch immer* Titel den Leser dazu zu animieren, das Buch in die Hand zu nehmen.
    Dass das nicht bei allen Lesern klappt, ist ja klar, aber eine bestimmte Lesergruppe soll ja wohl angesprochen werden.


    Gruß, Bell

  • Zitat

    Original von Lesebienchen
    Ansonsten stößt mich ein Titel nicht ab. Wenn ich in einer Buchhandlung stöbern gehe, dann lasse ich meine Augen wandern und wenn mich ein Cover oder Titel anspricht, dann lese ich die Inhaltsangabe. Nur wegen einem blöden Titel würde ich auf kein gutes Buch verzichten.


    :write Titel sind ja nicht alles, für mich zumindest nicht. Wenn ich Titel lese, weiß ich schon mal grob, welchem Genre das buch zugeordnet wird und ob es daher etwas für mich sein könnte. Aber ich gehöre ja auch zur Zielgruppe. :grin
    Gerade die deutschen Titel von Joy Fielding sind teilweise sehr haarsträubend und grausig, trotzdem sind es wunderbare Romane. Mit dem Inhalt haben die Titel leider eher weniger gemein.


    Reißerisch finde ich sie nicht, sie passen einfach zum Genre. Es gibt auch genug Titel, hinter denen ich keinen Thriller oder Krimi vermuten würde, wenn ich nicht den Autor oder den Klappentext kennen würde.


    @ Bodo
    Bei den von dir genannten kurzen Titeln wüsste ich aber schon, wer der Autor ist. :chen Aber für Buchhändler, die mehr als ihr eigenes, bevorzugtes Genre kennen sollten, ist es wohl alles anderes als einfach, da gebe ich dir recht.

  • Natürlich kenne ich bei diesen Beispielen die Autoren! Aber es waren ja auch nur Beispiele. Je mehr Worte der Titel jedoch hat, desto mehr Möglichkeiten habe ich, nach irgendetwas zu suchen. Das Problem bei den irgendwie immer gleich klingenden Titeln ist, das sie oft, wie beim "Stille-Post-Spiel" bei mir so verändert ankommen, das das Suchen schon.... sehr viel Phantasie erfordert. Es macht aber viel mehr Spaß, nach Langtiteln zu forschen!

  • Zitat

    Original von Eskalina
    Mir kommt es manchmal so vor, als wenn da schon 200 bis 300 vorgefertigte Titel in der Schublade liegen und wenn es dann heißt "Elisabeth George hat ihr Manuskript abgegeben" dann rennt der Praktikant los und holt die Liste:
    :gruebel "Was nehmen wir denn heute?": "Denn sie sollen getötet werden", "keiner klopfe den ersten Stein" oder "niemand fürchte die letzte Bahn"... :lache


    Klasse, Eskalina. :lache
    Genauso kommt mir das auch vor. Zum Glück hat Elizabeth George die Hürde "Blöder Titel, also blödes Buch?" bei mir schon vor langer Zeit genommen. Das Problem ist nur, dass ich nie weiß, ob ich ein Buch von ihr schon gelesen habe oder nicht, denn mir geht es genau wie Vandam - ich kann mir die Titel beim besten Willen nicht merken, auch auf Englisch nicht.

    Surround yourself with human beings, my dear James. They are easier to fight for than principles. (Ian Fleming, Casino Royale)

  • Also, das ist mir so ziemlich egal. Gut, kann schon sein, dass ich bei so einem längeren Titel schneller auf das Buch aufmerksam werde (glaub ich aber nicht, weil die auch nicht reißerischer sind und zur Zeit eh irgendwie überwiegen :gruebel), aber ich lese dann immer noch Klappertext, blättere rein und der Autor/die Autorin spielt ja auch eine Rolle. Naja, und das Cover.


    So gesehen kann ich nicht sagen, dass mich ein längerer Titel abschreckt. Beim Lesen kann ich es mir auch merken, da hab ich keine Probleme damit (ob ich mir jetzt "Das Haus" oder "Geh nicht in das Haus" merken soll, das krieg ich gerade noch so hin :lache).


    Allerdings find ich es schon dumm, wenn der Titel nicht viel mit der Handlung gemeinsam hat bzw. leicht austauschbar ist. Ich finde ja, dass einige Joy Fielding-Titel auch in diese längere Kategorie fallen (als biblisch bezeichne ich die jetzt mal nicht). Aber ich hab bis jetzt nur 2 Bücher von ihr gelesen und kann nicht sagen, ob ich sie auseinanderhalten kann oder nicht. Mal sehen :grin

    With love in your eyes and a flame in your heart you're gonna find yourself some resolution.


    *Bestellungen bei Amazon bitte über Forumlinks (s. Eulen-Startseite) tätigen, um so das Forum zu unterstützen.*

  • das ist so ähnlich wie die "historischen" Frauentitel "Die -in" - oder "Die Tochter der..." - das ist so ein Trend, dem Verlage zur Zeit gern folgen - warum weiß ich auch nicht. toll find ich das auch nicht - mir fehlt bei den Thrillern immer zu sehr der Bezug zum Buch. und außerdem klingt es albern.



    mein geliebten Camilleri-Krimis sind da weniger reißerisch und der Titel passt sogar immer zum Inhalt, egal ob "Die Stimme der Violine" oder "Der Dieb der süßen Dinge" - ich find die Titel sogar ein wenig poetisch. (so, wieder unverhofft Werbung angebracht ;-) )

  • Zitat

    Original von Queedin
    das ist so ähnlich wie die "historischen" Frauentitel "Die -in" - oder "Die Tochter der..." - das ist so ein Trend, dem Verlage zur Zeit gern folgen - warum weiß ich auch nicht. toll find ich das auch nicht - mir fehlt bei den Thrillern immer zu sehr der Bezug zum Buch. und außerdem klingt es albern.



    mein geliebten Camilleri-Krimis sind da weniger reißerisch und der Titel passt sogar immer zum Inhalt, egal ob "Die Stimme der Violine" oder "Der Dieb der süßen Dinge" - ich find die Titel sogar ein wenig poetisch. (so, wieder unverhofft Werbung angebracht ;-) )


    Die Camilleri-Titel sind wirklich schön. Ich habe von ihm bisher nur eine Erzählung gelesen, "Das Medaillon", die hat mir gefallen.


    Was diese historischen Romane angeht, das fällt auch auf, stimmt. Erst letztens habe ich mich gewundert, als hier im Forum fast untereinander "Das Schokoladenmädchen" und "Das Marzipanmädchen" stand (eine Variation von "Die -in"). Was kommt als nächstes, "Das Pralinenmädchen"?


    Als ob der Leser nicht schon anhand des Covers ahnen könnte, womit er es zu tun hat (auch bzgl. Thriller und Krimi). Nein, er muss mit dem Kopf drauf gestoßen werden.


    Gruß, Bell

  • :-( Ehrlich gesagt, was mich bei Krimis zwar ein wenig nervt, aber immer noch schmunzeln lässt, stößt mich bei den historischen Romanen total ab. :fetch
    Diese ganzen Titel finde ich unglaublich blöd und ich frage mich, ob denn nun nicht langsam alle "historischen Berufe" so es sie denn überhaupt gegeben hat, abgearbeitet sind.


    Da steigt nun wirklich kein Mensch mehr durch und da leider viele Autoren ihre Geschichte nur weil es aktuell ist, vor einem historischen Hintergrund spielen lassen, sind zahlreiche Romane auch noch schlecht recherchiert, was mich dann auch wieder ärgert. Ich kaufe mittlerweile nur noch nachdem ich mir hier die Rezis zu den Büchern angesehen habe. Schade ist es, dass viele gute Autoren in diesem Einheitsbrei unterzugehen drohen... :bonk

  • Zum Thema Krimititel fällt mir gerade noch ein, daß ich mir von meiner Mutter vor drei Jahren mal ein paar Bücher ins Krankenhaus bringen lassen wollte, da mein Lesevorrat von 10 Büchern in 4 Tagen schon ausgelesen war....


    Sie hat sich aber schlicht geweigert mir den Krimi "Ein schöner Ort zum Sterben" mit ins Krankenhaus zu bringen.... :lache :lache

    :lesend
    If you can read, you can empathize, luxuriate, take a chance, have a laugh, hit the road, witness history, become enlightened, turn the page, and do it all again
    Oprah Winfrey

  • Mir sind die Titel relativ egal. Der Klappentext oder die Kurzbeschreibung ist ausschlaggebend, ob ich mir ein Buch kaufe oder nicht. Der Titel, hmpf, interessiert mich nicht, egal ob mit reißerisch oder nicht. :unverstanden