'Die zwölfte Nacht' - Seiten 001 - 070

  • :lache, Nee da war ich leider auch nicht mehr 13... Ich hatte aber in meinen Teenagerjahren die Angewohnheit, alles von Autoren zu lesen, die ich mochte und dann waren die gewissermaßen erledigt. Allerdings hatte ich auch 92 - 96 ein Leseloch... :-(

  • Es wurde bereits schon angesprochen, aber ich denke, eine weitere Zustimmung zur Gestaltung von Blanvalet schadet sicher nicht.


    Das Cover ist sehr schön und ansprechend geworden, selbst wenn der Roman nicht schon so früh auf meiner Wunschliste gestanden hätte, ist das eine Aufmachung, die mich förmlich gezwungen hätte, das Buch näher anzuschauen.


    Dazu noch die Beigaben Glossar, Personenverzeichnis und Nachwort der Autorin.


    Der einzige Wermutstropen war für mich, daß es kein HC ist. Aber das wußte ich erst, nachdem ich dieses Buch gelesen hatte.

  • Das englische Weihnachtslied um die Twelfthnight erweckte in mir ganz besondere Erinnerungen.


    Ich hatte eine Lehrerin aus England, die mit uns in der sechsten Klasse dieses Lied eingeübt hat, Bilder mit uns gemalt hat und an einem weihnachtlichen Konzert der Schule, das in einer Kirche statt fand, haben wir das Lied dann als Chor mit den Bildern vorgeführt. Für mich eine schöne Erinnerung und für uns alle damals ein tolles Erlebnis, denn in der Kirche hatte unser Gesang wegen der besonderen Akkustik natürlich einen ganz ungewohnten Klang.

  • Das mit den Bildern finde ich ja toll!
    Hast Du die noch? Kannst Du uns die zeigen?


    Wir haben hoelzerne Birnen mit den Symbolen der zwoelf Naechte, die ich absolut hinreissend finde. Mal sehen, ob sie in diesem technisch total unterausgeruesteten und ahnungslosen Haushalt jemand photographieren kann. Falls ja, stell ich die hier ein.


    Alles Liebe von Charlie

  • So, hier dann auch mal mein Senf zu diesem Teil, den ich gestern abend noch beendet habe:


    Allgemeines
    Zuallererst ein Herzliches Dankeschön an den Verlag für die Freiexemplare!!!


    Dann - das Cover. Mir gefällt es, ehrlich gesagt, nicht so, da ich mit der Tudorzeit eigentlich nichts am Hut habe und diese komischen Gemälde nicht leiden kann. Auch der türkise Farbton gefällt mir nicht so wirklich, Charlie, mir hätte es in Rot wesentlich besser gefallen.


    Schön ist wieder die Aufmachung mit der Prägung der Buchstaben, das mag ich immer gerne, da wird Lesen gleich auch zum haptischen Erlebnis.


    Gedicht
    Da ich eher weniger gut Englisch spreche, war ich ziemlich entsetzt, gleich so ein langes englisches Gedicht vorzufinden. Zum Glück habe ich dann nacher gemerkt, daß die Kapitel jeweils eine Zeile als Titel tragen. Damit hat sich die Bedeutung des Gedichts genauso erschlossen wie die Übersetzung und Frau Caia war sehr erleichtert.


    Prolog
    Maggie und ihre Patentante Kate wohnen einer Hinrichtung bei - bei dem Herrn Cranmer, von dem auch später die Rede sein soll. Begeistert hat mich hier gleich wieder Charlies sprachliche Ausgefeiltheit, der Ausdruck, daß der Regen fällt wie verschlissenes Tuch hat mich gestern schon wieder völlig begeistert.


    Maggie scheint aus vornehmerem Haus zu sein und versucht, sich durchzusetzten und etwas von der hinrichtung zu sehen, während Kate wohl später der Meinung ist, daß die Idee, Maggie mitzunehmen, nicht so gut war. Aber immerhin schafft es Maggie, daß Kate ihr die Geschichte ihrer Eltern erzählt - ich vermute mal Catherine und Thomas Seymore dahinter, bin mir aber überhaupt nicht sicher, weil mein Geschichtswissen, was die englische Tudorzeit angeht, eher gegen Null tendiert.


    Teil 1 - Die erste Nacht
    Hier lernen wir eine wahnsinnige Menge an Personen kennen, gleichzeitig erleben wir Catherins und Thomas Jugendzeit im Galopp, am Ende sind sie schon quasi erwachsen.


    Das heimelige Wulf Hall Manor, den Sitz der Familie Seymore, kann ich mir wirklich bildhalft vorstellen, und die ganze Kinderschar muß man erstmal auseinandersortieren.


    Doch die Katatstrophen folgen: Thomas Parr verstirbt, Catherine kommt zu ihrem Onkel und Thomas muß nach Frankreich gehen. Zwar kehrt er nach Jahren zurück, doch gesehen haben sich die beiden seitdem nicht mehr. Auch von ihrere Schwester ist Catherine getrennt, ich glaube, das macht ihr auch zu schaffen.


    Der Teil mit dem Festkleid macht deutlich, daß Catherine keinen Wert auf Tand, Schmuck und Sperenzchen legt, sondern viel lieber lernen würde - vor allem Latein, damit sie direkt mit Gott sprechen kann. Was für eine dämliche Vorstelltung, daß man mit Gott nur auf Latein kommunizieren kann, aber so war das damals wohl.


    Interessant für mich ist auch die religiöse Seite, es scheint sich um die Zeit zu handeln, in der die anglikanische Kirche im Entstehen war???


    Fazit bis hierher
    Charlie, ich könnte mir vorstellen, daß wir beiden doch noch Freunde werden :chen

    :lesend Anthony Ryan - Das Heer des weißen Drachen; Navid Kermani - Ungläubiges Staunen
    :zuhoer Tad Williams - Der Abschiedsstein

  • Och, Freunde koennen wir auch werden, wenn Du meine Buecher nicht magst. Meine beste Freundin ruehrt meinen Kram nicht an: "Nee, so trauriges Zeugs tu ich mir nicht an, nicht mal Dir zuliebe."
    Ich hab ihr schon hundertmal erklaert, dass ich Twelfthnight LUSTIG finde, worauf sie aber nix gibt: "Was Du so lustig nennst ..."


    Trotzdem versuch' ich lieber gar nicht erst zu leugnen, dass ich mich freuen wuerde, wenn Dir dieses besser gefaellt.


    Alles Liebe von Charlie

  • So, hier noch ein wenig Senf zu Eurem:


    Zitat

    Original von bonomania


    Bevor ich den Prolog begonnen habe, habe ich zuerst mal das kleine Schlusswort der liebenen Autorin gelesen und danach dann das ausführliche Personenregister :wow Das alleine ist schon spannend, wieviele der Personen durch Hochverrat im Tower hingerichtet wurden ;-(


    Hilfe, das hatte ich noch gar nicht gesehen, das kommt davon, wenn man ein Buch, wie es sich gehört, von vorne nach hinten liest...


    Zitat

    Original von Jeanne
    Queedin
    Schau mal, auf dieser Seite klick kannst du dir die Stammbäume zu den englischen Königen runterladen (immer unten rechts in der Ecke als pdf). Die hängen bei mir an der Wand und ich finde sie schön übersichtlich.


    Das finde ich sehr hilfreich. Dankeschön.


    Zitat

    Original von Charlie
    Och, Freunde koennen wir auch werden, wenn Du meine Buecher nicht magst.


    Trotzdem versuch' ich lieber gar nicht erst zu leugnen, dass ich mich freuen wuerde, wenn Dir dieses besser gefaellt.


    Alles Liebe von Charlie


    Charlie, ich meine eher, daß ich mich mit dem Buch anfreunde... aber wird schon, ich bin da ganz guter Dinge. Jetzt muß ich aber leider erstmal arbeiten, das paßt mir gar nicht, da ich auch böse Kopfschmerzen hab - leider schon seit gestern, also erstmal keine Besserung in Sicht *seufz*

    :lesend Anthony Ryan - Das Heer des weißen Drachen; Navid Kermani - Ungläubiges Staunen
    :zuhoer Tad Williams - Der Abschiedsstein

  • Noch eins: Da mehrere geschrieben haben, dass sie diesen Abschnitt englischer Geschichte nicht so gut kennen, wuerde ich besonders diese Leser gern sehr herzlich darum bitten, nicht zu googeln. (Wer sich nicht stoppen kann, hat selbstredend mein Verstaendnis, bin selbst der Googler der Nation). Fuer mich waere es naemlich hoechst interessant, zu pruefen, ob ich alles (oder zumindest einiges ...) so eingebaut habe, dass es verstaendlich wird. Denn das war natuerlich die Vorgabe: Man soll das Buch lesen koennen, ohne ein englisches Geschichtsbuch daneben legen zu muessen.


    Vieles war fuer mich nicht so einfach, da ich in England wohne, wo die Geschichte natuerlich viel bekannter ist, wo z.B. die Kinder in Klasse Drei lernen, was mit Anne Boleyn passierte. Meine Lektorin hat sehr gewissenhaft darauf geachtet, dass alles fuer deutsche Leser erklaert wird, aber diese Runde ist sozusagen der Reality Check. Es waere also toll, wenn Ihr Euch einfach googlefrei dranwagen und mir sagen wuerdet, wo etwas unverstaendlich oder auch irrelevant, verwirrend oder stoerend war.


    Vielen Dank!
    Charlie

  • Zitat

    Original von Pelican


    Ist das der gleiche Eric Malpass wie "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung"?


    Das habe ich auch gerade überlegt. Und irgendwie scheint das ja auch bitter-böse zu passen.

  • Huhu - Guten Morgen,


    Charlie, ich werd mal versuchen, Deiner Bitte nachzukommen. Ich weiß nicht, ob ich meine Pfötchen immer brav von der Tastatur lassen werde (Ich frag mich ja immer, wie ich früher Bücher ohne Wikipedia an meiner Seite lesen konnte...)


    sollte ich was unverständlich finden und doch googeln wollen, werd ich Dir auf jeden Fall sagen, was ich nicht verstanden habe. aber, wenn ich was nicht verstehe- kann das durchaus auch an mir liegen - irgendwie bin ich manchmal etwas schwer von Begriff, was Geschichte angeht.



    danke übrigens für die Liste der Könige - ich brauch immer die Verbindung zu Elisabeth (Tochter von Anne Boleyn, richtig?), sie ist als Wiedersacherin meiner geliebten Mary, Queen of Scots, sozusagen mein "Anker" in der engl Geschichte dieser Zeit.


    :wave
    Queedin

  • so, jetzt noch zu dem, was ich gestern gelesen habe. erst hatte ich irgendwo zwischendrin aufgehört, weil ich schlafen wollte. aber irgendwie konnte ich dann nicht einschlafen und hab den ersten Teil noch zuende gelesen.


    Catherine ist mir inzwischen ans Herz gewachsen. sie ist recht eigensinnig und scheint zu wissen, was sie will, wirkt aber nicht übermäßig selbständig (erfüllt nicht das Frauen-in-Hosen-Klischee). Der Stil des Buches hat mich schon in den Bann gezogen, die Sprache ist toll. Ich mag vor allem die Vergleiche (S. 38): "In den zwölf Nächten des Christfestes glänzte Wulf Hall wie die polierten Äpfel in der Schale" oder irgendwo später (ich finde die STelle gerade nicht), wo die tanzende schwangere Catalina mit eine Schiff in wogender See verglichen wird :rofl


    ich habe so kleine bunte Post Its - die kleben in verschiedenen Farben jetzt im Buch - mal schauen, ob ich deren Bedeutung noch finde:


    - erste Frage: was ist denn das "Schweißfieber"? ich bin überrascht, dass Catherines Vater da so schnell dran stirbt. Ich hab gehört, dass die Malaria auch in Europa grassierte, könnte es Malaria gewesen sein?


    - Seite 29 - welche Prinzessin Mary ist denn hier gemeint? und wenn sie den König von Frankreich heiraten sollte, ist das passiert und hat dieser dann England und Frankreich reagiert?


    - Seite 33 steht, dass Cathes Mutter als Kammerfrau am Hof lebte, getrennt von ihrem Mann. Mir war das gar nicht bewusst, ich dachte immer, dass Kammerfrauen (oder -fräulein) unverheiratet sein sollten. Wurden die Frauen eigentlich zur Kammerfrau verpflichtet oder haben sie das freiwillig getan? War das sozusagen ein beliebter "Job" um dem häuslichen Alltag zu entfliegen?


    - Die Stelle, wo Tom eine Anne (schon wieder eine Anne :rolleyes) verführt hat mir gut gefallen - auch wenn es ein wenig irritierend war, es aus Annes Sicht mitzuerleben. Wunderschön geschrieben, fast schon poetisch, auch wenn ich schmunzeln musste. Charlie, Du sagst ja weiter oben, dass Du das Buch lustig findest- wenn es das ist, was Du meinst, dann finde ich es auch lustig :-)

  • Zitat

    Original von Queedin


    - Seite 29 - welche Prinzessin Mary ist denn hier gemeint? und wenn sie den König von Frankreich heiraten sollte, ist das passiert und hat dieser dann England und Frankreich reagiert?


    Prinzessin Mary ist die älteste Tochter von Henry VIII. Sie wurde in jungen Jahren als Allianz an Frankreich versprochen. Leider haben sich die Väter dann aber heftig gestritten und ihre Kinder natürlich nicht miteinander verheiratet.

  • Ich bin noch nicht sehr weit vorgedrungen, kann aber schon mal sagen, daß ich das Cover sehr schön finde. Auch die Farbe. Zufällig habe ich auch noch ein passendes Lesezeichen dazu gefunden, das passt perfekt :-)


    Der Prolog hat mich erst irritiert, spielt er doch 1556. Aber dann wurde klar, es ist nur die Rahmenhandlung. Die eigentliche Geschichte beginnt 1518.
    Glossar und Personenverzeichnis - klasse. Das wird sicher noch sehr hilfreich sein.


    Ich freue mich schon auf's Weiterlesen :-)

  • Ich mag weder die Farbe noch die erhobene Schrift des Covers, aber ich bin in beidem eher puristisch veranlagt und es fällt mir nicht ein, ein interessantes Buch deswegen nicht zu lesen. Klar. Und die Bordüren sind hübsch.


    Aber zurück zum wesentlichen:
    Warum ist Catherine eigentlich bei ihrer Tante gelandet und nicht mit den Geschwistern am Hof? Macht es Sinn, alle getrennt zu erziehen?

  • Ob das Sinn macht, kann ich nicht beantworten, Liesbett, da ich ja einer Generation entspringe, die all ihre Brut ganz lange, ganz dicht und ganz ausschliesslich um sich habe moechte - mir verdreht sich also bei dem Gedanken der Magen, sodass ich zu keiner vernuenftigen Antwort faehig bin.


    Tatsaechlich war es aber ueblich. Man schickte, wo irgend moeglich, seine Kinder in hoeher gestellte Haushalte, wo sie ihre Manieren schleifen und wichtige Kontakte knuepfen konnte. Ueberhaupt schickte man sie in Renaissance England eifrig in der Gegend herum. Auch die Parr-Kinder sind, nach allem, was man weiss, noch mehr herumgeschickt worden, als ich es zusammenfassend schildere. Dass Damen vom Stand von Maud Parr ein eher distanziertes Verhaeltnis zu ihren Kindern haben, findet man haeufig. Bei ihr fand ich es dennoch extrem auffaellig, auch wenn sie sich um die finanzielle Versorgung zumindest des Sohnes engagiert kuemmerte. Ob sie durch den ploetzlichen Tod ihres Mannes schockiert oder einfach so veranlagt war, ob sie Not litt, ob die Familie des Mannes sie unter Druck setzte - das alles weiss man nicht.


    Queedin, die Position einer Lady-in-waiting war sehr beliebt. Diese durfte, wenn die Koenigin, fuer die sie sorgte, ihre Einwilligung gab, auch heiraten. Es gab Koeniginnen, die das nicht mochten, Elizabeth soll dazu gehoert haben. Catalina hingegen bemuehte sich sogar eigenhaendig um geeignete Partien fuer ihre aus Spanien mitgebrachten Ladies.


    Was das Schweissfieber - auch sweating sickness/Schweisskrankheit - genau verursachte, weiss die Medizingeschichte bis heute leider nicht. Es hatte einen Krankheitsverlauf wie ein Geschoss, kam in Schueben, trat aber nur ein Dreivierteljahrhundert lang in England auf. Dass Malaria dafuer verantwortlich ist, habe ich als Theorie noch nicht gehoert, aber ich kann es auch nicht ausschliessen. Mein medizinhistorischer Berater vertrat die Ansicht, es sei vermutlich durch Zeckenbisse uebertragen worden, was erklaeren wuerde, was dem Verbreitungsmuster entsprechen wuerde.
    Ich habe seither aber auch viele andere Theorien kennen gelernt.


    Princess Mary hat Sally ja schon toll erklaert. Da hier so viele Tudor-Experten sitzen, macht's gar nichts, wenn ich mal nicht da bin. Heini hat eben ueberall seine Leute sitzen!


    Ja, Queedin, solche Stellen meine ich!


    Alles Liebe von Charlie

  • Zitat

    Original von Charlie
    Ich hab ihr schon hundertmal erklaert, dass ich Twelfthnight LUSTIG finde


    Meinst du das Fest oder dein Buch? Zu Letzterem fällt mir jetzt ja nicht so wirklich Lustiges ein ... :kopfkratz:


    Ah, Queedin erwähnt da diese Stelle, wo man Tom gerne mal eine Maulschelle verpasst hätte. Ja, ok, seine Namensverwirrung war schon recht erheiternd. :-D

  • Ob viele Herumschicken auch daraus resultiert hat, dass man sich gefühlsmäßig eher nicht an seine Kinder gebunden hat, weil sie ja eventuell das Erwachsenenalter gar nicht erreichen? Ich habe selber keine Kinder, versuche gerade mir vorzustellen wie das sein mag, das kleine Wesen, das man ja neun Monate mit sich rumgetragen hat, einfach so wegzuschieben, wenn es auf der Welt ist. Ob die Frauen damals schon während der Schwangerschaften gefühlsmäßig abgeschottet haben?

  • Sabine: Doch, ich find's lustig. Meine Freundin ist genau Deiner Ansicht: "Was Lustiges schreibst Du eh nicht ...", aber ich muss immer noch an manchen Stellen grinsen.
    Ich finde (meine private Ansicht, die niemand teilen muss!), Renaissance-England hat den Humor fuer sich wiederentdeckt. Die Angelsachsen hatten einen ausgesprochen hintersinnigen, aber auch stuermischen, schwappenden Humor, den sie sehr genossen und zelebrierten, der aber mit der normannischen Eroberung mehr oder weniger zum Erliegen kam.
    In der Renaissance bricht er sich wieder bahn: Derb, lebendig, klamaukig, gemein und unverkennbar englisch.
    Ich bin inzwischen sehr oft gefragt worden, ob es mir schwer gefallen ist, ueber eine so grausame, so duestere Zeit zu schreiben und ich muss dazu sagen: Wenn diese Frage aufkommt, habe ich mich mit meinem Buch ein bisschen neben meine Absicht gesetzt, was ja nun einmal vorkommt und wozu man stehen muss. Ich habe die Renaissance in England so nicht erlebt und auch nicht so schildern wollen: Ja, es ist eine Zeit des Umbruchs, der Verstoerung, der Unsicherheit und auch eine Zeit von unreflektierter Gewalt und Bedrohung und Todesangst.
    Aber es ist ueberhaupt keine duestere Zeit! Sondern auch eine des Humors, der Lebensfreude, der Entdeckung der Eigenliebe und der Sinnesfreude.


    Ja, ich wollte, dass Twelthnight auch ein lebensfrohes, schaeumendes, lustiges Buch wird.
    Nicht nur, aber auch!


    Bouquineur, das halte ich fuer eine sehr einleuchtende Theorie. Die Frauen waren ja auch sehr viel schwanger, viele Schwangerschaften konnten nicht ausgetragen werden - und gerade, wenn eine Karriere bei Hof fuer die Familie moeglich war, waren auch die Frauen mit anderen Dingen beschaeftigt.
    Was aber keineswegs bedeutete, dass Eltern und Kinder keine Bindung zueinander hatten.
    Die Bindung gestaltete sich nur anders, fuer uns nicht immer offensichtlich und nachvollziehbar.


    Alles Liebe von Charlie

  • Zitat

    Original von Charlie
    Mein medizinhistorischer Berater vertrat die Ansicht, es sei vermutlich durch Zeckenbisse uebertragen worden, was erklaeren wuerde, was dem Verbreitungsmuster entsprechen wuerde.


    Na da ging mein Meningitis-Vermutung ja sogar in die richtige Richtung. ^^


    Wenn ich etwas nachgoogle und bei Wikipedia nachschlage werde ich das entsprechend anmerken. Vom Personenregister halte ich mich ehrlich gesagt noch fern, weil ich nicht vorher schon wissen will er wie wan wo stirbt. Dafür hab ich mein eigenes feines kleines Büchlein, wo die ganzen Notizen reinkommen. So, jetzt weiter zum nächsten Abschnitt, den hab ich nämlich gerade fertig gelesen. :schnellweg

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda