Zur Schule durch die Felder - Alice Taylor

  • Klappentext


    In Irland das bestverkaufte Buch in den letzten Jahren. "Die Erinnerungen an eine irische Kindheit vor Jahrzehnten vermitteln Alltägliches, auch Humor und Trauer, jedoch überall eine ungewöhnliche Ruhe, die Leser und Leserin in ihren Bann schlägt. Das muß das Geheimnis dieses Erfolgsbuches sein. Es isr eine Ruhe, die sogar wir heute oft entbehren. Alice Taylor schenkt sie uns wenigstens für eine kurze Weile. Dieter Döllken, NDR2, Buchtip der Woche.

    Autorenporträt


    Alice Taylor stammt aus dem Nest Lisnasheago am Darigle-Fluss nahe Newmarket County Cork) im Südwesten Irlands. Dort wurde sie in den vierziger Jahren groß. Alles drehte sich noch um den heimischen Herd, die Familie, die Haustiere und die Nachbarn. Alles hatte noch seine feste Ordnung. Von Alice Taylor sind insgesamt fünf Bücher bei Lamuv erschienen, zuletzt ihr Roman "Die Frauen von Mossgrove".


    Amazon-Rezension


    Kindheitserinnerungen über das Leben auf dem Lande in Irland, 30. März 2002
    Rezensentin/Rezensent: Brandstetter Helmut (Mehr über mich) aus St. Florian Österreich
    Die Autorin schildert ihre Kindheit in einem Dorf im Südwesten Irlands. Sie erzählt vom Leben im intakten Familienverbund, wo auch die Älteren integriert und nicht ausgeschlossen waren. Von einer Zeit, wo teilen noch selbstverständlich war und wo die Nachbarn bei der Arbeit einander halfen. Sie schildert das Leben in und mit der Natur und vom Umgang mit den Tieren auf der Farm. Der Leser erlebt die Vorbereitungen für eine Hausmesse, die in dieser Gegend alle 6 Jahre gefeiert wurde.Es war ein grosses Ereignis, vor allem für die Kinder.
    Es war ein hartes, einfaches aber glückliches Leben für die heranwachsenden Jugendlichen.
    Die Autorin versteht es, dem Leser das Leben vor dem 2. Weltkrieg auf dem Lande in Irland näher zu bringen und man bedauert es eigentlich, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben. Trotz vieler Entbehrungen erleben die Kinder schöne Stunden vorallem durch die Ggeborgenheit in der Familie. Es war ein unbeschwertes und freies Leben ohne den heutigen Zwang nach den materiellen Dingen.



    Meine eigene Meinung:


    Alice Taylor ist für mich eine der besten Belletristik-Autoren überhaupt. Kaum jemandem gelingt es so wie ihr, den Leser in Bann zu schlagen und miterleben zu lassen, wie es früher einmal war.

  • Zitat

    Original von Baumbart
    Stimmt, Ronja...sammelst Du etwa auch?... *Freu*, noch ein Fan der irischen Insel...:knuddel1


    Ja und wie! Wenn ein Buch von Irland handelt, dann kommt es fast automatisch auf meine Liste. :lache
    Am liebsten sind mir dann natürlich die, die das Leben (egal zu welcher Zeit) möglichst autentisch wiedergeben.

  • Zitat

    Original von Ronja
    Wenn ein Buch von Irland handelt, dann kommt es fast automatisch auf meine Liste. :lache
    Am liebsten sind mir dann natürlich die, die das Leben (egal zu welcher Zeit) möglichst autentisch wiedergeben.


    Geht mir auch so. Kann gar nicht genug bekommen, egal aus welcher Zeit, ob Landschaft, Historie, Politik, Lebensart und was dergleichen mehr ist, betreffend.


    Ist auch die einzige Insel, wohin ich sofort ohne große Bedenken hin auswandern würde...was ja angeblich sogar noch gehen soll.


    Da fällt mir ein, ich habe diese Woche ja noch gar nicht den Lottoschein abgegeben...vielleicht klappt es ja...;-)



    :wave
    Baumbart

  • Zitat

    Original von Baumbart



    Da fällt mir ein, ich habe diese Woche ja noch gar nicht den Lottoschein abgegeben...vielleicht klappt es ja...;-)


    Dann drück ich dir mal die Daumen. Fall es klappen sollte, wissen wir zumindest wo man günstig in Irland Urlaub machen kann. :lache

  • OT: To School Through the Fields 1988


    Dieses kleine Buch, so heißt es überall, gehört zu den meistverkauften Büchern Irlands. Das versteht man sofort, kaum daß man angefangen hat, Taylors Schilderung ihrer Kindheit zu lesen. Ein kleiner Bauernhof, eine Familie mit sieben Kinder, das Leben bestimmt vom Lauf der Jahreszeiten, vom Werden und Vergehen. Einfach, klar. Geschildert wird aus den Augen eines ca. acht-, neunjährigen Mädchens, nur selten ist die Erzählung von nachträglichen Kommentaren der inzwischen Erwachsenen unterbrochen. Das Buch strahlt vor Lebenslust und der puren Sinnlichkeit eines Kindes, das seine nackten Zehen im ersten Morgentau der Wiesen badet oder am Abend den heißen Kakao am Kamin im Kreis einer sehr liebevollen Familie genießt.


    Taylor läßt aber auch keine Zweifel daran, daß das Leben auf einem Bauernhof sehr hart war. Die Arbeit im Stall, auf den Feldern und in der Küche gehörte für Kinder sowohl nach der Schule als auch in den Ferien von klein auf dazu. Das Buch ist durchdrungen von Bodenständigkeit, tief empfundener Frömmigkeit - die nicht in jedem Fall den strikten Regeln der Kirche entsprechen muß - , Mutterwitz und den kleine Verrücktheiten, die das Leben abwechslungsreich machen. Es gibt nicht nur Schilderungen der eigenen Familie, sondern auch der Nachbarn oder der umherziehenden Landarbeiter. Und natürlich der Tiere, der Kühe und Ponies, der Hasen, Hühner und Schweine, von denen man sich zur Schlachtzeit tränenreich trennte, nur um schon am nächsten Tag mit bestem Appetit die frischgebrühten Würste zu schmausen.


    Das Ganze ist in kleine Kapitel geteilt und läßt sich lesen wie ein Band mit Einzelerzählungen, ideal, wenn man unterwegs ist oder aus anderen Gründen die Lektüre unterbrechen muß. Dazwischen findet man Gedichte Taylors, über die Natur und über ihr Verhältnis zu Gott.
    Abgesehen von den Gedichten (die eine bessere Übersetzung verdient hätten) ist der Text ‚kunstlos’ geschrieben, in schlichter Erzählsprache, an einem einfachen Faden entlang: wie es war, als bei uns Hausmesse gefeiert wurde, wie mein Weg zur Schule aussah, wie Heu geerntet wurde etc.. Viele Personen tauchen auf, die nicht immer gleich vorgestellt werden. Man muß eben eine Weile mit ‚Bill’ leben, ehe geklärt wird, wer er ist, um ein Beispiel zu nennen. Auch die Reihe der Geschwister erschließt sich nicht gleich. Die Ereignisse sind nicht unbedingt chronologisch, Taylor hat aus ihren Kindheitsjahren das ausgewählt, was ihr für dieses Buch das Wichtigste war. Das ist im übrigen eine ganze Menge.


    Sehr schade finde ich, daß das Ganze unkommentiert übersetzt und publiziert wurde. Man findet nicht einmal Taylors Lebensdaten in diesem Buch. Sie wurde 1938 geboren, sie schildert demnach ein ländliches Irland in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Auch zu den Örtlichkeiten gibt es keine weiteren Hinweise als die Ortsnamen, die im Text auftauchen. Mir war auf Anhieb nicht klar, wo Lisnaheago und der Darigle-Fluß liegen und auch nicht, was z.B. der Vater meint, wenn er die Besitzer der ‚Ferienhühner’ verwünscht, die ihren A ... (Kraftausdrücke gibt es durchaus!) in Ballybunion bräunen. Im Dunkeln bleiben auch Anspielungen auf die irische Sagen - und Märchenwelt, was besonders bedauerlich ist, denn dadurch entgeht der unwissenden Leserin (wie mir) so mancher Witz.


    Nostalgisch, aber nicht allzu romantisierend, unsentimental, mit einem wachen Auge für die Schönheiten der Natur wie für die Skurrilitäten der Menschen, sehr harmonisch, aber nicht betulich, konnten diese Kindheitsschilderungen nur ein Bestseller werden. Ein liebevoller Blick auf eine einfachere Welt, wobei ihre Einfachheit nicht verwundern darf, erzählt hier doch ein glückliches neunjähriges Kind.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus