Gute Nacht, Zuckerpüppchen - Heidi Hassenmüller (ca. 14 J.)

  • Ab 14 Jahren.


    Inhalt:
    Als Gabys Mutter ihren Untermieter heiratet, glaubt sie, nun für sich und die beiden Kinder ausgesorgt zu haben. Doch der neue Vater bleibt zu Hause, und sie muß arbeiten.
    Gaby, die erst gar nicht weiß, was der Papa da unter der Decke mit ihr macht, begreift das Ungeheurliche erst, als er sie schlägt und erpreßt, wenn sie sich weigert.
    Sie steht vor diesem furchtbaren Problem allein, denn die Mutter will es nicht wahrhaben.


    Info zur Autorin:
    Die Geschichte des Mädchens Gaby, das viele Jahre hindurch von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht wurde, hat die Autorin selbst durchlebt: "Es ist die Geschichte meiner Jugend, die ich nicht hatte.. Ich habe sie für all die Mädchen geschrieben, die in der gleichen auswegslosen Situation sind. Durchbrecht das Schweigen und ruft um Hilfe. Immer wieder, bis man euch hört."


    Meine Meinung:
    Absolut zu Empfehlen ! Erschütternd, aber auch Mut machend !

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

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  • Im Buch steht, daß es 1997 erschienen ist. Kann es sein, daß das eine Neuauflage ist? Mir kommt der Titel so bekannt vor, aber das müßte schon 10-15 Jahre her sein, daß ich das gelesen habe, wenn mich mein alzmeiergeplagtes Lochhirn nicht trügt.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Meines Wissens nach ist es 1989 zum ersten Mal erschienen.


    Da hieß die Autorin auch noch Heidi Glade-Hassenmüller ....

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

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  • Ich hab das Buch in der Schule gelesen.. ich fand es nicht sooo toll.
    Sehr erschreckend und SEHR gewalttätig!


    Ich brauchte auch ne Zeit, bis ich das verarbeitet hatte.



    den 2. Teil hab ich allerdings auch nicht gelesen.. werde ich wohl auch nicht machen.

  • Zitat

    Original von Fritzi
    Mensch Bat,
    jetzt wo Du's schreibst...
    Die Fortsetzung wollte ich mir auch mal holen !!!


    Danke für Erinnerung !!! :grin


    Muß zu meiner Schande gestehen, daß ich den 2. Teil immer noch nicht gelesen hab ...

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

  • Die 1941 geborene Autorin beschreibt ihre eigene Jugend "für Mädchen in einer aussichtslosen Situation". Im Jahr 1947 ernährt Gabys Mutter die Familie mit Näharbeiten, der Vater ist im Krieg gefallen. "Onkel Malsch", ein Kriegskamerad des Vaters, nistet sich bei ihnen ein, er verteilt großzügig Süßigkeiten und heiratet schließlich Gabys Mutter. Aus ihrem Bruder Achim will er mit Gewalt "einen ganzen Mann" machen, Gaby das "Zuckerpüppchen" wird verwöhnt.


    Der Stiefvater missbraucht Gaby regelmäßig und schwört sie gleichzeitig auf Stillschweigen der Mutter gegenüber ein. Er betatscht auch Gabys Freundinnen. Die Mutter erfährt angeblich nichts und fragt nichts, auch nicht als ihr Mann sich an Achims Freundin vergreift. Als er dann auch noch eine 14-jährige schwängert, macht sie einen Selbstmordversuch. Als die Mutter selbst schwanger wird, wünscht Gaby sich, ihre Mutter solle bloß kein Mädchen bekommen; denn sie könne es nicht vor dem Stiefvater schützen. Der Hausarzt, die Lehrerin, die Bäuerin, zu der Gaby zur Kur geschickt wird, alle ahnen etwas und fragen nach, doch Gaby kann nichts sagen. Die Beziehung zu ihrem 22-jährigen Tischtennis-Trainer wird vom Vater zerstört; sie ist völlig isoliert. Damals wurden Jugendliche erst mit 21 Jahren volljährig; Gaby kann nicht einmal zu Hause ausziehen. Gaby ist zur Flucht entschlossen, doch sie erfüllt "ihren Vertrag" mit dem Vater, der sie inzwischen auch prügelt. Mit Hilfe des Hausarztes gelingt es ihr schließlich auszubrechen.


    Das Nachwort von Barbara Kavemann erklärt die Situation von Frauen in der Nachkriegszeit. Es verdeutlicht, dass das Buch sich außer an Jugendliche auch an alle Polizistinnen, Lehrerinnen und Menschen richtet, denen sich missbrauchte Kinder anvertrauen könnten.


    Leider immer noch aktueller Klassiker.