Titel: Durch unsichtbare Mauern
Autorin: Jutta Ditfurth
Verlag: Kiepenheuer und Witsch
Erschienen: 2002
Seitenzahl: 285
ISBN-10: 3462030833
ISBN-13: 978-3462030839
Preis: ab 6.66 EUR bei Amazon Marketplace
„Wie wird so eine links?“ lautet der Untertitel dieses Buches. Vielleicht bleibt einem nach diesem Lebensweg gar nichts anderes übrig als links zu werden. Möglich wäre es. Jutta Ditfurth lässt den Leser an ihrer politischen Entwicklung teilhaben. Man erfährt interessante Dinge aus ihrer Kindheit und Jugend, immer in Zusammenhang gebracht mit der jeweils herrschenden politischen Situation. Dadurch wird vieles in ihrem Denken und Handeln klar.
Jutta Ditfurth hat sich im Gegensatz zu vielen ihrer grünen Kollegen (Fischer, Roth, Beck usw. usf.) nie verbiegen lassen. Ihre Gradlinigkeit und ihre Ehrlichkeit muss eigentlich jedermann beeindrucken, selbst wenn man anderen politischen Überzeugungen nachhängt.
Sie schildert auch ihre Auseinandersetzungen mit ihrem sehr bekannten Vater Hoimar von Ditfurth, trotzdem hat sie ihren Vater respektiert, sich ihm aber nicht unterworfen. Interessant ihre sehr differenzierte Meinung zu Hannah Arendt und zu Konrad Lorenz (dem Gänse-Soziologen). Sie plappert nichts nach, sondern ihre Überzeugungen sind durch kritisches Betrachten der Dinge gewachsen. Man lernt hier eine Frau kennen, die im Gegensatz zu vielen anderen Menschen wirklich etwas zu sagen hat und die ohne Furcht auch Dinge ausspricht, die vielleicht nicht unbedingt mehrheitsfähig sind.
Ein Buch das den Denkapparat des Leser aktiviert, auch wenn sich dieser Leser vielleicht nicht überzeugen lässt. Für den politisch interessierten Menschen eine durchaus spannende Lektüre.