Laura Gottberg ermittelt
Hardcover, eine Taschenbuchausgabe erscheint noch in diesem Jahr (voraussichtlich Mai 2008)
Handlung:
Ein Mordfall in herrlicher Lage
Wolf Altlander ist tot. Der erfolgreiche deutsche Schriftsteller wird in seiner Villa südlich von Siena leblos aufgefunden. Neben der Leiche entdeckt Commissario Guerrini ein Behältnis mit Lachgas. Ist Altlander tatsächlich an einer Überdosis gestorben? Welche Rolle spielt sein Liebhaber, der wesentlich jüngere bildhübsche Enzo? Warum ist offenbar niemand außer der Malerin Elsa betrübt über Altlanders Tod? Guerrini fordert die Münchner Kommissarin Laura Gottberg als Ermittlungshilfe an – nicht ohne private Hintergedanken. Doch auch bei diesem Zusammentreffen verläuft nicht alles so, wie er es sich vorgestellt hat…
Zu der Autorin:
Bevor Felicitas Mayall sich ganz der der Schriftstellerei widmete, arbeitete sie als Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung. Wenn sie nicht gerade in Italien für ihre Geschichten recherchiert oder mit ihrem Mann Paul durch dessen australische Heimat wandert, ist
sie in ihrem Haus in der Nähe von München anzutreffen.
„Wolfstod“ ist der vierte Fall um die sympathische Münchner Kommissarin Laura Gottberg.
Außerdem lieferbar sind: Nacht der Stachelschweine, Wie Krähen im Nebel und Die Löwin aus Cingure Terre.
Meine Meinung:
Mit gemischten Gefühlen gehe ich an den vierten Teil der Laura Gottberg ermittelt-Reihe heran.
Während der erste Teil gute Unterhaltung bot, war ich von Teil 2 nicht so überzeugt.
Jetzt springe ich gleich zu Teil 4:
Giorgio Altlander, ein einstmals erfolgreicher Schriftsteller, wurde in Italien ermordet.
Er war Deutscher. Ein willkommener Anlass für den ermittelnden Kommissar die deutsche Kommissarin Laura Gottberg zur Ermittlung hinzu zu ziehen.
Die Toskana als Schauplatz ist ein Hauptgrund den Krimi zu lesen. Vergleichbar mit Donna Leons Venedig, aber noch ist Felicitas Mayall nicht so ausgebrannt wie ihre berühmte, amerikanische Kollegin. Eine gewisse Routine hat sich trotzdem in die Reihe hineingeschlichen.
Laura Gottberg, die diesmal sogar zusammen mit ihren Vater anreist, genießt die lockere, italienische Lebensart ebenso wie der Leser. Der eigentlich banale Fall steht nicht so im Mittelpunkt wie Lauras Privatleben. Neben den eifersüchtigen Kollegen und Trouble mit den Kindern wird besonders die Liebesbeziehung zum Commissario Guerrini. betrachtet
Natürlich sind alle Personen sympathisch, das rettet den Roman streckenweise.
Der Mordfall ist zwar von der Stange, aber da das Opfer Schriftsteller war, gibt es bei der Ermittlung zahlreiche literarische Anspielungen, vor allem auf Lord Byron, Shelley und T.S.Eliots The Waste land.
Alle Verdächtigen lassen sich bereitwillig verhören und erfüllen die Erwatungen, indem sie frei von der Leber weg alles herausplaudern. Die Autorin schafft es nicht den Autor zu überraschen, selbst ein Interesse für die Auflösung des Falls will kaum entstehen.
Stilistisch hält die Autorin die Grenzen des Genres ein.
Manche Sätze der Verdächtigen wollen mir nicht behagen. Da fallen Sätze wie:
„So was kenne ich nur aus Fernsehkrimis“
„In Krimis verlangen die Leute jetzt einen Anwalt, oder“ S.349
„Ich komme mir im Augenblick vor wie in einem Kriminaltheaterstück“ S.27
Diese Häufung von Bezügen zu Krimis halte ich für unrealistisch und für Wunschdenken von Krimiautoren.
Wolftod ist gute Unterhaltung, aber es bietet wenig Neues. Das ist ein bekanntes Problem bei langlebigen Krimiserien. Hardcore-Krimifans wird das jedoch nicht stören.
Mich motiviert es nicht zum Lesen weiterer Laura-Gottberg-Romane.