Geschichte zweier Leben - Wladimir Rosenbaum und Aline Valangin v. Peter Kamber

  • Klappentext


    Wladimir Rosenbaum kam als achtjähriges Kind aus Russland in die Schweiz und wurde ein berühmter Anwalt.
    Aline Valangin war Pianistin und wurde später Psychoanalytikerin und Schriftstellerin.
    Bei ihnen verkehrten zahlreiche Schriftsteller und Künstler - Max Ernst, Kurt Tucholsky, Ignazio Silone, Meret Oppenheim, Max Bill, Ernst Toller, Wladimir Vogel.
    In den Dreissigerjahren wurde ihr Haus zu einem antifaschistischen Treffpunkt und einem Zufluchtsort für Verfolgte.


    Der Historiker Peter Kamber schieb die Doppelbiografie zweier aussergewöhnlicher Menschen, eine Montage aus Tagebüchern, Archivakten und Tonbandprotokollen.




    Der Autor


    Peter Kamber, geboren 1953 in Zürich, studierte Geschichte. <Geschichte zweier Leben> ist sein erstes Buch und erschien erstmals 1990. In zahlreichen Reportagen, Radioessays und Büchern ruft er seitdem weitere vergessene Menschenschicksale in Erinnerung.
    Seit 1997 schreibt er an einem historischen Roman über die internationale Geheimdienstszene während des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz. Zu diesem Zweck hielt er sich von 1997-2002 zeitweise in Berlin auf.
    Zurzeit lebt er wieder in der Region Bern.




    Eigene Meinung


    Im Laufe meines Lebens habe ich doch schon eine Flut von Biografien gelesen....diese hier gehört zu meinen Top-Tens.
    Peter Kamber hat sorgfältig und umfassend recherchiert und gibt uns sein Wissen in einer ausgewogenen Mischung von nüchterner Sachlichkeit und bewegender Anteilnahme weiter.
    Die Lebensgeschichten von W. Rosenbaum und A. Valangin haben aber auch eine reiche Fülle an Material geliefert: zwei eigenwillige Persönlichkeiten die in einer unkonventionellen Ehe/Partnerschaft lebten, die freiheitlich und eigenständig, oft über längere Zeitspannen, ihr eigenes Leben führten..... die immer aber auch wieder zusammenfanden, und die sich bis ins sehr hohe Alter und bis über den Tod hinaus freundschaftlich verbunden fühlten. Denn: Aline Valangin liegt zusammen mit Rosenbaum und seiner dritten Frau in demselben Grab auf dem Friedhof von Ascona. Diesen Wunsch sprach sie gegenüber Rosenbaum und seiner Ehefrau aus. Und dieser Wunsch wurde ihr auch erfüllt, mit Frau Rosenbaums Worten: "Natürlich habe ich nichts dagegen, Aline. Das wäre ja komisch, wenn wir uns da unten nicht alle vertragen sollten." Es sei ein heiteres Gespräch gewesen unter drei Leuten, die mit dem Tod auf gutem Fusse standen. :-)

    Zwei erfüllte Leben voller Buntheit und Kreativität, politischem und gesellschaftlichem Engagement und geprägt von beider Grosszügigkeit im Denken und im Geben.....zwei Leben aber auch mit äusserst dramatischen, einschneidenden Brüchen.


    Diese Doppelbiografie enthält auch sehr viel Bildmaterial....viele dieser Fotos sind Privataufnahmen, darunter auch einige von berühmten Persönlichkeiten jener Zeit, die bei Rosenbaums zu Besuch weilten, vor allem in der legendären "Barca", ihrem Haus im Valle Onsernone/TI.


    Dass ich Euch diese Biografie vorstelle hat auch noch einen persönlichen Hintergrund. Ich habe ja einige Jahre im Tessin gelebt....und sah den alten, knapp 80-jährigen Rosenbaum einigemale durch die Gassen Asconas gehen....eine imposante Erscheinung mit einem aussergewöhnlich markanten Kopf.


    Edit meint...jetzt reichts dann :rolleyes

    Avatar: James Joyce in Bronze... mit Buch, Zigarette und Gehstock.
    Diese Plastik steht auf seinem Grab. (Friedhof Fluntern, Zürich)
    "An Joyces Grab verweht die Menschensprache." (Yvan Goll)

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  • So ein Schmarren aber auch....zitiert statt editiert :pille

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  • Der Wladimir Rosenbaum, der hat gelebt.....das ist für mich bewiesen, er ist keine Fiktion....den habe ich mit eigenen Augen gesehen, und zwar mehr als nur einmal.


    Zwar wusste ich damals - ausser ein paar wenigen Angaben - noch nicht wirklich, um wen es sich bei dieser auffallend markanten Erscheinung handelte, und was für eine spannende Lebensgeschichte er hinter sich hatte.... die da gemessenen Schrittes durch die Gassen Asconas ging. Und der sich wie ich, am gleichen uralten Holztisch der Taverna in Ascona sitzend, seinen Drink genehmigte. (Die legendäre " Taverna" extistiert nicht mehr, sie ist leider dem Bauboom Asconas zum Opfer gefallen, musste einem Neubau weichen und wurde komplett abgerissen)....Aber ich habe ihn anhand von Photos sofort wieder erkannt, die ich später zu sehen bekam, als ich mich für Aline Valangin und ihre Lebensgeschichte zu interessieren begann....


    Wladimir, ich bin im Moment richtig froh darüber, dass es Dich zumindest schon mal gab.... für mich erkennbar, greifbar und wahrhaftig!


    So, das musste jetzt raus....ich konnte es mir, nach dieser enttäuschenden Geschichte um <Rose Red> beim besten Willen nicht verklemmen

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