Stille Post in Kleinöd - Katharina Gerwens, Herbert Schröger

  • Zitat

    Original von Hasal
    Ich wusste ja nicht, ob ich darf :grin


    Aber derjenige weiß ja wer gemeint ist :knuddel1


    Pfeife unauffällig "La Paloma" ..... :chen

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Josef Langrieger findet beim heimlichen Abpumpen seiner Sickergrube darin einen Toten.
    Zur Klärung des Falles wird die neue Kommissarin Franziska Hausmann nach Kleinöd geholt.


    Sie stellt fest, dass dem jungen Mann, der im ehemals weißen Anzug in der Odelgrube liegt, die Kehle durchgeschnitten wurde. Es handelt sich um Hermann Bauer, der 2 Km entfernt auf einem Bio-Hof mit seinen Eltern lebt. Sie erfährt außerdem, dass er etwas merkwürdig und sehr zurückhaltend war. Den großen Teil seiner Freizeit soll er am Computer verbracht haben. Auffällig war in letzter Zeit, dass er sich immer in der Nähe des örtlichen Briefkastens herumgetrieben hat. Er hat seine Post eingeworfen und nicht wie üblich dem Briefträger mitgegeben.


    In der Pathologie wird festgestellt, dass er ertrunken, verblutet und erstickt ist und das mit 2,5 Promille, außerdem fehlt seine Brille.


    Bei den Vernehmungen durch Franziska erfahren wir, was hinter der Fassade der heilen Dorfwelt alles nicht in Ordnung war. Einer hat einen sehr großen Betrag in einer Quiz-Sendung gewonnen und dies vor den Nachbarn verheimlicht, einem anderen ist die Ehefrau auf ungeklärte Weise verunglückt, eine pflanzt den Garten jedes Jahr in einer neuen, einheitlichen Farbe, eine hat ständig ihren Rucksack bei sich, eine Tochter ist in die große Stadt als Schauspielerin verschwunden und dann existieren natürlich verschiedenste Eheprobleme. Jeder hat über jeden – natürlich hinter vorgehaltener Hand - etwas „Sensationelles“ zu berichten.


    Von dem Privatleben der Kommissarin und ihren Eheproblemen erfahren nicht sehr viel. Auch wird die Strafversetzung nur ansatzweise erwähnt. Ihre Arbeitsweise und der Umgang mit Kollegen hat sie nicht unbedingt sympathisch gemacht.


    Die Auflösung des Falles war durchaus vorhersehbar und der Krimi ist auch nicht wirklich spannend. Er ist nett zu lesen, sofern man mit der bayerischen Sprache klar kommt.


    Von mir 7 Punkte

  • Ich empfand "Stille Post in Kleinöd" als netten und sehr unspektakulären Regio-Krimi. Sehr spannend war die Geschichte nicht erzählt, trotzdem wollte ich durchaus wissen, wer der Mörder ist.


    Zitat

    Original von Hasal
    Was mir gleich am Anfang des Buches aufgefallen ist die Verwendung alten Rechtschreibung, d. h. "ß" statt "ss". Diese Tatsache hat mich doch etwas gestört, da man man "dass" eben mit zwei s schreibt und nicht mit ß. Ich bin mit der neuen Rechtschreibung aufgewachsen und empfand daher die Verwendung der Alten als störend.


    Die alte Rechtschreibung ist mich auch sofort aufgefallen, gestört hat es mich zwar nicht, aber sehr verwundert. Ich kann mir keinen vernünftigen Grund vorstellen, warum bei einem Krimi im Piper-Verlag, der 2007 erschienen ist, die alte Rechtschreibung verwendet wird.


    Zitat


    Die Protagonistin Franziska Hausmann war mir mir von Anfang an sympathisch. Sie wirkte menschlich, d. h. ihr wurden auch Schwächen zugeschrieben z. B. dass sie sich oft mit ihrem Mann streitet, dies macht sie glaubhaft. [...] Man erfährt aber auch etwas aus Franziskas Vergangenheit z. B. wie es dazu kam, dass sie nun in einem kleinen Dorf namens Kleinöd ermitteln darf/muss und nicht mehr in München. Mit ihren Anmerkungen zum 11. September 2001, die immer wieder fielen, konnte ich anfangs nichts anfangen, aber ich Laufe des Buches wird deutlich, was es damit auf sich hat.


    Franziska Hausmann war mir auch sympathisch. Und den Aspekt um 9/11 fand ich sehr interessant! Über ihr Privatleben hätte ich gerne noch mehr erfahren, aber das ist in einem eher dünnen Krimi natürlich nicht möglich.



    Zitat

    Nun zum angeblichen bairischen Dialekt: Dieser wirkte auf mich etwas gekünstelt und übertrieben. Und ich würde schon sagen, dass ich das einschätzen kann, da ich diesen Dialekt selber spreche. In Bayern verneint man zwar gerne, aber doch nicht gleich drei Mal.


    Gerade die übertriebenen Verneinungen haben mich auch irritiert. Ich selbst komme zwar aus einer anderen Dialekt-Gegend, aber ich kenne den Dialekt in Niederbayern schon ein wenig und mir kamen einige Wendungen doch sehr unauthentisch vor. Es ist nicht einfach einen Dialekt anzudeuten, so dass er echt wirkt und ihn auch jene lesen können, die ihn nicht kennen.


    Für mich ist "Stille Post in Kleinöd" erstmal der letzte Krimi aus dieser Reihe. Es gibt für mich noch zu viele andere Regio-Krimis, die ich kennen lernen möchte und Reihen, die nicht gar so (falsch) klischeehaft und unspannend geschrieben wurden.