• blaustrumpf : Dass man Form und Inhalt trennen könne, ist eine so alte wie irrige Vorstellung. ;-)
    Was Fingerübungen betrifft: Das Kartoffelschälen braucht Tim Mälzer wohl nicht mehr zu üben. (Falls er das überhaupt noch selber besorgt.)
    Mein "Lernziel" mit diesem Text habe ich weiter oben ja bereits beschrieben: Die unterschiedlichen Intentionen zweier (oder dreier) Figuren in äußerster Knappheit und Verdichtung allein durch Dialog zum Ausdruck bringen.
    Ob das gelingt oder nicht, müssen die Leser entscheiden. Deshalb habe ich den kleinen (in der Tat spontan hingetippten) Text hier reingestellt.


    Durch den Dialog in diesem Thread und die Überlegungen, die eure Interpretationen bei mir angestoßen haben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass mehr aus diesem Textstückchen wird...


    Wenn du, liebe blaustrümpfin, mir die Faktur analysieren möchtest, nur zu, ich lerne gerne... :-)

  • Zitat

    Original von flashfrog
    blaustrumpf : Dass man Form und Inhalt trennen könne, ist eine so alte wie irrige Vorstellung. ;-)


    Hallo, flashfrog


    Wie passt in Deine These Ernst Jandl?


    Zitat

    Original von flashfrog
    Was Fingerübungen betrifft: Das Kartoffelschälen braucht Tim Mälzer wohl nicht mehr zu üben.


    Wenn Du glaubst, dass das Kartoffelschälen als solches gemeint war: Das braucht auch meiner Meinung nach Tim Mälzer wohl nicht mehr zu üben. Aber es ist hier wie bei PianistInnEn und ihren Tonleitern: Fingerübungen dienen nur AnfängerInnen dazu, das in ihnen behandelte Gebiet überhaupt zu meistern. Bei Fortgeschrittenen sind sie lediglich Aufwärmübungen oder werden allenfalls zum Trainieren des "Muskelgedächtnisses" (um es mal so zu nennen) eingesetzt.


    Zitat

    Original von flashfrog
    (...) Deshalb habe ich den kleinen (in der Tat spontan hingetippten) Text hier reingestellt (...)
    Wenn du, liebe blaustrümpfin, mir die Faktur analysieren möchtest, nur zu, ich lerne gerne... :-)


    Danke für das freundliche Angebot. Für den Lerneffekt erlaube ich mir den Hinweis, dass die berühmten "Drei-Pünktchen" als (von den Lesenden zu denkende) Fortsetzung eines Satzes nicht direkt an das Wort anschließen. Dies tun sie nur, wenn sie andeuten sollen, dass das Wort nicht vollständig ist.


    Soweit zum Thema Lerneffekt. Die Fakturanalyse unterlasse ich: Warum soll ich mir mit Deinem Text mehr Mühe geben als Du selbst?


    Grüssli, blaustrumpf

    Wer einmal aus dem Schrank ist, passt nicht mehr in eine Schublade.
    Aber mein Krimi passt überall: Inge Lütt, Eine Bratsche geht flöten. ISBN: 978-3-89656-212-8. Erschienen im Querverlag

  • Zitat

    Original von blaustrumpf


    Hallo, flashfrog


    Wie passt in Deine These Ernst Jandl?


    Ich fürchte, wir werden ihn nicht mehr fragen können.


    Zitat

    Original von blaustrumpf


    Wenn Du glaubst, dass das Kartoffelschälen als solches gemeint war: Das braucht auch meiner Meinung nach Tim Mälzer wohl nicht mehr zu üben. Aber es ist hier wie bei PianistInnEn und ihren Tonleitern: Fingerübungen dienen nur AnfängerInnen dazu, das in ihnen behandelte Gebiet überhaupt zu meistern. Bei Fortgeschrittenen sind sie lediglich Aufwärmübungen oder werden allenfalls zum Trainieren des "Muskelgedächtnisses" (um es mal so zu nennen) eingesetzt.


    Meine Fingerübungen (wie deine Kartoffeln) sind Metaphern. Metaphern lassen sich natürlich immer auch gegen den Verwender auslegen. Gemeint war: Durch eine einfache Übung eine Technik/Fertigkeit trainieren, um sie bei komplizierteren Stücken anwenden zu können.
    Der Vergleich mag insofern hinken, als das Schreiben nicht dem Spielen vom Blatt ähnelt, sondern eher dem Komponieren.



    Ein durchaus ernstgemeintes "Danke" fürs Tüpfli-Korrigieren!


    Jedem/Jeder der/die/das Seine/Ihre. :-)



    [SIZE=7]Edit: Für blaustrumpf Flechtigkeitsfühler beseitigt.[/SIZE]

  • Ich verweise mal auf diesen
    Text hier. Zum Vergleich.


    Ich finde ihn immer noch wunderbar.


    Und bitte erkläre mir jetzt keiner, das habe mit der 'Diskussion' hier nichts zu tun.
    waldlaeufer findet es auch doof, wenn ich immer beim Thema bleibe.


    :grin


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Keine Sorge magali. Das war genauso Topic wie der Rest, scheint mir.
    Wenn ich mal die Referenz Text und dazugehöriger Kommentar ziehe.
    :gruebel


    Zitat

    waldlaeufer findet es auch doof, wenn ich immer beim Thema bleibe.


    Ehrlich?

  • Hallo, flashfrog


    Tatsächlich hatte ich ein bisschen mehr von Dir erwartet als Dein "Wir können Jandl nicht mehr fragen". Aber je nun, sei's drum.
    Ich belasse es bei dem Hinweis, dass meiner Meinung nach jedwede Fingerübung ein schöpferischer Akt ist, sobald die ihre Finger übende Person ein bisschen mehr Geist daran verschwendet als es für den rein mechanischen Akt notwendig wäre.
    Vielleicht liegen wir mit unseren eigenen Schreibintentionen schlicht zu weit auseinander, als dass es mehr als die allgemeinste gemeinsame Ebene geben könnte. Auch hier ein herzlich empfundenes "je nun".
    Viel Spaß noch mit Deinem Texten, wie auch immer Du es meinst, was auch immer Du mit ihm beabsichtigst.


    Grüssli, blaustrumpf

    Wer einmal aus dem Schrank ist, passt nicht mehr in eine Schublade.
    Aber mein Krimi passt überall: Inge Lütt, Eine Bratsche geht flöten. ISBN: 978-3-89656-212-8. Erschienen im Querverlag

  • Zitat

    Original von Waldlaeufer


    Brauchst du ja auch nicht für diese Frage. :-)
    Mich interessiert deine Antwort auf die Frage schon.


    Waldlaeufer : Es gibt in der Tat offenbar Menschen, die eine Menge herumschwallen können, ohne dabei inhaltilch etwas auch nur anstatzweise Konstruktives mitzuteilen.
    Außer vielleicht der Intention, flashfrog eins auswischen zu wollen. Aus welchen Gründen auch immer. :rolleyes



    magali : Die Geschichte finde ich auch wunderbar. Hat aber mit der Diskussion hier nichts zu tun.



    blaustrumpf : Dann konkretisier doch bitte mal, was du meintest hinsichtlich Jandl und meiner These.

  • @ flashfrog


    ich gehöre zu den letzten Irren auf diesem schrägen Planeten, die nicht von der Vorstellung runterkommen, daß etwas Vernunft, z.B. durch Ablenkung - die hier nicht ganz so abwegig ist, wie Du meinst ;-) - Gemüter beruhigt und zur Diskussion beiträgt.


    Magali, die ewig Scheiternde


    :lache

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Flashfrog


    So merkwürdig es anscheinend wirken mag, mich hätte die Antwort wirklich interessiert- weil ich mich mit den Zusammenhängen Form und Inhalt beschäftige. Und da ist es manchmal schön, die Gedanken eines anderen Kopfes zu hören. Da hat magali Recht - darauf muss man nichtg eingehen. Hätte es aber schön gefunden. Das ist alles.
    Ich habe auch nicht vor dir eins "auszuwischen", warum auch, momentan habe ich eher andere Sorgen. Leider. Ein anderer Text von dir hat mir mal zugesagt, Chat, dieser aber nicht. Dein Text funktionierte für mich von der Struktur her nicht. Das habe ich dir begründet. Das ist wiederum alles.
    Lieben Gruß von Waldlaeufer

  • Hallo, flashgfrog


    Mal ohne das Hin- und Herzitieren: Wenn ich Dich nach Deiner Meinung frage, inwieweit Jandl in Deine These passe, frage ich mich dann doch, was ich daran noch zu konkretisieren haben sollte. Deine Meinung war gefragt.


    Sei dem, wie es sei. Du stellst die Behauptung auf, es sei irrig zu meinen, Form und Inhalt ließen sich trennen. Den Beweis bleibst Du uns schuldig, aber darum soll es mir just gar nicht gehen.


    Also gut. Konkreter. Wie verhält es sich bei Anwendung Deiner Behauptung beispielsweise beim "Privaten Marsch" von Jandl? (Mein Service für ungelernte Litwissende: Link.)


    Form = Marsch
    Inhalt = Nonsense


    Ist also, angesichts der von Dir behaupteten Untrennbarkeit von Inhalt und Form analog zu "form follows function", die Schlussfolgerung zulässig, dass das Marschieren Unfug sei?
    Oder muss Deiner Meinung nach sich der Inhalt der Form "beugen"? Das könnte zum einen bedeuten, dass der Inhalt eines Marschtextes automatisch Nonsense wäre. Zum anderen ließe sich immerhin denken, dass eine literarisch gemeinte Fingerübung auch inhaltlich über den Status einer solchen nicht hinausgelangen könnte.


    Das allerdings führt mich ein wenig ab von meiner Frage: Wie passt Deiner Meinung nach Jandl in Deine These?


    Grüssli, blaustrumpf

    Wer einmal aus dem Schrank ist, passt nicht mehr in eine Schublade.
    Aber mein Krimi passt überall: Inge Lütt, Eine Bratsche geht flöten. ISBN: 978-3-89656-212-8. Erschienen im Querverlag

  • Und wieder einmal entwickelt sich ein Thread im Autorenbereich, dessen Eröffner den eigenen Text zwar als Fingerübung und als spontan eingestellt deklariert und dennoch mit Zähnen und Klauen verteidigt und Kritikern, die Einwände erheben, unterstellt, ihm eins auswischen zu wollen, zu einem interessanten Diskurs über den Zusammenhang von Form und Inhalt von Literatur ... Auch wenn sich derjenige, den es eigentlich am meisten angehen sollte, dann plötzlich schön zurück hält ...

  • Zitat

    Original von Seestern
    Und wieder einmal entwickelt sich ein Thread im Autorenbereich, dessen Eröffner den eigenen Text zwar als Fingerübung und als spontan eingestellt deklariert und dennoch mit Zähnen und Klauen verteidigt und Kritikern, die Einwände erheben, unterstellt, ihm eins auswischen zu wollen, zu einem interessanten Diskurs über den Zusammenhang von Form und Inhalt von Literatur ... Auch wenn sich derjenige, den es eigentlich am meisten angehen sollte, dann plötzlich schön zurück hält ...


    Mit Zähnen und Klauen sehe ich hier gar nichts verteidigt. Hier wird nur etwas von dritter Seite in einen Text gepackt was einfach nicht da ist. Und was soll eine Autorin/ein Autorin denn Tiefsinniges zu einer Fingerübung sagen. Man kann Dinge auch ganz einfach (warum nur?) auch "überinterpretieren". In meinen Augen hat Flashfrog genug Erklärungen geliefert, aber man sind halt "erklärungsunersättlich". :grin

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • @ Voltaire: ich persönlich finde es halt etwas anmaßend, positive Reaktionen anzunehmen und die eher negativen mit einem "es steht ja schließlich 3:1 für den Text" zu entkräften. Wenn ich dann noch die Behauptung aufstelle, Form und Inhalt trennen zu können, sei irrig und den Verweis auf Jandl mit einem "Fragen können wir ihn ja nun nicht mehr" lapidar abtue, hat das für mich wenig von einem entspannten Umgang mit Kritik (der ja bei einer reinen Fingerübung durchaus angebracht wäre ...)

  • blaustrumpf


    da ich glücklicherweise kein Opfer bundesdeutscher Bildung bin,da ich mich redlich bemüht und recht erfolgreich den Wissenserwerb via Schule verweigert habe, darf ich zurückfragen: meinst Du schmackel - bunz?


    Zum Rest:


    Das ist halt das Problem mit dem 'beim-Thema-bleiben, wenn es spannend wird'.
    Wer bestimmt, was spannend ist?


    Wer bestimmt, worüber diskutuiert wird?
    Ich überlasse das gern der jeweiligen Threaderöffnerin.


    Aber ich bin halt so schrecklich vernünftig.
    :rolleyes


    Voltaire


    nein, Du schreibst jetzt nicht, was Dir zu meinem letzten satz in den Fingerspitzen sitzt!
    :lache

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von Seestern
    @ Voltaire: ich persönlich finde es halt etwas anmaßend, positive Reaktionen anzunehmen und die eher negativen mit einem "es steht ja schließlich 3:1 für den Text" zu entkräften. Wenn ich dann noch die Behauptung aufstelle, Form und Inhalt trennen zu können, sei irrig und den Verweis auf Jandl mit einem "Fragen können wir ihn ja nun nicht mehr" lapidar abtue, hat das für mich wenig von einem entspannten Umgang mit Kritik (der ja bei einer reinen Fingerübung durchaus angebracht wäre ...)


    Ich habe meinerseits längst das Gefühl, dass wir es hier mit einem höchst unterschiedlichen Verständnis von Humor und Ironie zu tun haben, das dazu führt, dass nur allzu gern aneinander vorbeigeredet wird :-)

    „Streite niemals mit dummen Leuten. Sie werden dich auf ihr Level runterziehen und dich dort mit Erfahrung schlagen.“ (Mark Twain)

  • Seestern


    ich spreche fünfzigmal täglich:


    Eulen sind Freunde, kein Futter
    Eulen sind Freuen kein Funder
    Futter sieden Freunde keine Eulen
    Sündenfutter für die Eulenfreunde
    Eulen sind Sünder wenn sie futtern
    Freunde füttern sieben Eulen
    usw.


    Das beruhigt.


    Aber nur an Montagen.


    Raaaaaaaaaaaaaaah!

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus