Matias Faldbakken - Macht und Rebel

  • Titel: Macht und Rebel
    Autor: Matias Faldbakken
    Verlag: Heyne Hardcore
    Erschienen: Juni 2007
    Seitenzahl: 351
    ISBN: 3453675207
    Preis: 8.95 EUR


    Der Autor:
    Matias Faldbakken wurde 1973 geboren und lebt als Autor und bildender Künstler in Oslo. 2003 erschien sein Aufsehen erregender Debütroman „The Cocka Hola Company“. Faldbakken gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Gegenwartskünstler Norwegens.


    Worum geht es?
    Rebel, ein Nihilist des 21. Jahrhunderts, gehört dem subkulturellen Milieu an. Macht wiederum arbeitet für internationale Konzerne und ist auf Impulse der Szene angewiesen. Die Situation spitzt sich zu, als die beiden sich verbünden.


    Meine Meinung:
    „Die provokanteste Romansatire des Herbstes“ meinte die NEUE ZÜRICHER SONNTAGSZEITUNG, „Der Bret Easton Ellis der norwegischen Subkultur“ urteilte die ZEIT. Vielleicht sollten die Damen und Herren Profirezensenten ein klein wenig auf die Euphoriebremse treten. Es ist ein teilweise bitterböses Buch, ein bösartiger Zynismus zieht sich wie ein dünner roter Faden durch das Buch.
    Primitivsprache mag durchaus ihren Sinn haben, aber sie sollte nicht zu einem durchgehenden Stilmittel werden, manchmal wirkt gerade diese Sprache nur unheimlich gewollt und aufgesetzt. Faldbakken suhlt sich so manches Mal in dieser Primitivität und scheint sich dabei auch noch unheimlich cool vorzukommen. Er ist nicht Houllebecq, ganz und gar nicht, um dessen Klasse zu erreichen bedarf es schon noch ein wenig mehr.
    Einiges bleibt in diesem Buch zu sehr an der Oberfläche, gerade auch da, wo ein wenig mehr Tiefe notwendig und wünschenswert gewesen wäre.
    Eines ist das Buch aber auf keinen Fall, es ist beileibe keine Satire.
    Ich habe schon schlechtere Bücher gelesen – aber eben auch bessere. Aber für knapp neun Euro kann man schon mal reinschauen. Wahrscheinlich wird es Andere geben, die in diesem Buch das Nonplusultra der zeitgenössischen Literatur sehen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Zitat

    Faldbakken suhlt sich so manches Mal in dieser Primitivität und scheint sich dabei auch noch unheimlich cool vorzukommen.


    Sehe ich, nachdem ich das Buch dieser Tage beendet habe, ähnlich. Der Vorgänger hat IMO über weite Strecken noch als Satire auf die Pornoindustrie funktioniert, aber hier trägt der Autor teilweise schon arg dick auf.


    Bischen weniger Tabubruch um des Tabubruchs Willen (Nazi-Symbole, Sex mit mInderjährigen etc...) und ein etwas weniger chaotischer Plot hätten dem Buch sicherlich gut getan.


    Trotz allem war´s doch auf eine spezielle morbide Art faszinierend zu lesen.