Margaret Millar - Wie Du mir

  • Originaltitel "Do Evil in Return"
    zuerst erschienen 1950, deutsche Erstausgabe 1992
    Diogenes-TB, 226 Seiten


    Kurzbeschreibung
    Voller Mitgefühl, aber entschieden lehnt Dr. Charlotte Keating ein bestimmtes Ansinnen ab, das Frauen, die ihre Praxis aufsuchen, immer wieder stellen. Als eines Tages eine junge Frau, Violet, um Hilfe bittet, spürt sie deren tiefe Verzweiflung. Trotzdem schickt sie sie fort, versucht aber, sie abends zu Hause zu erreichen. Dort, in einer heruntergekommenen Pension, behauptet man, die Frau sei ausgezogen, ohne ihre Adresse zu hinterlassen. Plötzlich taucht Violet wieder auf, und für Charlotte beginnt ein wahres Martyrium.


    Über die Autorin
    gibt es eine ausführliche Seite bei Wikipedia


    1915 in Ontario, Kanada geboren. Sie studierte klassische Philologie, Archäologie und Psychologie an der University of Toronto. Noch vor ihrem Abschluss heiratete sie ihren Jugendfreund Kenneth Millar, der unter dem Pseudonym Ross Macdonald ebenfalls erfolgreich Krimis schrieb. 1939 wurde ihre einzige Tochter Linda geboren. Als Linda 1970 unerwartet starb, legte Millar eine lange Pause ein, in der sie keine Bücher schrieb.
    Sie wird als eine der Vorreiterinnen des psychologischen Kriminalromans angesehen. Aber auch die kriminalistische Recherche vernachlässigte sie nicht, 40 Jahre lang wohnte sie Mordprozessen als Beobachterin bei.



    Meine Meinung
    Der Roman spielt in den 50er Jahren in Kalifornien, was man teilweise auch merkt an der Rolle, die den Frauen zugedacht wird. (Die Protagonistin Dr. Charlotte Keating ist Ärztin und hat mit den Vorurteilen zu kämpfen, eine berufstätige Frau zu sein. Ihre Patienten bestehen meist aus Frauen und Kindern ;-) )
    Als eine junge Frau zu ihr kommt und sie bittet, eine Abtreibung vorzunehmen, verweigert Charlotte ihr dieses, da es verboten ist. Und damit gerät der Stein ins Rollen. Denn Violet hat einen Onkel, der immer auf der Suche nach einem Dreh ist, zu Geld zu kommen. Dabei wird Charlotte erpresst.


    Ein spannender, psychologischer Krimi, der mich sofort gefesselt hat. Dr. Charlotte Keating war mir sofort sympathisch, sie hat eine zupackende Art und einen Ehrgeiz, auf eigenen Füßen zu stehen, ist aber zugleich doch eine normale Frau. Wie sich der Fall entwickelt, ist sehr gut geschrieben, manchmal musste ich grinsen, weil doch durchkommt, dass es ein Buch der 50er Jahre ist. Aber rundherum empfehlenswert.


    Ich bin durch Zufall auf dieses Schätzchen gestoßen und werde ganz bestimmt weiteres von Margaret Millar lesen, die als "Vorreiterinnen des psychologischen Kriminalromans angesehen" (Wikipedia) wird.

  • Weißt Du auch noch, welche?



    Als ihr bestes Buch gilt Beast in View (dt. Liebe Mutter, es geht mir gut...), für das sie 1956 den Edgar Allan Poe Award erhielt und das ihren endgültigen Durchbruch als Kriminalautorin bedeutete


    Das wird bei Wikipedia empfohlen und ist auch schon auf meiner Liste gelandet.

  • @ geli73


    schnell zum Bücherregal gesprintet, hier stehen:


    Die lauschenden Wände
    Kannibalenherz
    Das eiserne Tor
    Blinde Augen sehen mehr
    Die Feindin
    Es liegt in der Familie
    Die Süßholzraspler
    Fragt morgen nach mir
    Von hier an wird's gefährlich
    Der Mord von Mirande
    Umgarnt
    Wie du mir
    Gesetze sind wie Spinnennetze


    finde die Autorin auch super, ob man das merkt :gruebel


    ciao Richie

  • Zitat

    Original von geli73
    Weißt Du auch noch, welche?


    Klar, ich hab doch meine Liste................. :grin




    Kurzbeschreibung 8von amazon):
    Ein unscheinbares Päckchen, von einem Unbekannten abgegeben, schreckt Lucille, die glückliche zweite Frau des Arztes Andrew Morrow, aus ihrer zufriedenen Existenz. Was hat das Päckchen mit dem blutigen Mord an Andrews erster Frau zu tun? Mit unerbittlicher Akribie zerpflückt Margaret Millar familiäre Harmonie und Nächstenliebe."Margaret Millar erzählt auf hohem literarischen Niveau spannungsvolle, logisch konsistente Psychothriller mit klaustrophobischem Klima. Beklemmend ist die entlarvende Darstellung einer Welt, die mit ihrer Heuchelei und ihren Komplexen die Wahrheit verdrängt sowie zweifelhaften Idealen nacheifert." (Lexikon der Kriminalliteratur)
    "Margaret Millars Blick ist so scharf wie der von Patricia Highsmith." (Die Zeit)

  • ......und dieses.


    Kurzbeschreibung (von amazon):
    "In einem Ferienhaus an der amerikanischen Pazifikküste wird eine Familie aus der Ferienruhe aufgestört: Die attraktive Hausbesitzerin erscheint, um Überreste ihrer dunklen Vergangenheit zu beseitigen. Sie hat es abgesehen auf Vater und Tochter, und beide drohen ihrer Faszination zu erliegen - durchaus im wörtlichen Sinne übrigens, denn die geheimnisvolle Fremde kann nicht lieben, sie hat ein Kannibalenherz."(Kölner Stadt-Anzeiger)"Millars Werke verdanken die Spannung vor allem der differenzierten Psychologie der Figuren. Die Helden versuchen, ihre Probleme gleichzeitig zu lösen wie zu verschleiern. Alle Geschichten sind fein gezeichnet von einer spezifischen Atmosphäre leisen Unbehagens. Nichts ist, wie es scheint, nichts scheint, wie es ist. Und manchmal steckt die Lösung buchstäblich im allerletzten Satz."(Frankfurter Rundschau)
    "Große Erzähler entführen uns auf einem geflügelten Pferd, von dem es kein Absteigen gibt, ehe die Geschichte zu Ende erzählt ist. Margaret Millar gehört zu ihnen."(BBC)

  • Kurzbeschreibung (von amazon):


    "Banshee" beginnt wie das Märchen von Dornröschen, ist unversehens Detektivgeschichte, knallharter Krimi, mysteriöser Thriller und psychologischer Roman.
    Die achtjährige Annamay ist die kleine Prinzessin, der ihr Vater einen Palast unten am Fluß baut. Dort begegnet sie so geheimnisvollen Gestalten wie Mr. Cassandra, der nur mit einem weißen Laken bekleidet als Prophet herumläuft. Eines Tages verschwindet Annamay. Nach Monaten werden ihre Gebeine gefunden, trotzdem behauptet ihre zehnjährige Cousine Dru, sie sei noch am Leben ...

  • (von amazon):
    Geld allein macht nicht glücklich. Geld und alleinsein noch viel weniger. Besonders, wenn jemand es auf das viele Geld abgesehen hat



    Helen Clarvoe, die ebenso reich ist wie labil, lebt allein in einer kalifornischen Stadt. Zuerst glaubt sie, das Opfer irgendeines anonymen Irren zu sein, aber bald muss sie erkennen, dass die drohende Stimme am Telephon niemand anderem gehört als ihrer ehemaligen Kindheitsfreundin Evelyn Merrick - Evelyn, die all das verkörperte, was Helen hätte sein wollen.

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Cully Paul King, Frauenheld und Skipper einer Jacht, steht wegen Mordes vor Gericht. Eine unbescholtene, verheiratete Frau, deren nackte Leiche im Meer gefunden wurde, war zuletzt auf seinem Boot gesehen worden. Es gibt Indizien, aber kein klares Motiv, und eine Vielzahl nicht nur professioneller Interessen bei einigen Beteiligten des Prozesses...

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Wie vom Erdboden verschwunden ist Amy Kellogg. Ihr Mann behauptet zwar, sie habe sich für einige Zeit freiwillig zurückgezogen. Er kann das auch durch einen Brief beweisen. Aber Gill, Amys Bruder, misstraut ihm und beauftragt einen Privatdetektiv. Gills Verdacht scheint sich zu bestätigen, als sich herausstellt, dass Rupert lügt. Aber sind diese Lügen ein Beweis für seine Schuld?"Margaret Millars Blick ist so scharf wie der von Patricia Highsmith." (Die Zeit)
    "Ein neues Buch von Margaret Millar, der Witwe des Kriminalschriftstellers Ross Macdonald, ist allemal eine prickelnde Lektüre. Ein ganz spezieller Lesespaß." (Frankfurter Rundschau)
    "Diese Sicherheit, mit der sie alle spannungserzeugenden Elemente zu plazieren weiß, ist es, die den Leser so oft vergessen läßt, was Margaret Millar denn in ihrer archäologischen Besessenheit noch mitliefert. Sie reizt die Neugier des Lesers, lotst ihn am Spannungsfaden in eine mysteriöse Welt, aus der er nur mit Mühe wieder herausfindet. Diese hermetische Welt von Mysterium, von Abgründen, diese scheinbar tote Kraterlandschaft der menschlichen Psyche, aus der doch immer wieder unberechenbar, unheimlich, nicht zu packendes Leben brodelt."(Annabelle)

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Nymphen gehören ins Meer, sonst richten sie Unheil an. Mit dem rätselhaften Verschwinden von Cleo fängt es auch schon an. Die irrwitzigen Verwicklungen, in die ein schwuler Lehrer, eine korrekte Schulleiterin, ein vorbestrafter Freak und auch der leichtlebige Neffe des attraktiven, naiv-zurückgebliebenen, von seinem Bruder überbeschützten Mädchens verstrickt werden, enden mit Mord und Verderben ..."Fast wie in den klassischen Tragödien sind die Menschen in Margaret Millars neuestem Roman Nymphen gehören ins Meer der Macht der Mißverständnisse ausgeliefert, sind so schuldlos in ihrer Schuld. Schauplatz des Dramas ist Kalifornien, das Land der Filmbosse und Ölbarone, der aus Langeweile drogensüchtigen Kinder, Paradies der Homosexuellen, Inbegriff des amerikanischen Traums von Erfolg. Mit dem rätselhaften Verschwinden der attraktiven, etwas naiv-zurückgebliebenen Cleo nimmt das Verderben seinen Anfang. Es entwickelt sich in einer Weise, wie es sich unsereins mit seinen dunkelsten Phantasien nicht ausmalen kann." (Cosmopolitan)"Eine bitterböse, faszinierende Geschichte, mit der Margaret Millar wieder mal hinter die Kulissen amerikanischer Wohlanständigkeit blickt. Vergleiche mit Patricia Highsmith fallen natürlich sogleich." (Südfunk)
    "Margaret Millar beweist in diesem wie auch schon in ihren vorausgegangenen Krimis ein psychologisches Gespür für die Abgründe menschlichen Denkens und Handelns hinter den bürgerlichen Fassaden. Ohne Schnörkel, ohne jemals langatmig zu werden, erzählt sie spannende und beklemmende Geschichten, die den Leser nicht loslassen." (Radio Bremen)

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Voller Mitgefühl, aber entschieden lehnt Dr. Charlotte Keating ein bestimmtes Ansinnen ab, das Frauen, die ihre Praxis aufsuchen, immer wieder stellen. Als eines Tages eine junge Frau, Violet, um Hilfe bittet, spürt sie deren tiefe Verzweiflung. Trotzdem schickt sie sie fort, versucht aber, sie abends zu Hause zu erreichen. Dort, in einer heruntergekommenen Pension, behauptet man, die Frau sei ausgezogen, ohne ihre Adresse zu hinterlassen. Plötzlich taucht Violet wieder auf, und für Charlotte beginnt ein wahres Martyrium.

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Rose French - das Paradebeispiel eines Stummfilmstars, dessen Stern sank, als der Tonfilm aufkam. Sie selbst sieht das nicht so, schwelgt in alten Erinnerungen und wartet seit Jahren auf die große Filmrolle. Natürlich glaubt ihr niemand - bis sie eines Tages verkündet, sie sei engagiert, und Hals über Kopf aus ihrer mittelmäßigen Pension auszieht. Frank Clyde, ein Freund von Rose, telefoniert am selben Tag noch mit ihr - und steht kurz darauf vor ihrer Leiche. Der Totenschein konstatiert einen natürlichen Tod, aber Frank will das nicht glauben.
    "Margaret Millars Romane bedürfen keiner Rezensionen. Man liest sie, um sie zu empfehlen, um ihren ironischen Charme zu würdigen, ihre so recht menschenfreundliche Ironie, die sich kleine Abwege in die sonoren Regionen des Sarkasmus zu gönnen pflegt.
    Zu gut weiß Mrs. Millar, die vor mehr als fünfundzwanzig Jahren ihren ersten Roman veröffentlichte, dass ein Schriftsteller schon lange keine Wahrheiten mehr anzubieten hat, es sei denn die Entlarvung trügerischer Illusionen." (Der Standard)
    "Margaret Millars Blick ist so scharf wie der von Patricia Highsmith. Noch entschiedener enthält sie sich jeden Effektes, jeder Extravaganz." (Die Zeit)

  • Kurzbeschreibung (von amazon):
    Isobel Seton, eine dreißigjährige Amerikanerin, reist zum Skifahren nach Kanada. Aber auf der Fahrt bleibt der Bus auf der verschneiten Straße stecken. Der Busfahrer steigt aus, um Schneeketten zu montieren - und kommt nicht wieder. Die Reisegruppe macht sich auf die Suche nach ihm, folgt seinen Spuren im Schnee. Sie finden ein einsames Haus, in der eine verrückte alte Frau und ihre Pflegerin wohnen ..."Millar läßt so ihre Figuren ironisch chargieren. Aber manchmal wird aus deren amüsantem Schlagabtausch plötzlich Ernst, und es tritt uns der vertraute Millarsche Psychokrimi entgegen. Gerade diese Gratwanderung macht den Roman lesenswert. Denn hinter der skurrilen Komik der Sonderlinge lugt bei Millar der beklemmende Wahnwitz einer Gesellschaft hervor, in der lauter einsame Egozentriker nebeneinander leben."(Neue Zürcher Zeitung)
    "In der Ausführung exquisit!"(Wiener)
    "Es sollte eindeutig eine literarische Verneigung vor Agatha Christie sein, deren Krimi Zehn kleine Negerlein war 1939 erschienen, zu diesem Zeitpunkt galt Agatha Christie schon als grande dame der englischen Kriminalliteratur, wohingegen Margaret Millar noch keinen Roman veröffentlicht hatte. (...)
    Schon in diesem Kriminalroman findet sich das, was Margaret Millar auszeichnet, jene Begabung, hinter die Kulissen des bürgerlich anständigen Lebens zu schauen, tief hinabzusteigen in das Seelenleben der Figuren und den Schrecken gleichsam auf Filzpantoffeln daherschlurfen zu lassen. (...)
    Spannend, spaßig, stringent zu lesen. (...)
    Ähnlich wie bei Agatha Christies Krimi Zehn kleine Negerlein - da sitzen die Helden auf einer einsamen Insel fest -, werden die Menschen bei Millar in dem Haus ebenfalls festgehalten, ein Schneesturm macht jedes Entkommen unmöglich. (...)
    Eine lustvolle und vor allem spannende Lektüre, feine Unterhaltung."(Süddeutscher Rundfunk)
    "Liest sich wie die Drehbuchvorlage für einen frühen Hitchcock-Film. Wunderbar spannend." (Radio Bremen)

  • Celia Fremlin sagt mir gar nix, da muss ich doch gleich mal gucken, was sie so geschrieben hat.


    Ich hab Margaret Millar wirklich zufällig entdeckt, aber sie ist nun auf der Liste der Autoren gelandet, die ich bevorzuge. Und Dank der Stern Krimi-Bib. weiß ich schon, welches ich als nächstes von ihr kaufen werde.


    Danke, Rosenstolz für die Übersicht.


    @ Richie/Rosenstolz: Kriegst Ihr noch Rezis zu den Büchern hin?

  • Zitat

    Original von geli73


    @ Richie/Rosenstolz: Kriegst Ihr noch Rezis zu den Büchern hin?


    Nein, das klappt bei mir nicht mehr, ist zu lange her.
    Aber, wie gesagt, vielleicht lese ich bald mal wieder eines von ihr.......


    Von Celia Fremlin habe ich dieses als sehr gut in Erinnerung!


    Kurzbeschreibung (von amazon):
    Nacht um Nacht schreit das Baby, ohne ersichtlichen Grund. Schlaflose Nächte lang beobachtet Louise ihr Baby und hofft auf Ruhe - für sich, ihr Familie und die neue Untermieterin, Miss Brandon. Aber aus ihrem halbwachen Dämmerzustand gibt es kein Entrinnen, sie gleitet hinüber in einen langen, quälenden Alptraum.

  • offenbar treffen sich hier verwandte Seelen


    bei mir ist es auch schon etliche Jahre her und auch ich habe damals Celia Fremlin gelesen


    wieder zum Regal gesprintet - dort stehen


    Klimax
    Wer hat Angst vorm schwarzen Mann
    Gefährliche Gedanken
    Onkel Paul
    Zwielicht
    Der lange Schatten
    Rendevous mit Gestern
    Unruhestifter
    Das Tudorschloß
    Die Eifersüchtige
    Die Stunden vor dem Morgengrauen
    Gibt's ein Baby, das nicht schreit
    Sieben magere Jahre
    Die Spinnen-Orchidee


    Außerdem habe ich noch in diesem Zusammenhang gelesen
    Margery Allingham - kennt ihr die?


    ciao Richie