Originaltitel "Do Evil in Return"
zuerst erschienen 1950, deutsche Erstausgabe 1992
Diogenes-TB, 226 Seiten
Kurzbeschreibung
Voller Mitgefühl, aber entschieden lehnt Dr. Charlotte Keating ein bestimmtes Ansinnen ab, das Frauen, die ihre Praxis aufsuchen, immer wieder stellen. Als eines Tages eine junge Frau, Violet, um Hilfe bittet, spürt sie deren tiefe Verzweiflung. Trotzdem schickt sie sie fort, versucht aber, sie abends zu Hause zu erreichen. Dort, in einer heruntergekommenen Pension, behauptet man, die Frau sei ausgezogen, ohne ihre Adresse zu hinterlassen. Plötzlich taucht Violet wieder auf, und für Charlotte beginnt ein wahres Martyrium.
Über die Autorin
gibt es eine ausführliche Seite bei Wikipedia
1915 in Ontario, Kanada geboren. Sie studierte klassische Philologie, Archäologie und Psychologie an der University of Toronto. Noch vor ihrem Abschluss heiratete sie ihren Jugendfreund Kenneth Millar, der unter dem Pseudonym Ross Macdonald ebenfalls erfolgreich Krimis schrieb. 1939 wurde ihre einzige Tochter Linda geboren. Als Linda 1970 unerwartet starb, legte Millar eine lange Pause ein, in der sie keine Bücher schrieb.
Sie wird als eine der Vorreiterinnen des psychologischen Kriminalromans angesehen. Aber auch die kriminalistische Recherche vernachlässigte sie nicht, 40 Jahre lang wohnte sie Mordprozessen als Beobachterin bei.
Meine Meinung
Der Roman spielt in den 50er Jahren in Kalifornien, was man teilweise auch merkt an der Rolle, die den Frauen zugedacht wird. (Die Protagonistin Dr. Charlotte Keating ist Ärztin und hat mit den Vorurteilen zu kämpfen, eine berufstätige Frau zu sein. Ihre Patienten bestehen meist aus Frauen und Kindern )
Als eine junge Frau zu ihr kommt und sie bittet, eine Abtreibung vorzunehmen, verweigert Charlotte ihr dieses, da es verboten ist. Und damit gerät der Stein ins Rollen. Denn Violet hat einen Onkel, der immer auf der Suche nach einem Dreh ist, zu Geld zu kommen. Dabei wird Charlotte erpresst.
Ein spannender, psychologischer Krimi, der mich sofort gefesselt hat. Dr. Charlotte Keating war mir sofort sympathisch, sie hat eine zupackende Art und einen Ehrgeiz, auf eigenen Füßen zu stehen, ist aber zugleich doch eine normale Frau. Wie sich der Fall entwickelt, ist sehr gut geschrieben, manchmal musste ich grinsen, weil doch durchkommt, dass es ein Buch der 50er Jahre ist. Aber rundherum empfehlenswert.
Ich bin durch Zufall auf dieses Schätzchen gestoßen und werde ganz bestimmt weiteres von Margaret Millar lesen, die als "Vorreiterinnen des psychologischen Kriminalromans angesehen" (Wikipedia) wird.