Hab eben in der Zeitung gelesen, dass heute in Bad Harzburg eine Lesung ist mit Erika Riemann zu ihrem Buch "Die Schleife an Stalins Bart".
Sommer 1945 im thüringischen Mühlhausen: Erika Riemann ist vierzehn Jahre alt, als sie eines Tages mit ein paar anderen Jugendlichen ihre gerade wieder hergerichtete Schule besichtigt. Ihr Blick fällt auf ein Stalin-Bild genau an jener Stelle, an der bis vor kurzem ein Hitler-Porträt hing. "Mit dem Spruch "Du siehst ja ziemlich traurig aus" trat ich an das Bild heran und malte mit dem Lippenstift eine kecke Schleife um den Schnauzbart.
Jemand muss sie verpfiffen haben, denn schon kurze Zeit später beginnt für Erika Riemann eine achtjährige Odyssee durch ostdeutsche Zuchthäuser und Lager mit Stationen wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck.
Was es für sie bedeutete, eine ganze Jugend hinter Mauern zu verbringen, Prügel, Schikane, Hunger und Depression durchzustehen und nach der Entlassung zutiefst traumatisiert im bundesdeutschen Wirtschaftswunder ihre Frau zu stehen - darüber kann sie erst heute, fünfzig Jahre später, berichten. Ein erschütternder Lebensbericht aus der jüngsten deutschen Vergangenheit ist dabei entstanden.
Erika Riemann hat nach der Haftzeit unter anderem als Verkäuferin und Bardame gearbeitet, zwei Ehen geführt und drei Kinder zur Welt gebracht. Sie lebt in Hamburg und arbeitet ehrenamtlich mit Organisationen zusammen, die sich mit der Dokumentation ähnlicher Fälle wie ihrem befassen."
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