Der Walzer der gefallenen Engel - C.S. Mahrendorff

  • zweite Roman mit Dr. Heydinger


    1. "Sie rührten an den Schlaf der Welt"
    3. "Das dunkle Spiel"


    Kurzbeschreibung:


    Wir schreiben das Jahr 1897. Der junge Wiener Internist und Nervenarzt Heydinger hat eine neue Patientin, Sidonie von Puchheim, die an Hysterie und Wahnvorstellungen leidet und vom Hass auf ihre Mutter zerfressen wird. Diese, die verführerische Silvie, erscheint Heydinger allerdings engelsgleich, und er begehrt sie von Tag zu Tag mehr. Dann stirbt Sidonie beinahe an einer Überdosis Schlaftabletten. War es ein Selbstmordversuch, oder wollte jemand die junge Frau zum Schweigen bringen?


    Über den Autor:


    C. S. Mahrendorff, geboren 1963 in Eschwege, studierte Geschichte, Musikwissenschaft und Jura, bevor er als Diplom-Finanzwirt in den hessischen Staatsdienst eintrat. Seit seinem Debüterfolg mit dem Roman "Und sie rührten an den Schlaf der Welt" (1997) lebt er als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. Auch sein zweiter Roman "Der Walzer der gefallenen Engel" (2000) fand bei der Kritik und beim Publikum ein begeistertes Echo.


    Vorbemerkung:


    Das Schicksal meint es scheinbar schlecht mit mir und hat mich dazu verdonnert diese wunderbare Trilogie in der falschen Reihenfolge zu lesen. Leider befindet sich auf dem Klappentext von "Sie rührten ..." eine falsche Jahresangabe, welches das Buch chronologisch hinter dieses reihen würde, diese Angabe ist aber leider falsch.
    Daher bin ich aber in der Lage sagen zu können, dass man die Bücher vielleicht doch in der richtigen Reihenfolge lesen sollte. Sie sind aber in sich verständlich, kann also auch ohne große Probleme jeden Roman für sich lesen. Über die Ergebnise aus den ersten Bänden erfährt man nicht wirklich viel, was man sich nicht auch mit ein wenig Wissen über die österreichische Geschichte selbst zusammenreimen könnte.


    Eigene Meinung:


    In seinem zweiten Abenteuer, bei welchem wir Dr. Heydinger - Nervenarzt in Wien und Spezialist für die Geheimloge "Schwarze Hand" - begleiten dürfen, landen wir im Jahre 1897. Während er mit beruflichen Problemen konfrontiert sieht, da er wegen eines Kunstfehlers seinen Ruf verloren hat und der Vater des missglückt behandelten Mädchens auf Rache aus ist, befindet sich die Welt im fin de siecle. Diese Stimmung wird deutlich im Roman gezeigt.


    Mahrendorff zeigt uns alle Facetten des gesellschaftlichen Wiens und ihr politisches Denken. Zeigt und die politischen Verhältnisse in einer vor dem Zereissen stehenden Donaumonarchie, die nur durch ihren Monarchen Franz Joseph, als letztes einigendes Band, zusammengehalten wird. Zeigt wie der Antisemitismus immer mehr Fuß fasst in Wien und Lueger zum Bürgermeister ernannt wird.


    Diese Zeit läßt Mahrendorff wieder gekonnt zum Leben erwecken. Wenn man in den Kaffeehäusern Wiens auf Schnitzler, Klimt, Freud & Co. trifft und die aktuellen politischen Gerüchte rund um die Kaiserin vernimmt, hat man das Gefühl direkt dabei zu sein. Dieses Gefühl wird nicht zuletzt durch die Sprache erzeugt. Die Personen handeln nach den Wertevorstellungen der damaligen Welt und wirken einfach authentisch.


    In dieses perfekt gezeichnete Bild wird eine Krimi und Thriller Handlung eingewoben. Einerseits ein Krimi rund um die Person Heydingers selbst und seinen Kunstfehler, andererseits wieder eine Thrillerhandlung rund um eine politische Verschwörung rund um die "Schwarze Hand", eine antisemtische und gegen das Habsburgerreich gerichtete Geheimloge. Hervorragend schafft er es eine Verschwörung in die Geschichte einzubauen, die glaubhaft, spannend, logisch aufgebaut ist und sich nahtlos in die bekannte Geschichte einsetzen ließe.


    Nebenbei gibt es in diesem Buch noch viele interessante Charaktere zu entdecken.


    Fazit: Wieder ein gelungener historischer Roman, den zu lesen sich unbedingt lohnt. Man wird nicht enttäuscht werden.




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  • Ein wirklich schönes Buch. Ich habe es vor ca. 1 1/2 Jahren gelesen und auch noch sehr gut in Erinnerung. Ein spannendes Buch, das ich kaum aus den Händen gelegt habe.


    Gerade deswegen bin ich jetzt ziemlich verblüfft bis verärgert. Ich hatte mal wieder keinen blassen Schimmer, dass das Buch ein Teil einer Trilogie ist. Wieso kann man denn das nicht irgendwo in einem Klappentext oder wo auch immer unterbringen und erwähnen? :fetch


    Umso mehr freut es mich, hier davon zu lesen. Ich werde mich sofort auf die Suche nach den anderen beiden Teilen machen.


    Dankende Grüße
    Shirat

    Viele Grüße
    Shirat


    Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere. (Groucho Marx)

  • Meine Meinung


    Wir begeben uns in das Jahr 1897.


    Dr. Leonhard Heydinger – ein Kollege Sigmund Freuds – ist ein Wiener Nervenarzt mit dem Spezialgebiet 'Geheimloge' …


    Nicht nur ein Kunstfehler sorgt für reichlich Wirbel; eine ganze politische Verschwörung (»Die schwarze Hand«), die sich gegen das Habsburgerreich richtet, liefert gewaltigen Zündstoff. Mahrendorff lässt die Zeiten des Antisemitismus an der Donaumetropole aufleben. Er verflechtet Fakten mit einer frei erfundenen Geschichte. Hochspannung garantiert!


    Ein kriminalistischer Historienroman mit viel Flair und Wiener Schmäh.