Nichts anzuziehen von Wäis Kiani

  • Kurzbeschreibung
    Illustrierter Stilratgeber mit integriertem Amüsierfaktor: Ein Muss für jede Frau!
    Ladys, aufgepasst! Wäis Kiani, Expertin in Sachen Stil und Mode, hat tief in ihren Kleiderschrank geguckt - und in den von Stars und Sternchen. Anhand zahlreicher Fallbeispiele und kongenialer Illustrationen bekommt die Leserin endlich Antwort auf ihre dringlichsten Fragen: "Was ist guter Stil?"; "Welchen Trends kann man getrost folgen, welchen keinesfalls?"; und vor allem: "Was soll ich bloß anziehen???"


    Klappentext
    "Die neue Stilbibel."
    Amica


    "Der bunte, leichte Stil-Mix aus Lästerei, praktischen Stylingtipps und Alltagspsychologie passt der Fashionista ebenso gut wie dem Modemuffel."
    Buch Journal


    "Superwitzig und voller Stylingtipps."
    Bunte



    Meine Meinung:
    Tja, Schade....
    nette Idee, miese Umsetzung.
    Klar, hab ich hier und da geschmunzelt, die Kiani hat einfach einen sehr bissigen Stil. Leider ist mir dieses Büchlein, bzw. diese Sammlung ihrer Kolumnen ein wenig... hm... zu dürftig.
    Erstmal wimmelt es bei den genannten Labels von Rechtschreibfehlern, was bei einer Autorin, die sich als Stilikone bezeichnet, leider ziemlich lächerlich und unglaubwürdig wirkt.
    Dazu wird über die Prominenz ganz übelst hergezogen. Hab ich ja im Grunde nichts gegen, im Gegenteil ich läster auch mal gerne über die Beckhams, die Pitts oder weiß der Geier wen. Bei der Kiani, bekommt es jedoch nach der dritten Kolumne in diese Richtung irgendwie etwas von persönlichem Geltungsbedürfnis, oder nennen wir es beim Namen, NEID.
    Absoluter Tiefpunkt war die Kolumne über die Fashion Week in Paris. (Gibt es eine wichtige Fashion Week in Paris? Ich dachte immer die einzig wirkliche Week findet in New York statt... aber gut... Kleinkariertes Denken.) :lache
    Diese Kolumne war weder witzig noch interessant, sondern einfach eine dumme Art zu sagen, "Hey, ich war dabei!" :wave
    Die Fashion-Tipps in den kleinen schwarzen Kästchen sind ganz unterhaltsam, aber sie erheitern eigentlich nur die Frauen, die ihren Stil sowieso schon gefunden haben und breits wissen, wie sie Sonnenbrille und Kette mit dem richtigen Kostüm kombinieren. Als wirklichen Ratgeber, würde ich das Buch keinesfalls empfehlen. Es sei denn, man kann sich mal eben die Centurion Amex vom Gatten ausleihen und Paris leer kaufen.
    Tipps, wie "Man sollte sich einmal im Jahr eine neue Bluse einen neuen Rock und einen neuen Pullover kaufen. Die Bluse und der Rock dürfen Preiswert, aber nicht billig sein, der Pullover nicht." Sind Tipps, die die Welt nicht braucht.
    Aus dem Alter, daß sie ihre Kleidung über den Preis definieren, sollten die Leserinnen eigentlich heraus sein.


    Ich war deshalb auch kurz versucht es unter Humor und Satire einzuordnen.. :lache


    Fazit:
    Es war ganz amüsant zu lesen, hat mich allerdings nach ihrem grandiosen Erstling "Stirb Susi!" massiv enttäuscht.

  • Janes Warnung vor dem Buch kam definitiv eine Woche zu spät – als ich nämlich dank eines 5 EUR-Büchergutscheins das Büchlein erstanden hatte.


    Im Großen und Ganzen muß ich Janes Kritik unterschreibe. Die Autorin schreibt sehr wichtigtuerisch: Ich bins! Ich bin SO toll. Ich kenne alle. Ich war dabei. Ich habe die Stars gesehen. Das tut sie aber eben nicht immer auf die feine englische Art.


    Die Tips sind an und für sich nicht übel, aber exakt so in besseren und unaufdringlicheren Büchern zu finden. Naja... im Buchtitel heißt es ja zumindest auch „Geschichten....“ und nicht „Ratgeber“.


    Ich fragte mich bei der Lektüre sowieso des öfteren: Was soll das? Will die Autorin nur erzählen, wie toll und taff sie doch ist oder echte Hilfestellung geben? Die Mischung aus beidem ist jedenfalls mißlungen.


    Davon abgesehen, ergeht sie sich des öfteren in absolut unsinnigen Platitüden wie z.B. der, daß nur ein Südländer an seinem Parfüm erkannt werden darf. Warum zum Henker soll das so sein???


    Die Autorin erscheint desweiteren im gesamten Buch als ziemlich trendsüchtig, wobei es Dinge und Marken gibt, die man tragen „muß“ oder auch keinesfalls darf. Da bin ich wohl die falsche Zielgruppe. Ich muß mich wohl eher zu den Trendbanausen zählen: Ich trage, was ich will und ich kaufe, wo ich will und es ist mir absolut popelegal, was dieses Jahr „trendy“ (wie ich Worte wie dieses hasse!) ist. Wenn es nicht zu mir passt, wird es nicht gekauft.


    Das Buch ist außerdem sehr angeberisch: Zum Shoppen mit Freundin mal eben nach F fliegen? Hm, wenn ich das mache, habe ich leiderleider kein Geld mehr fürs Shoppen übrig. Arme Wurst, die ich bin. Oder auf S. 71: „Wer hat noch nicht in einem Flagship Store eines italienischen Designerlabels neidisch folgende Szene beobachtet: ...“ Ich! Und es interessiert mich auch nicht die Bohne, was sich dort für Szenen abspielen!


    Zum unterhalten ist das Buch für mich nicht unterhaltsam genug, als Stylingratgeber gibt es einfach zuwenig echte Tipps. „Stirb, Susi“ ist absolut nichts für mich gewesen (Anlesen hat gereicht, um diese Entscheidung zu fällen) – anscheinend gilt dies aber für alle Werke dieser Autorin,


    Auf den Bildern, die ich von ihr im Netz gefunden habe, sieht die Autorin aber auch sehr von oben herab aus. Zufall? Gewollt? Oder ist sie wirklich so? Für wen ist dieses Buch gedacht? Paris Hilton? Die wird (oder kann) das nicht lesen. So bleibt für mich unterm Strich nur der Verlust von 1,95 und der gute Vorsatz, kein weiteres Buch von Wäis Kiani zu kaufen.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

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